Was macht die Diagnose-Funktion der PlayStation 2?

Begonnen von Anakin94, 06. November 2020, 20:22:15

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nino

Offset und Gain beziehen sich absolut garnicht auf die Laserleistung, sondern auf den Servo-Loop jeweils für Focus und Tracking. (Wer nicht weiß, was das bedeutet, sollte sich in die technischen Grundlagen von optischen Laufwerken einlesen  ;) ).

Bei frühen PS1 werden die Werte im Werk mit Potis kalibriert, spätere PS1 machen das automatisch bei jedem Start (passiert, während man den kurzen "Piepser" hört).

Bei der PS2 bzw. allgemein DVDs ist das etwas komplexer, und eine vollständige Selbstkalibrierung würde immer so 30 Sekunden dauern. Außerdem ist das ganze vollständig Digital und wird über Mechacon und DSP/DVP geregelt. Im Werk wurde daher die vollständige Selbstkalibrierung einmalig ausgeführt, wobei die resultierenden Werte dauerhaft im EEPROM von MechaCon gespeichert wurden. Verwendet wurden hierfür allerdings spezielle, auf sehr geringe Toleranzen gefertigte, Referenz-Discs. Ebenfalls im Werk, und zwar VOR der elektronischen Selbstkalibrierung, wird außerdem das Laufwerk mechanisch eingestellt. Einmal der radiale Kippwinkel (mit der meist weißen Stellschraube am äußeren Ende, die aber bei frühen japanischen Konsolen auch schwarz und aus Metall sein kann, oder 2 Stellschrauben bei den 50000ern). Und dann noch der tangentiale Kippwinkel mit der kleinen schwarzen Schraube am "Laser" selbst. Für die mechanische Kalibrierung wird aber eine weitere, spezielle Referenz-DVD sowie ein sogenanntes Jitter-Meter benötigt. (Ungefähre Jitter-Werte, die es so gering wie möglich zu halten gilt, kann man aber auch direkt vom Mechacon und mithilfe einer gewöhnlichen, guten!!! DVD bekommen, aber dafür muss man an die UART-Schnittstelle vom MechaCon ran und ein Tool namens PMAP an einem PC bemühen. Mit dem Tool kann man außerdem auch die elektronische Werks-Selbstkalibrierung erneut anstoßen und einiges mehr).

Die Kalibrierung (mechanisch und elektronisch) wird natürlich vollkommen invalidiert, wenn man etwas an dem Laufwerk macht, wie z.b. den "Laser" auszutauschen. Deshalb ist da eigentlich eine vollständige Rekalibrierung angezeigt, und deren Auslassen oft der Grund, warum Austauschlaser nicht zu funktionieren scheinen oder nur, wenn man mit den Potis die Laserleistung ins unermessliche steigert (übermäßig stark aufgedrehte Laserleistung erhöht den Signalpegel und deshalb auch die Toleranz gegenüber fehlender Kalibrierung... ist aber natürlich extrem schädlich für den Laser; an die Potis muss man dank APC eigentlich GARNICHT ran).


Aber zurück zum Thema:
Im etwas schwammig benannten "Diagnose"-Modus erlaubt man nun der Konsole, doch eine - wenn auch verkürzte - Selbstkalibrierung durchzuführen, speziell für die gerade eingelegte Disc. Dabei ist allerdings der Bereich, in dem sich die Resultate befinden können, (vermutlich, so ganz sicher weiß man das momentan noch nicht) auf ein bestimmtes Intervall um den im Werk eingestellten Wert beschränkt. Außerdem wird davon NICHTS gespeichert, sondern nur für die eine eingelegte Disc bis zum nächsten Ausschalten oder Eject verwendet. Dadurch können "Problem-Discs" wieder lesbar werden.


