CECHG04 mit kurzem YLOD ohne (messbaren) Kurzschluss

Begonnen von filtrator, 11. September 2014, 21:38:36

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filtrator

Hallo allerseits,

ich habe hier eine v3, die ich aus meinem Sammelsurium aus eBay-Schrott zusammengebaut habe.
Sie hatte anfangs einen "normalen" (langen) YLOD, den ich per Reflow (mit FL88 FLUXI) nach Variante 1 mit IR-Thermometer wieder behoben habe. Danach habe ich einen Downgrade durchgeführt, eine CFW aufgespielt und einen Remarry mit einem Laufwerk aus der Grabbelkiste durchgeführt (was für ein Alptraum... andere Geschichte). Die ganze Tortour hat die Konsole ohne Murren weggesteckt. Anschliessend lief sie ca. 2 Monate unauffällig (ausschließlich als Streaming-Client für Amazon-Filme), bevor sie begann, nach immer kürzeren Laufzeiten einfach auszuschalten (*piep,piep,piep*-rot). Zum Schluß bin ich beim kurzen YLOD angelangt. Der Lüfter hat während der ganzen Zeit nie auffällig hochgedreht, es gab nie Grafikfehler oder Aufhänger.
Also dachte ich: Spannungsversorgung. Konsole geöffnet, Netzteil von den beiden Haupt-Pins abgezogen, Multimeter dran und eingeschaltet. 12 V waren kurz da. Scheint also korrekt zu laufen.
Dann alle Sicherungen durchgemessen - alle wie sie sein sollen (Takeshi, brauchst Du übrigens Bilder von dem SEM-001 und den Sicherungen für Deine Tut-Abteilung? Wenn es schon mal offen vor mir liegt...).
Was mich allerdings stutzig macht: Hier auf der Seite steht, zwischen den den beiden Haupt-Pins des Netzteils auf der Hauptplatine soll ein nicht all zu niedriger Widerstand messbar sein - bei mir ist er allerdings unendlich. Ist das ein Hinweis? Wenn ja, worauf?

Was wäre der nächste Schritt? Einen nochmaligen Reflow (ja und wenn, von was: RSX oder Cell?) möchte ich nur als letzte Möglichkeit in Betracht ziehen, wenn alles andere unwahrscheinlich ist. Schließlich werden die Lötstellen davon auch nicht besser...

Gruß

filtrator

Dragoon


Takeshi

Zitat von: Dragoon am 12. September 2014, 00:51:53
hochohmig = defekt  ::)

Woher hast du den Quatsch denn? Das kann man so allgemein gar nicht sagen. Und bei den Anschlüssen für 12 V ist es definitiv falsch.

Nun aber zum Problem. Was deine Konsole im Betrieb gemacht hat (Piepsen, blinkt rot) ist ein YLOD. Und das Unwahrscheinlichste für einen sporadisch auftretenden YLOD ist ein Fehler in der Spannungsversorgung. Das deutet eher sehr stark auf BSJF hin. Ich vermute daher auch mal, dass du dich mit dem kurzen YLOD vertust, das ist ein normal langer.

Heißt, auf jeden Fall Reflow. Da die ganze Prozedur einen kurzen Erfolg gebracht hat, war etweder der Reflow nicht gut bzw. die Kontakte irgendwo ganz unglücklich defekt, oder aber es ist der Cell, der hat einen Hauch von Reflow gewesen und das hat für das kurze Erfolgserlebnis gereicht. Ich würde rein vom Gefühl beim Cell ansetzen. Du kannst aber noch mal gucken, ob die Festplatten-LED beim Einschalten kurz blinkt.

filtrator

Zitat von: Dragoon am 12. September 2014, 00:51:53
hochohmig = defekt  ::)

Nun ja, wenn vorher (erschwerter) Durchgang war und jetzt ist keiner mehr, dann ist wohl irgendwas unterbrochen. An den Sicherungen liegt's wie oben beschrieben schon mal nicht. Also mache ich eben nochmal einen Reflow, dieses Mal RSX und Cell, nach Methode 3. Mir fehlt zwar der Oberflächen-Temperaturfühler, aber mit angenommenen 30°C Unterschied ohne Heißluftföhn kann man sich den Rest schon zusammenreimen. Ich brutzle und berichte...


Takeshi

Leute, was erzählt ihr für einen Quatsch? Da ist gar nichts unterbrochen.

Wichtig beim Cell ist, der IHS muss ab. Mit IHS kannst du dir den Reflow sparen, denn der bringt an den Lötstellen dann gar nichts, zieht aber die Wärmeleitpaste erheblich in Mitleidenschaft und schädigt eventuell sogar den Cell.

Am besten klebst du auf den Die des Cells (beim RSX nicht!) noch Kapton-Tape. Dann ist der Die etwas geschützt.

filtrator

Zitat von: Takeshi am 12. September 2014, 15:46:29
Leute, was erzählt ihr für einen Quatsch? Da ist gar nichts unterbrochen.

