Wenn das Laufwerk mal nicht liest, liegt es meistens am Laser. Es kommen aber auch andere Dinge in Betracht. Das ist jedoch so selten der Fall, dass man eigentlich auf den Laser spekulieren kann und nur, wenns dann noch immer nicht geht, sich um andere Ursachen gedanken macht (den Laser kann man dann ja wieder zurückschicken oder weiter verkaufen). Ganz vorsichtige Leute können das aber natürlich auch vorher checken.
Es gibt hauptsächlich 3 mögliche Ursachen:
- Laufwerk gehört nicht zur Konsole / Verbindung zum Mainboard
- Laser defekt / verschmutzt
- Treiberchip defekt
Wenn du die Konsole selbst gekauft hast und vorallem gesehen hast, dass die Konsole in der Konstellation einmal etwas gelesen hat, kannst du das schon direkt ausschließen. Es kommt ja nicht von allein ein falsches Laufwerk hinein. Hast du die Konsole jedoch defekt gekauft, solltest du dir das vorher ansehen. Es gibt genug Witzbolde, die das Laufwerk komplett tauschen und die PS3 dann verkaufen, teilweise auch aus Unwissenheit.
Weitere Infos dazu findest du unter
Laufwerk / Mainboard.
Auch öfter kommt vor, dass das Datenkabel nicht richtig angeschlossen ist. Die Klappe an der Buchse auf dem Mainboard bricht leicht ab. Dann wird das Kabel einfach so rein gesteckt. Das klappt manchmal, aber eher zufällig. Wenn die Klappe raus bricht, muss diese wieder dran gemacht werden, denn sie drückt das Kabel sicher auf die Kontakte. Natürlich hält sie von allein nicht mehr richtig, aber du kannst die Klappe mit einem Klebestreifen fixieren. Fehlt die Klappe, kannst du eine etwas dickere Plastikfolie über dem Kabel in die Buchse drücken und festkleben.
Bevor du den Laser tauschst, kannst du ihn reinigen. Das empfiehlt sich vorallem dann, wenn die Konsole in einem Raum steht, in dem viel geraucht wird.
Am besten geht das mit einem Wattestäbchen und Isopropanol (aus der Apotheke). Glasreiner oder alkoholreiche Flüssigkeiten wie Nagellackentferner oder Getränke sind dazu absolut NICHT geeignet!
In den meisten Fällen ist das leider nicht von Erfolg geprägt. Wenn der Laser danach (besser) liest, dann oft nicht sehr lange.
Ein Indiz für einen defekten Laser ist das Laserlicht. Leuchtet der Laser beim Start des Leseversuch nicht blau, ist er defekt. Wenn er blau leuchtet, heißt das aber nicht, dass er ok ist.
Wenn du sicher gehen willst, ob der Laser nun defekt ist oder funktioniert, kannst du dafür nur eine sicher funktionierende Konsole heranziehen, in der du den Laser einbaust und rund eine halbe Stunde testest.
Der BA5888FP steuert die Linse des Lasers. Funktioniert das nicht mehr richtig, sieht der Laser schlechter bis gar nicht. Eine genauere Beschreibung der Treiberchips findest du unter der jeweiligen Laufwerksrevision (falls vorhanden).
Ich unterscheide zwischen 2 unterschiedlichen Arten von Defekt.
- Fall 1: Die Verstärker im Chip sind komplett durch und haben Durchgang (einen "Kurzschluss")
- Fall 2: Die Verstärker funktionieren nicht mehr richtig, verzerren eventuell das Signal oder weisen sonstige Anomalien auf.
Es gibt mehrere Indizien für einen defekten Treiberchip.
Einer ist der Widerstand der Ausgänge (Pin 13, 14, 15 und 16) gegen Masse. Stelle das Multimeter auf "200Ω", halte das schwarze Kabel an den Kupferrand der Platine und das rote an jeweils einen der 4 Pins. Dabei sollte das Messgerät nichts anzeigen, sonst wäre der Widerstand unter 200Ω und das wäre zu wenig, der Treiberchip ist damit defekt. (Fall 1)
Der Umkehrschluss gilt jedoch nicht! Ist der Widerstand höher, muss er deshalb nicht ok sein.