Anakin94

Hauptkonsolen:
PS1:
SCPH-102 PM-41(2) - OneChip Standard
PS2:
SCPH-30004R v6 - Lüfter aus v9 + FMCB v1.965 \ v0.985 (8.12.2018) Aktuelle Apps und USB Treiber
SCPH-50004 v9 - Romeo-Fix @8V + SubZero Fix + Modbo 750 v1.99 (2021)
SCPH-70004b v13 (EE+GS) - Matrix Infinity v1.93 (Green Dot)
PSP:
PSP-2004 7D TA-085v1 CFW v6.61 PRO-C f3

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LSL

Ich hatte bereits von PMAP gehört, es aber noch nicht verwendet. Ich hoffe, dass ich in den Ferien zum Jahresende etwas Freizeit habe und endlich meinen ersten Kontakt herstellen kann.

Momentan konzentriere ich mich mehr darauf, meine PS3s zum Laufen zu bringen. Ich habe bei zweien das IHS von CELL und RSX entfernt und sie funktionieren jetzt geräuschlos.

English
I had already heard about PMAP, but I haven't used it yet. I hope to have some free time during the end of the year holidays and finally have my first contact.

I'm currently more focused on trying to get my PS3s working. I removed the IHS from the CELL and RSX on two of them and they're working silently.
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Anakin94

Zitat von: LSL am 19. Dezember 2024, 22:07:06Ich hoffe, dass ich in den Ferien zum Jahresende etwas Freizeit habe und endlich meinen ersten Kontakt herstellen kann.
Ich wäre an dem Ergebnis interessiert.
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nino

Zur Verwendung mit PMAP empfehle ich übrigens für DVD-SL und DVD-DL jeweils Wii-Discs, da die dank der Encryption auf ihrer vollen Länge gleichmäßig mit Daten befüllt sind. Bei PS2-Discs ist das nicht so, und da man v.a. den mechanischen Abgleich  (für den nimmt man eine DVD-SL) ja am Rand der Disc macht (um den am Rand ja tendenziell maximalen Jitter zu minimieren), braucht man Discs, bei denen sichergestellt ist, dass in diesem Bereich tatsächlich Daten liegen. Und auch bei der elektrischen Selbstkalibrierung, die man im Anschluss anstößt, fährt der Laser kurz nah an den Rand der Disc. Die meisten Wii-Spiele sind DVD-SL, aber einige (z.B. Smash Bros Brawl, Metroid Other M) sind DVD-DL.

Takeshi

#20
Sehr interessant. Gibt es eine realistische Chance, solche Referenz-DVDs zu bekommen? Davon wurden natürlich nicht viele produziert, aber andererseits hat kaum jemand dafür eine Verwendung.

Ist das so eine?

https://www.ebay.com/itm/352303548149

Und was ist das?

https://www.ebay.com/itm/352303546561

Zitat von: nino am 22. Dezember 2024, 13:21:31Zur Verwendung mit PMAP empfehle ich übrigens für DVD-SL und DVD-DL jeweils Wii-Discs, da die dank der Encryption auf ihrer vollen Länge gleichmäßig mit Daten befüllt sind.
Hast du Erfahrungen, wie stark die Toleranzen bei diesen Discs sind? Und kann man diese Toleranz zwischen zwei Discs irgendwie messen? Denn angenommen das geht, dann könnte man vermutlich durch die Gauß-Verteilung schon recht gut ermitteln, welche Disc nah am Optimum ist und daher als Referenz taugt.

nino

#21
Für die mechanische Justage empfahl Sony eine spezielle DVD-SL aus Glas. Die gab es von mehreren Herstellern, allerdings sind die allesamt relativ schwer zu finden. Der Hauptvorteil dieser Discs ist, dass es hier wegen der annähernd perfekten Ebenheit während der Rotation weniger Variation im Jitter gibt, sodass es einfacher ist, die Mechanik auf minimalen Jitter zu justieren. Nimmt man eine andere DVD, oszilliert der Jitter fortlaufend. Allerdings ist es dennoch relativ einfach möglich, einen Punkt zu finden, an dem der Jitter sich in einem möglichst minimalen Bereich bewegt; es ist nur nicht so "bequem". Wichtig ist nur, dass die DVD-SL, die man verwendet, im Randbereich tatsächlich auch Daten hat, denn die mechanische Justage macht man mit dem Laser am Rand der Disc.

