[Sammeltopic] PS3 Kühlung

Begonnen von darex, 22. April 2012, 21:21:19

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grave_digga

Also leise ist Stufe 2-3 würd ich sagen.
<- Der da ist gerne hier. :)

Takeshi

Ich fall hier gleich vom Glauben ab. Hab eine v2 hier, die IHS sind runter, mit GANZ wenig Wärmeleitpaste auf dem Kühlkörper aufgebracht und dann Board rein, OHNE Wärmeleitpaste zwischen Cell/RSX und den IHS. Wollte nur testen, ob die PS3 noch einen YLOD zeigt, aber hatte keine Lust die ganze WLP danach wieder zu entfernen. Man kann die PS3 ja auch komplett ohne Kühlkörper und IHS so ein bis zwei Sekunden laufen lassen kann, wenn man die danach sofort hart abschalt, nur war mir das Risiko dann doch zu groß und so, dachte ich, müsste die Kühlung ja minimal besser sein, so dass die vielleicht 3 bis 5 Sekunden läuft. Tja, da habe ich mich geirrt. Die PS3 lief bestimmt eine Minute, ohne, dass der Lüfter überhaupt hochgedreht hat! Ich bin eh gerad dabei das mit der Kühlung bzw. Wärmeleitpaste alles noch mal etwas zu überdenken, aber jetzt erst recht.

Gut ist das auf Dauer so sicher trotzdem nicht, empfehle ich also keinem nachzumachen, das geht vielleicht für 10 Sekunden, danach sollte man die aber wieder abschalten.

Jetzt wird es etwas physikalisch und theoretisch, aber ich hoffe, mir kann jeder folgen.

Ich glaube langsam, viel wichtiger als die Wärmeleitfähigkeit ist der Anpressdruck, die Viskosität und doch ein wenig die Menge der Paste. Der Anpressdruck wirkt immer nur auf die Fläche, auf der sich Paste befindet, da ringsherum ein Luftspalt ist. Wichtig ist ja bekanntlich, wie dick die Schicht der Paste ist (und die Fläche, über die die Wärme geleitet wird). Dabei sollte gelten, dass die Wärmeleitung (der Wärmewiderstand) sich halbiert (verdoppelt), wenn die Schicht doppelt so dick wird. Bei der Verdoppelung der Fläche ist es genau umgekehrt, dabei verdoppelt (halbiert) sich die Wärmeleitfähigkeit (der Wärmewiderstand).
Die Schichtdicke wird vom Druck (und der Viskosität) bestimmt. Dabei darf man aber nicht Kraft mit Druck verwechseln, Druck ist nämlich Kraft pro Fläche. Was viele mit Anpressdruck meinen, ist genau genommen nämlich eine Anpresskraft. Der Druck ist also um so größer, je kleiner die Fläche ist. Wird weniger Paste in der Mitte aufgetragen, ist bei einer gewissen Dicke die Fläche kleiner, der Druck also größer, sprich die Schicht wird dünner gepresst -> Weniger Wärmeleitpaste sorgt also doch für eine dünnere Schicht. Das ist dann aber auch noch nicht alles.
Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, in welchem Verhältnis Dicke und Druck stehem. Ich glaube (und glauben ist nicht wissen), dass der Druck antiproportional zur Dicke steht, sprich doppelter Druck, halbe Dicke, vierfacher Druck, viertel Dicke usw., was einem 1/x-verlauf entsprechen würde, sondern dass man mehr Druck braucht. Vielleicht kann mir das ja einer beantworten.
Wenn es antiproportional ist, hieße das, dass bei jeder Menge bei gleichem Druck der Wärmewiderstand gleich wäre. Aber selbst dann wäre weniger besser, da sich bei der Fläche zwischen IHS und Kühler die Hitzequelle in der Mitte befindet. Die Dicke ist also da wesentlich wichtiger als die Fläche drum herum. Weniger ist da also definitiv mehr. Beim Über von IHS zum Die ist es anders. Es ist unabhängig von der Menge (solange man ausreichend nimmt) immer die Fläche des Dice bedeckt, drum herum ist der Abstand viel größer, weil der Die ja höher liegt. Ergo ist da die Menge egal, Hauptsache es reicht aus, um die ganze Fläche zu bedecken. Es kann ruhig mehr rein, das macht die Wärmeleitung nicht schlechter.