Wird kein Widerstand angezeigt, schalte das Messgerät Schritt für Schritt höher, sprich auf 2kΩ, 20kΩ usw., bis ein Widerstand angezeigt wird. Dann vergleichst du den Widerstand aller Ausgänge miteinander. Weichen diese stark voneinander ab, ist das ein Hinweis auf einen defekt. (Fall 2)
Ein weiteres Zeichen ist ein temperaturabhängiges Verhalten. (Fall 2)
Liest der Laser immer bei einer bestimmten Temperatur des Chips, ist das verdächtig. Das heißt er liest nur am Anfang und hört dann nach 10 Minuten auf, läuft erst dann wieder, wenn er abgekühlt ist oder anders herum. Aber Vorsicht: Auch der Laser erwärmt sich und er kann das gleiche Verhalten zeigen. Um das genau raus zu finden müsste man den Treiber kühlen, zum Beispiel mit Kältespray oder Kühlkörpern, die man auch vorher im Gefrierschrank kühlen kann. Damit wäre es dann sogar möglich den Treiber wieder abzukühlen, wenn sich das Leseverhalten schon verändert hat.
Noch eine Möglichkeit wäre es die Platine in den Gefrierschrank zu legen und zu gucken, ob das Leseverhalten länger unverändert bleibt als vorher.
Im Fall 1 sind zu einer großen Wahrscheinlichkeit die Spulen des Lasers defekt. Da der Wert bei der Messung genau sein muss, brauchst du als erstes den Widerstand der Messkabel. Stell das Messgerät wieder auf 200Ω und halte die beiden Kabel zusammen. Normalerweise liegt der Wert um 0,5Ω...1Ω. Merke dir den Wert. Nun hälst du das eine Messkabel an einen Anschluss der Spule und das andere Kabel an den anderen Anschluss der Spule. Von dem angezeigten Wert musst du dann den Widerstand der Kabel abziehen. Die Messung musst du mit der Fucos- und Trackingspule durchführen.
Informationen, wo die Messpunkte sind und wie groß der Widerstand sein muss, findest du unter dem jeweiligen
Laser.
Wenn der Widerstand kleiner ist als im Normalfall, ist die Spule defekt und damit der Treiberchip ganz sicher auch. Der Umkehrschluss gilt mal wieder nicht.
Im Prinzip ist der folgende Text für die Fehlersuche irrelevant.
Es kursiert die weit verbreitete Meinung, dass der Treiber BD7956FS (IC103) dafür sorgen könnte, dass ein neu Laser nach kurzer Zeit wieder den Geist aufgibt. Das ist jedoch totaler Blödsinn, der durch eine Menge Unwissenheit gepaart mit einem Funken Wahrheit die Runde macht.
Wenn ein (Austausch-)Laser defekt ist, dann betrifft das die Laserzelle, nicht die Spulen an der Linse. Die Treiberchips haben aber nur Einfluss auf die Linse und Motoren, nicht auf die Laserzelle. Das heißt sie könnten die Laserzelle gar nicht beschädigen.
Unter Laufwerk
Rev. 1 (v1 - v3) findest du ein Schaltbild, auf dem die Verschaltung des Chips zu sehen ist. Dort kannst du es auch sehen.
Der BD7956FS hat dabei noch nichteinmal was mit den Spulen zu tun, das ist der BA5888FP. Das heißt selbst WENN die Platine dafür verantwortlich wäre, dann der BA5888FP! Und wenn der BA5888FP die Spulen beschädigen sollte, würde er es sofort machen, der Laser würde keine 2 Sekunden laufen. Es kann vorkommen, dass der Laser wegen dem Treiber nur eine kurze Zeit liest (siehe oben), dann beschädigt er aber die Spulen nicht.
Die Laserzelle wird vom CXA2720R angesteuert, man müsste also diesen Chip tauschen.
Das Gerücht hat seinen
Ursprung bei der PS2.
Der Treiber LA6508 (in v9-11) wurde zu heiß, ging öfter kaputt, hat die Spulen der Laser kaputt geschossen (Gleichspannung auf die Spule, Fall 1). Manchmal war er aber auch einfach nur so kaputt, dass konstamt schlecht gelesen wurde oder dass am Anfang gut und dann nach einigen Minuten schlechter gelesen wurde (wegen der Aufheizung des Chips, ist damit immer reproduzierbar, Fall 2), bis gar nichts mehr ging.