Nun zur elektrischen Selbstkalibrierung:
Eine HLX-505 für den DVD-DL-Schritt der elektrischen Selbstkalibrierung bietet gerade jemand an: https://www.ebay.de/itm/365265974577

Für DVD-SL bräuchte man eine HLX-504 (taucht selten auf) und für CD eine SCD-2700 (habe ich noch nie gesehen; wurde wohl nur intern von Sony-Servicecentern benutzt). Für DTL-T Konsolen empfahl Sony intern allerdings stattdessen die YEDS-18, und die bekommt man wiederum gelegentlich auf eBay, denn die wurde - genau wie HLX-505 und HLX-504 - auch an externe Reparaturdienstleister verkauft.

Wichtig: Für SCPH-5XXXX und alle Slims empfahl Sony andere Referenz-DVDs für die elektrische Justage (TDV-520CSC und TDV-540CSC). Solche sind mir allerdings noch nie untergekommen. Für CD wird allerdings nach wie vor SCD-2700 und für mechanische Justage die Glas-DVD empfohlen.

Ich selbst habe eine HLX-505 und musste feststellen, dass sich die Kalibrierungs-Resultate kaum von denen unterscheiden, die man bei Wii-Dual-Layer-Spielen bekommt. Wii-Discs (sowohl Single Layer als auch Dual Layer) haben wie gesagt gleichmäßig Daten auf ihrer gesamten Fläche und sind außerdem qualitativ ziemlich hochwertig. Zumindest die früheren (bis ca. 2010?), die einen "runden" Rand haben. Die späteren, die einen "kantigen" Rand haben, sind irgendwie nicht so gut, musste ich feststellen. Zumindest gibts bei denen im Jitter mehr Schwankungen.

Völlig ungeeignet sind ironischer Weise originale PS2-Spiele, weil die oftmals im Randbereich einfach garkeine Daten haben, und selbst wenn sie es tun, sind die Schwankungen deutlich größer.

Ich kann nur mutmaßen, warum das so ist. Vielleicht war Panasonics DVD-Presswerk, das für die Wii-Discs benutzt wurde, einfach qualitativ viel hochwertiger? Vielleicht hat man die Discs auch besonders hochwertig produziert, weil die Laufwerke von Gamecube und Wii relativ simpel sind und wenig Fehlertoleranz haben?

Takeshi

Danke für die Ausführungen und die ganzen Artikelnummern. Das hilft schon gut weiter.

Zitat von: nino am 24. Dezember 2024, 19:42:15Vielleicht hat man die Discs auch besonders hochwertig produziert, weil die Laufwerke von Gamecube und Wii relativ simpel sind und wenig Fehlertoleranz haben?

Das könnte gut sein, denn die Laufwerke der Wii waren nie sehr gut. Es kam häufig vor, dass die Laufwerke ab Werk schon mit Super Smash Bros Brawl Probleme hatten oder die gar nicht lesen konnten. Da musste dann der Diodenstrom erhöht werden, damit die gelesen werden konnten.

Nun scheint es im ersten Moment unlogisch, bei einem Laser zu sparen und bei den Discs besonders auf die Qualität zu achten, wo doch der Laser nur einmal für die Konsole hergestellt werden muss, aber dem gegenüber viele Discs. Wenn man aber davon ausgeht, dass pro verkaufter Konsole 10 Discs verkauft werden, dann ist es vermutlich wirklich günstiger, bei der Lasereinheit zu sparen, als bei 10 Discs. Wir werden es wohl nie erfahren.

nino

#23
Zitat von: Takeshi am 24. Dezember 2024, 23:56:25Danke für die Ausführungen und die ganzen Artikelnummern. Das hilft schon gut weiter.
Ich muss betonen, dass man die speziellen Discs in der Praxis nicht wirklich braucht, wenn man andere, qualitativ hochwertige Discs (wie die erwähnten Wii-Discs) hat. Erst recht nicht die spezielle Glas-DVD, denn die macht die Kalibrierung wie gesagt nur "einfacher", weil man konstantere Werte auf dem Bildschirm sieht, während man an den Schrauben dreht :) .