Nun werde ich mich mal wieder auf die Suche nach neuer Paste machen. Ich bin mir aber schon mal recht sicher, dass die Arctic Silver 5 nicht viel besser als die billige Amasan T12 ist, weil die Arctic Silver viel zu fest ist. Das ändert sich zwar mit der Hitze, aber auch bei der Amasan T12.
Jetzt heißt es eine Paste zu finden, die annähernd eine Wärmeleitfähigkeit wie die Arctic Silver 5 hat, aber viel dünnflüssiger ist. Ich hab da schon öfter welche in Konsolen gesehen (meistens die, die total dumm verbastelt sind :aua), die aussieht wie feinstes Metallpulver (vorallem, wenn man es mit Isopropanol verdünnt) mit etwas Flüssigkeit. Aufgetragen sieht es aus wie eine homogene metallische Fläche. Vielleicht weiß ja einer, was das für eine ist, denn die ist auch sehr flüssig.

grave_digga

#17
Ich kann Dir mal eine Probe schicken von der Paste welche die XBox Experts nehmen. Das ist relativ flüssige Silikonpaste, macht auch einen guten Eindruck. Klick. Gibts im Wholesale natürlich deutlich günstiger...

[Edit]

Mist, gerade gesehen, ist nur gut geeignet für Xbox, Playstaion ;)

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<- Der da ist gerne hier. :)

Takeshi

Ja, wäre sicher nicht schlecht. Ich muss mir noch passende testbedingungen basteln, dann teste ich die gern mal.

Edit: Argh, so ein Mist aber auch :D

grave_digga

Die Dosierung finde ich auch ganz gut mit der Spritze und wenn diese leer sind kann man ganz toll Amasan einfüllen.  ;D
<- Der da ist gerne hier. :)

DoggyDog

Wäre für den Test nicht diese Liquid-Metal-Paste was? Die V2 hat ja noch einen Kupfer beschichteten Kühlkörper, bei Alu wäre die natürlich gefährlich!

grave_digga

Ist halt wenig aussagekräftig wenn man das nur bei einem (bzw. 2) Modell(en) andwenden könnte.
<- Der da ist gerne hier. :)

Takeshi

Die hab ich doch mal (grob) getestet. Ergebnis: Nicht wirklich besser als die Amasan T12, schlechter als die Arctic Silver. Ich würde mal gehaupten, das Zeug taugt nichts, lässt sich aber super verkaufen. Ich vermute mal ein großes Problem sind Lufteinschlüsse. Denn du hast da ja solche Pads, die sind flach, nie 100%ig eben (und wenn, ist es der Kühlkörper nicht, deshalb ja überhaupt die Paste), was Lufteinschlüsse mit sich bringen kann und das ist ganz schlecht. Wenn du dagegen flüssige Paste hast, kannst du die in der Mitte als Klecks auftragen, da gibt es keine Einschlüsse (siehe Video auf der Page). Daher suche ich eher nach einem ähnlichen Zeug, das aber nicht fest, sondern flüssig ist.

Testen will ich das auch bei einer einzigen Konsole, die auch den Lüfter nicht selbst ansteuert, da soll der Lüfter ein externes Signal bekommen, damit der Wärmewiderstand zur Lüft konstant ist. Mit einer CFW kann man dann ja super die Temperatur ablesen und damit die Qualität der Paste beurteilen.

grave_digga

Dann schicke ich Dir nächste Woche eine Spritze zu, dann kannst Du mal testen.
<- Der da ist gerne hier. :)

Takeshi


DoggyDog

Diese Liquid-Metal-Paste gibt es ja als Pad und auch "Flüssig" als Paste oder wie man das Bezeichnen kann...

Takeshi

Dann sind es ja aber keine Pads mehr :P
Oder meinst du sowas wie Wärmeleitpads, so in Form gebrachte Paste? Die bringen dann auch keinen Vorteil, weil dann ebenfalls eine breite Fläche aufgetragen wird. Es muss ja ein dicker Klecks in der Mitte sein.

grave_digga

Zitat von: Takeshi am 30. März 2013, 16:19:20
Danke dir!

Nicht zu früh. ;) Notiz an mich: Ein Briefchen für Takeshi vorbereiten damits am Dienstag los kann.
<- Der da ist gerne hier. :)

DoggyDog

Zitat von: Takeshi am 30. März 2013, 19:59:26
Dann sind es ja aber keine Pads mehr :P

Zitat von: Takeshi am 30. März 2013, 10:57:42
Die hab ich doch mal (grob) getestet. Ergebnis: Nicht wirklich besser als die Amasan T12, schlechter als die Arctic Silver. ... Denn du hast da ja solche Pads, die sind flach, nie 100%ig eben (und wenn, ist es der Kühlkörper nicht, deshalb ja überhaupt die Paste), was Lufteinschlüsse mit sich bringen kann und das ist ganz schlecht. Wenn du dagegen flüssige Paste hast, kannst du die in der Mitte als Klecks auftragen, da gibt es keine Einschlüsse (siehe Video auf der Page). Daher suche ich eher nach einem ähnlichen Zeug, das aber nicht fest, sondern flüssig ist.


Ich verstehe die Welt nicht mehr  :???

Takeshi