Genau so waren aber auch die Laser immer billiger und gingen heufig kaputt. Da auch die Laser Halbleiter sind, können auch die bei Erhitzung immer schlechter lesen. Kam selten vor, aber passierte.
Es passierte auch manchmal, dass die Spulen defekt waren, man neue eingebaut hat und die Laserzelle dann auch defekt war. Da gabs schon immer die Theorie, dass der Treiber die Laserzelle geschossen hat. Das ist aber komplett unmöglich, da der Treiber ausschließlich an den Spulen hängt (nebenbei die Schublade steuert und den Motor, der den Laser in und her fährt), die Laserzelle wird wie in der PS3 vom "Front-End-Prozessor" gesteuert. Wenn also die Laserzelle durch das Board kaputt gegangen ist, dann durch den Chip oder durch eine zu hohe Spannungsversorgung.
Woran das nun lag, kann man sich streiten, hab' da auch nur eine Theorie. Der Treiber reagiert indirekt auf die Bewegung der Linse. Die Rückmeldung erhält er über das Signal der Laserzelle. Ist diese defekt, kommt ein schlechtes Signal und der DSP (Digitaler Signalprozessor, steuert den Treiber) versucht darauf zu reagieren, weiß aber nicht, dass es an der Laserzelle liegt, der Treiber wird stark strapaziert und wenn er schon leicht angeschlagen war, haut es den voll durch. Also eine Kettenreaktion, die aber von der Laserzelle ausging.
Der Treiber RS2004FS in der v12 hat auch gelegentlich die Spulen kaputt geschossen, da lags aber nicht am Treiber, sondern an der Ansteuerung des Treibers. Kam es da zum Fehler, bekam der Treiber den Befehl eine Gleichspannung auf die Spulen zu geben und dabei gehen die drauf.
Bei der PS3 gab es nun folgende Situation. Die Laser gehen, je nach Quelle der Laser, oft kaputt.
Bei einem fehlerhaften Laser kann es vorkommen, dass man ihn einbaut und der Laser liest wie 'ne 1, aber nur 10 Minuten lang. Danach liest er immer schlechter und dann gar nicht mehr. Das ist teils auch repoduzierbar, aber nicht oft, nach einigen Versuchen geht nichts mehr.
Der Treiberchip in der PS3 sieht genau so aus wie der RS2004FS aus der PS2 v12.
Nun wurde kombiniert, leider falsch. Der Fehler, dass der Laser nur kurz liest, lässt sich (wenn auch nicht immer, siehe oben) auf den Treiber schieben. Er sieht auch genau so aus. Das wurde gemacht und den Treiberchip getauscht. Den Laser wurde nach dem Fehlverhalten getestet und festgestellt, er ist defekt.
Jetzt hat wird wieder kombiniert, leider wieder falsch. Ich erinnere an die (falsche) Theorie, dass der Treiber die Laserzelle schießen kann. Nachdem der Treiberchip UND den Laser getauscht wurde, liest die Konsole einwandfrei und das auch dauerhaft. Nach Auffassung der testenden Person ein klares Anzeichen dafür, dass es am Treiber lag.
Man kanns aber auch anders sehen. Der erste Laser war schlicht Müll, er wäre auch in einer PS3 hopps gegangen, die nie Laserprobleme hatte. Er/sie hat ihn eingebaut, der Laser ging kaputt. Danach hat er/sie einen neuen Laser genommen, der keinen Fehler aufwies und, wieder in der makellosen PS3, ewig gelaufen hätte. Dass der Treiber getauscht wurde spielt gar keine Rolle. Es ist auch unwahrscheinlich, dass man zwei mal hintereinander einen Montagslaser erwischt (was natürlich trotzdem vorkommen kann).
Fazit:
- Der Chip geht fast nie kaputt
- Wenn, dann würde er den neuen Laser sofort beschädigen, und nicht langsam über einen längeen Zeitraum
- Aufgrund falscher Schlussfolgerungen kommt man darauf, dass es an dem Chip liegt und dann auch noch am falschen.
Ich hoffe mit dieser zugegeben etwas langen Erklärung konnte ich diesen Irrtum aus dem Weg räumen und verständlich machen, was da ungefähr abläuft. Eine detailierte Erklärung des Ablaufes findest du wie bereits erwähnt unter den einzelnen Laufwerken, wenn vorhanden.