Da steckt man viel Geld, Geduld und Glück im Online-Shopping rein, was man letztlich garnicht wirklich muss. Auch mit den anderen, erwähnten Discs bekommt man ein Laufwerk recht gut wieder so gut wie neu kalibriert. Für DVD-SL und DVD-DL jeweils eine gute Wii-Disc vom entsprechenden Typ nehmen, und für CD bieten sich kratzfreie, annähernd volle (ca. 74 min.) gepresste Audio-CDs oder große PS1-Spiele an. Wichtig ist nur, dass die Oberflächen weitgehend kratz- und staubfrei sein sollten.


Noch ein anderes Thema, das ich hier ausführlicher beschreiben will:
An den Potis am Laser sollte man eigentlich niemals drehen müssen. Und ob man es doch muss, weil der Laser WIRKLICH schwach ist, kann man bei der PS2 relativ einfach herausfinden. Auf den Lasern ist nämlich aufgedruckt, welchen Strom sie nach ihrer Fertigung im Test benötigten, um die gewünschte optische Ausgangsleistung zu erzeugen. Das sind auf dem Label die Werte Dxxx für DVD und Cxxx für CD (wobei der Wert für CD immer höher ist als der für DVD). Z.B. D571 für 57.1 mA für den DVD-Laser.

In der PS2 kann man im Betrieb einen Spannungsabfall über 2 Widerständen messen (jeweils für CD und DVD), welcher bei 25°C Umgebungstemperatur dann in mV in etwa dem aufgedruckten Wert entsprechen sollte (z.B. 571 mV für den Laser, auf dem D571 steht). Wenn der Wert sehr viel größer ist (z.B. 100 mV mehr), bedeutet das, dass die APC-Schaltung (Automatic Power Control) sehr stark kompensieren muss, um immer noch die nötige optische Ausgangsleistung zu erzielen. Die Messpunkte habe ich mal beispielhaft für GH-022 markiert: https://s20.directupload.net/images/241225/wj3npchd.jpg

Das funktioniert aber NUR zuverlässig, wenn niemand an den Potis am Laser gedreht hat. Denn die liegen NICHT in Serie mit der Laserdiode, um diese einzustellen, sondern hängen mit beiden Enden direkt am Mainboard, um die Laufwerkselektronik für den individuellen Offset der Leistungsmess-Photodiode im Laser zu kalibrieren. In jedem "Laser" eines optischen Laufwerks ist nämlich auch eine zusätzliche Photodiode, welche die tatsächliche Ausgangsleistung misst, um für Temperaturschwankungen und Alterung zu kompensieren. Deshalb sollte man eigentlich NIEMALS an den Potis drehen müssen. Das "funktioniert" zwar, aber nur, weil man dann durch stärker-als-spezifizierte Laserleistung andere Probleme (Dreck im Laser, falsche Kalibrierung der Mechanik oder Elektronik, alternde Elkos etc etc etc) ausgleicht, die man eigentlich beheben muss.

Wirklich helfen tut das ansonsten nur bei Lasern, die SO ausgebrannt sind, dass die APC-Schaltung nicht mehr hinterherkommt, da man dadurch die APC dazu zwingt, DOCH noch weiter aufzudrehen, aber... das ist nach meiner Erfahrung wirklich ziemlich selten. Und ob es eben so ist, kann man mit der o.g. Methode herausfinden. Wenn man jedenfalls bei einem Laser an den Potis dreht, bei dem das garnicht das zugrundeliegende Problem ist, macht man ihn dadurch lediglich vorschnell kaputt. Und dann funktioniert die Mess-Methode auch nicht mehr, weil dann der Wert, den die APC zur Ausgangsleistung liest, schlichtweg nicht mehr stimmt.

Ja, ich weiß, dass das gegen die "alten Weisheiten" der PS2-Szene geht. Aber damals wusste man in der Öffentlichkeit bzw. allgemein der Szene auch noch viel weniger über die Materie als heute  :) .

Takeshi

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 01:25:44Auf den Lasern ist nämlich aufgedruckt, welchen Strom sie nach ihrer Fertigung im Test benötigten, um die gewünschte optische Ausgangsleistung zu erzeugen. Das sind auf dem Label die Werte Dxxx für DVD und Cxxx für CD (wobei der Wert für CD immer höher ist als der für DVD). Z.B. D571 für 57.1 mA für den DVD-Laser.