Ist das unlogisch? Angenommen ich habe als Sollwert einen Durchgang von 500 Ohm zwischen zwei Kontakten und messe nun aber einen unendlichen Widerstand, dann liegt nach meiner Logik eine Unterbrechung vor. Das kann eine durchgebrannte Sicherung sein, ein durchgegrillter Widerstand oder eine kalte (gerissene) Lötstelle. Letzteres ist es ja, was auch den Reflow notwendig macht.
Das mag jetzt von der Beschaltung der 12V-Pins auf der Hauptplatine unwahrscheinlich bis unmöglich sein (dazu kenne ich mich mit Elektronik zu wenig aus), entbehrt aber nicht einer gewissen Logik...

Aber trotz allem danke für den Tip mit dem Die. Ich werde ihn schützen so gut es eben geht. Ich werde ihn mit dem Heißluftföhn auch aussparen, da ist eh keine Hauptplatine drunter.

Jetzt wird erstmal getempert...

Takeshi

Der Punkt ist, so eine PS3 besteht nicht aus einer Sicherung und einem Widerstand, sondern aus hunderten bis tausenden von Bauteilen, darunter viele Halbleiter (nicht linear). Da funktioniert die Logik nicht mehr so einfach, weil das Gerät nicht mehr so einfach ist.
Ich messe da jetzt 5 kΩ. Allerdings ist der Widerstand sicherlich spannungsabhängig und dann sagt er eben auch nicht viel aus. Du kannst ja mal grob überschlagen. Die PS3 zieht so 150 W, sagen wir mal das Mainboard 120 W. Bei 12 V sind das 10 A, macht einen Ersatzwiderstand von 1,2 Ω. Und wir reden hier von kΩ. Die Last wird erst zugeschaltet, wenn die Konsole läuft. Mit schlechten Lötstellen unter einem BGA hat das auch rein gar nichts zu tun, denn, da sitzen ja noch Schaltregler davor und über die Verbindung der Signalanschlüsse sagt es erst recht nichts aus.
Der Widerstand ist jedenfalls total wayne. Nur, wenn er sehr niedrig ist, deutet das auf einen Kurzschluss hin, der da nicht hingehört. Um nichts anderes geht es.

Dann viel Erfolg ;)

filtrator

Schlechte Nachricht.
Reflow an RSX und Cell gemacht, bin bis 220 °C (gemessen per IR) gegangen. Allerdings hat es nichts gebracht. Zumindest beim RSX ist der Lötzinn definitiv geschmolzen, habe ich beim leichten anstupsen mit der Pinzette gemerkt. Den Cell habe ich gleich anschließend genauso behandelt (ohne stupsen).
Ich denke doch, dass es ein kurzer YLOD ist. Ich habe nochmal die Videos synchron mit meiner PS laufen lassen, der kurze im Film läuft zu 100% synchron mit meiner Konsole.
Das Festplattenlicht blinkt übrigens beim einschalten kurz auf - vor wie nach dem letzten Reflow.

Macht es Sinn bspw. noch einen Reflow an der Southbridge zu versuchen?
Andernfalls werde ich dann eben das nächste Board (V2) aus der Grabbelkiste holen und einen neuen Streaming-Client zusammenkloppen. Solange die Kiste NANDs hat...

Danke übrigens für die gute Erklärung wegen des Widerstandes. Es ist eben doch etwas komplexer, als mit meinem Feld-, Wald- und Wiesen-Verständnis aus der Schulzeit zu erfassen...  ;)

Takeshi

Das hab ich noch gar nicht gehabt, dass es ein kurzer YLOD ist und trotzdem die Festplatten-LED aufblinkt. Dachte die Zeit wäre dafür auch zu kurz.

Denke ein Reflow der SB macht wenig Sinn. Hast du Flussmittel für den Reflow benutzt?

Zitat von: filtrator am 12. September 2014, 23:04:58
Danke übrigens für die gute Erklärung wegen des Widerstandes. Es ist eben doch etwas komplexer, als mit meinem Feld-, Wald- und Wiesen-Verständnis aus der Schulzeit zu erfassen...  ;)

Ja, das ist wirklich etwas komplexer. Aber nicht falsch verstehen, ich erwarte nicht, dass das jeder versteht, bis ins letzte Detail verstehe ich das auch nicht.

filtrator

Hallo nochmal,

ja, Flussmittel habe ich verwendet. Dieses FL88 Fluxi das ich oben schon erwähnt habe.
Zur Verdeutlichung mal das hier:

Klich mich

Sieht für mich mausetot aus.  :(

Aber noch ein Reflow kann die Situation ja nicht verschlimmern...

Takeshi

Ach stimmt, das hatte ich vergessen.

Und ja, das ist echt ein kurzer. Der kommt ja, wenn was Wichtiges schon so gar nicht läuft, wie zum Beispiel die Spannungsversorgung. Aber das passt halt nicht damit zusammen, dass die mal geht (ging) und mal nicht.

filtrator

Naja, vermutlich ist das Ding schlichtweg kaputt  ;)
Weiter Aufwand lohnt nicht, da ich ja noch die V2 habe, die (vermutlich) nur einen Reflow benötigt.
Diese V3 wandert jetzt in mein Ersatzteilarsenal. 
Meine Hauptkonsole (auch eine V3) läuft schon seit 5 Jahren störungsfrei. Solange die tut, ist die Welt ja in Ordnung  ;D
Und wenn alle Stricke reißen gibt's weitere YLODs ja wie Sand am Meer in der Bucht...

Trotzdem danke für die Unterstützung!