Das ist echt unfassbar. Das ist so logisch, weil sinnvoll durchdacht und man hätte draufkommen können, hätte ein paar Leute mal den Laserstrom gemessen. Dann wäre aufgefallen, dass der Wert auffällig häufig sehr ähnlich zu den aufgedruckten Zahlen ist. Allein die Tatsache, dass die Zahlen irgendwie immer recht ähnlich sind, hätte einen stutzig werden lassen müssen. Unfassbar also deshalb, das das nicht viel eher aufgefallen ist.

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 01:25:44In jedem "Laser" eines optischen Laufwerks ist nämlich auch eine zusätzliche Photodiode, welche die tatsächliche Ausgangsleistung misst, um für Temperaturschwankungen und Alterung zu kompensieren.

Dass es diese Photodiode gibt, ist mir sogar schon lange bekannt, allerdings von den PS3-Laufwerken. Diese haben, wie wir alle wissen, keine Potis mehr. Da war meine Annahme immer, dass die PS3 deshalb ohne Potis auskommt und den Diodenstrom selbst nachregelt, während die PS2 einen fest eingeprägten Strom hat. Hab sogar seit 2006 eine Art Datenblatt oder eher einen Werbeflyer zur Pickup-Diode auf der Festplatte liegen (ich hänge die Datei der Einfachheit halber mal an), aber dass da Photodioden für die Messung der Ausgangsleistung vorhanden sind, konnte ich dort nie herauslesen. Woher das Signal kommt, ist mir ehrlich gesagt noch immer nicht ganz klar. Ich entnehme der Zeichnung, dass sich 12 Photodioden auf der Lasereinheit befinden, die aber das reflektierte Licht erfassen und somit zum Lesen der Disc genutzt werden. Aus denen werden dann verschiedene analoge Werte berechnet (addiert), die anschließend zum Mainboard gehen und zur Berechnung von Focus, Tracking und dem Datenstrom genutzt werden. Neben den Signalen A, B, C, D, E und F werden auch die Signale PD1 und PD2 erzeugt, aber dass die etwas mit einer Photodiode zu tun haben, mit der die Ausgangsleistung gemessen wird, lässt sich abgesehen vom Signalnamen nicht erkennen. Das heißt nicht, dass ich das nicht glaube. Ich kann es lediglich nur nicht nachvollziehen. Laut Service Manual der Konsole befinden sich neben PD1 und PD2 noch mehrere Anschlüsse mit dem Signal "PD". Keine Ahnung, wo das nun herkommt. Oder das hat mit "Photo Diode" gar nichts zu tun, sondern eher was mit "Part Detection" oder so. Habe leider gerade keine Lasereinheit zur Hand, um mir das anzuschauen.

Sind die Signale PD1 und PD2 also die zur Messung der Ausgangsleistung?

Trotzdem super interessant. So langsam wird das Datenblatt viel verständlicher. Hab's mir früher wohl auch nie so genau angeschaut. Da steht auch, dass mit M.SW zwischen CD und DVD umgeschaltet wird und mit G.SW zwischen DVD5 und DVD9. Das ist nur logisch im Zusammenhang mit der Tatsache, dass SL und DL getrennt eingestellt werden müssen. Ist mir nie aufgefallen.

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 01:25:44Ja, ich weiß, dass das gegen die "alten Weisheiten" der PS2-Szene geht. Aber damals wusste man in der Öffentlichkeit bzw. allgemein der Szene auch noch viel weniger über die Materie als heute  :) .
Das ist zumindest für mich gar kein Problem, im Gegenteil. Ich finde es besser die Informationen daran zu messen, wie logisch, nachvollziehbar und damit glaubwürdig sie sind und nicht daran, was vorher einmal die weit verbreitete Meinung war.

nino

#25
Zitat von: Takeshi am 25. Dezember 2024, 11:43:50Sind die Signale PD1 und PD2 also die zur Messung der Ausgangsleistung?
Nein; die Monitoring-Photodiode ist tatsächlich Teil von dem kleinen Die, auf dem auch der eigentliche Laser sitzt, und nicht vom PDIC-Die mit den restlichen Photodioden und dem Prisma. In dem von dir verlinkten Artikel zum Lasercoupler (der übrigens aus Sonys damaliger Haus-Zeitschrift "Cx-News" stammt) ist die Monitoring-Diode garnicht verzeichnet. PD1 und PD2 werden summiert zur Erzeugung des RF-Signals benutzt, welches den eigentlichen Datenstrom enthält. Und die Differenz von PD1 und PD2 wiederum wird zur Erzeugung des Fokus-Abweichungssignals benutzt und in das Fokus-Servo zum Nachregeln eingeführt. Das "PD" in diesen Bezeichnungen steht tatsächlich ebenfalls für "Photodiode", aber gemeint ist hier damit, dass es eine Summe von mehreren einzelnen Photodioden aus dem Photodioden-Array im PDIC ist.

Es gibt übrigens noch einen weiteren Artikel zu dem Lasercoupler der PS2: https://www.jsap.or.jp/jsapi/Pdf/Number03/CuttingEdge2.pdf

Auch da wird die Monitoring-Photodiode nur am Rande erwähnt. Das liegt einfach daran, dass die für den erfahrenen Leser nichts besonderes ist, denn so eine Monitoring-Photodiode haben Halbleiter-Laserdioden eigentlich schon immer gehabt, weil die Leistung von Halbleiter-Lasern einfach so extrem stark von der Umgebungstemperatur, dem Alter und anderen Einflüssen abhängt und fortlaufend nachgeregelt werden muss. Aber immerhin WIRD sie hier erwähnt.

Interessant ist, dass Sony schon bei den letzten SCPH-5XXXX Konsolen (die mit Mitsumi-Laufwerk) wieder konventionelle Laser (wo die Laserdiode + ihre Monitoring-Photodiode getrennt vom PDIC sind) eingesetzt hat, genau wie anschließend auch bei allen Slims. Grund dafür könnte evtl. eine Art Rechtsstreit zwischen dem Erfinder des 2-Wavelength-Lasercoupler und Sony über Patente und ähnliches sein. Jedenfalls blieb die PS2 so ziemlich das einzige Sony-Gerät, das so einen kombinierten Lasercoupler für CD und DVD in einem genutzt hat, und auch die PS2 bekanntlich nur von 2000 bis 2004.

PS: der Sanyo SF-HD7 nutzt ebenfalls den gleichen Sony-Lasercoupler, keine Sanyo-Eigenentwicklung

PPS: Einen KHS-400R gab es nie; das ist eine von der Szene erfundene Bezeichnung für den SF-HD7, weil der zum ersten mal in SCPH-3000xR Konsolen entdeckt wurde, und die damaligen Revisionen vom SF-HD7 ihre tatsächliche Modellnummer ziemlich versteckt hatten. Heute weiß man, dass sich das R der PS2-Modellnummer einfach nur darauf bezieht, dass eine DVD-Player-Version mit Unterstützung für die Fernbedienung vorinstalliert ist und nicht erst per DVD-Player-Update nachinstalliert werden muss.

PPPS: Beim SF-HD7 ist der Laserstrom auch aufgedruckt, allerdings versteckter.
Bei frühen SF-HD7 so: https://s20.directupload.net/images/241225/5euhdl9d.jpg
Bei späten SF-HD7 so: https://s20.directupload.net/images/241225/wewxwxu7.png
Sanyo gibt hier zwar keine Nachkommastellen an, allerdings sind die eh irrelevant weil die natürlichen Schwankungen bereits viel größer als die Nachkommastellen sind. Die gleiche Art, den Laserstrom zu kennzeichnen, verwendete Sanyo auch bei anderen von ihnen produzierten Lasern, weshalb sie "offen" in Datenblättern dokumentiert war.

Takeshi

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 13:26:21PD1 und PD2 werden summiert zur Erzeugung des RF-Signals benutzt, welches den eigentlichen Datenstrom enthält. Und die Differenz von PD1 und PD2 wiederum wird zur Erzeugung des Fokus-Abweichungssignals benutzt und in das Fokus-Servo zum Nachregeln eingeführt.

Ja, das geht auch aus der von mir angehängten PDF hervor. Deshalb hatte mich das so gewundert. Trotzdem ist mir nicht klar, welcher Pin das von dem Baustein sein soll, denn die beiden Dice werden darüber rausgeführt. Vermutlich ist das dann Im, oder?

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 13:26:21Interessant ist, dass Sony schon bei den letzten SCPH-5XXXX Konsolen (die mit Mitsumi-Laufwerk) wieder konventionelle Laser (wo die Laserdiode + ihre Monitoring-Photodiode getrennt vom PDIC sind) eingesetzt hat, genau wie anschließend auch bei allen Slims

Ich ging immer davon aus, dass alle Laser der dicken PS2s den gleichen LD-Baustein verwendet haben. Dem ist also nicht so?

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 13:26:21PS: der Sanyo SF-HD7 nutzt ebenfalls den gleichen Sony-Lasercoupler, keine Sanyo-Eigenentwicklung

Das war mir sogar schon bekannt, denn ich hab früher sogar mal erfolgreich den LD-Baustein von einem KHS-400C auf einen SF-HD7 umgelötet, weil kein Ersatz-Laser verfügbar war.

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 13:26:21PPS: Einen KHS-400R gab es nie; das ist eine von der Szene erfundene Bezeichnung für den SF-HD7, weil der zum ersten mal in SCPH-3000xR Konsolen entdeckt wurde, und die damaligen Revisionen vom SF-HD7 ihre tatsächliche Modellnummer ziemlich versteckt hatten.

Dass der "KHS-400R" und der SF-HD7 abgesehen von der Plastikabdeckung mehr oder weniger baugleich sind, war bekannt. Ich dachte aber tatsächlich, dass Sanyo im Auftrag für Sony eine Lasereinheit produziert und sie nach Sonys Vorgaben KHS-400R getauft und später unter eigenem Namen verkauft hat. Es war schon auffällig, dass die Namensgebung Sony-typisch war und nicht zu Sanyo passte. Und woher man die Bezeichnung "KHS-400R" wusste, obwohl die nirgendewo stand, hatte ich mich damals schon gefragt.

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 13:26:21PPPS: Beim SF-HD7 ist der Laserstrom auch aufgedruckt, allerdings versteckter.
Bei frühen SF-HD7 so: https://s20.directupload.net/images/241225/5euhdl9d.jpg
Bei späten SF-HD7 so: https://s20.directupload.net/images/241225/wewxwxu7.png

Ach hier, danke für die Bilder.

nino

Zitat von: Takeshi am 25. Dezember 2024, 17:43:35Ich ging immer davon aus, dass alle Laser der dicken PS2s den gleichen LD-Baustein verwendet haben. Dem ist also nicht so?
Korrekt; die späten, J-Chassis, SCPH-5XXXX Konsolen nutzen einen Mitsumi-Laser (genauer: einen ganzen Laufwerksmechanismus von Mitsumi), der elektrisch bereits weitgehend den Slim-Laufwerken entspricht, nur mechanisch nicht. Und der benutzt nicht den Sony-Lasercoupler, sondern voneinander getrennt eine 2-wavelength-Laserdiode (inkl. Monitoring-Photodiode) und PDIC. Genau wie bei "konventionellen" DVD-Lasern.

Zitat von: Takeshi am 25. Dezember 2024, 17:43:35Trotzdem ist mir nicht klar, welcher Pin das von dem Baustein sein soll, denn die beiden Dice werden darüber rausgeführt. Vermutlich ist das dann Im, oder?
PD1 und PD2 haben doch jeweils eigene Pins mit genau dem Namen. I_m ist, wenn mich nicht alles täuscht, tatsächlich das Signal der Monitoring-Photodiode.

Zitat von: Takeshi am 25. Dezember 2024, 17:43:35Dass der "KHS-400R" und der SF-HD7 abgesehen von der Plastikabdeckung mehr oder weniger baugleich sind, war bekannt.
Vom SF-HD7 gibt es mehrere Revisionen, mit unterschiedlichen Abdeckungen und auch unterschiedlichen Gehäusen etc. Auch das Design vom Flex-PCB hat sich mehrmals geändert. Solche Änderungen gab es allerdings auch bei Sony-Lasern des gleichen Modells fortlaufend; die sind nur weniger aufgefallen. Allein vom KHS-400C sind mir 14 (!) verschiedene Revisionen bekannt. Vom SF-HD7 sind es bisher 9. Und auch vom Lasercoupler selbst gabs verschiedene Revisionen, die allerdings weitgehend miteinander kompatibel zu sein scheinen. Unterschiede gibts da ggf. im Polarisationsfilter, der zum jeweiligen Linsensystem passen muss (von KHS-400B und KHS-400C gibt es ja jeweils Varianten mit weißen Linsen, genannt T487, und mit gelben Linsen, genannt T609K).

Takeshi

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 20:35:00Korrekt; die späten, J-Chassis, SCPH-5XXXX Konsolen nutzen einen Mitsumi-Laser (genauer: einen ganzen Laufwerksmechanismus von Mitsumi), der elektrisch bereits weitgehend den Slim-Laufwerken entspricht, nur mechanisch nicht. Und der benutzt nicht den Sony-Lasercoupler, sondern voneinander getrennt eine 2-wavelength-Laserdiode (inkl. Monitoring-Photodiode) und PDIC. Genau wie bei "konventionellen" DVD-Lasern.
Ach so, du meinst dieses Modell. Ich dachte du meintest die KHS-400C und SF-HD7 in den SCPH-500xx. Das würde gleich mit erklären, warum Sony in den letzten dicken Konsolen noch einen völlig anderen Laser verbaut hat. Ich hielt das erst für einen Feldtest, bevor die Slim auf den Markt kommt. Aber das ist logischer.

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 20:35:00PD1 und PD2 haben doch jeweils eigene Pins mit genau dem Namen. I_m ist, wenn mich nicht alles täuscht, tatsächlich das Signal der Monitoring-Photodiode.
Ich meinte ja auch nicht, dass ich nicht wüsste, wo PD1 und PD2 liegen, sondern wo die Photodiode liegt. Und das wäre dann Im.

Zitat von: nino am 25. Dezember 2024, 20:35:00Vom SF-HD7 gibt es mehrere Revisionen, mit unterschiedlichen Abdeckungen und auch unterschiedlichen Gehäusen etc. Auch das Design vom Flex-PCB hat sich mehrmals geändert. Solche Änderungen gab es allerdings auch bei Sony-Lasern des gleichen Modells fortlaufend; die sind nur weniger aufgefallen. Allein vom KHS-400C sind mir 14 (!) verschiedene Revisionen bekannt. Vom SF-HD7 sind es bisher 9. Und auch vom Lasercoupler selbst gabs verschiedene Revisionen, die allerdings weitgehend miteinander kompatibel zu sein scheinen. Unterschiede gibts da ggf. im Polarisationsfilter, der zum jeweiligen Linsensystem passen muss (von KHS-400B und KHS-400C gibt es ja jeweils Varianten mit weißen Linsen, genannt T487, und mit gelben Linsen, genannt T609K).
Gut, das ist dann eher eine Definitionsfrage. Ich hatte bei unterschiedlichen Linsenfarben oder Farben des FPC-Clips nicht an eine andere Version gedacht, aber an sich hast du schon Recht. Eine andere Abdeckung ist nur auffälliger, aber letztendlich ähnlich relevant.

nino

Ich erwähnte zuvor, dass schon die allerersten SF-HD7 den "HD7"-Aufdruck hatten, nur versteckter. Nur leider hatte ich vergessen, ein Foto davon anzuhängen.

Das hier ist ein sehr früher HD7 aus einer F-Chassis (GH-15, "v5") SCPH-30004R von 2001, mit Metallbasis und der kleinen Plastikabdeckung, wie er gemeinhin als "KHS-400R" bezeichnet wurde. Ist nur schwer zu sehen, weil es eben ins Metall vom Linsen-Aktuator eingestanzt ist, anstatt prominent oben auf dem Plastik zu sein.

Hier der HD7-Aufdruck: https://s20.directupload.net/images/241228/f3kd75xv.jpg
Und hier ein Foto vom gesamten Laser-Pickup: https://s20.directupload.net/images/241228/dwfmxv7u.jpg