Vor dem Basteln lesen: Umgang mit elektrischem Strom

Begonnen von RalleBert, 07. Dezember 2010, 00:25:48

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RalleBert

Manche Bastelei kommt eventuell nicht mit ungefährlichen Spannungen aus, nicht jeder hat einen Sicherheitstrenntrafo im Keller und leider sind noch sehr viele Wohnungen nicht mit Fehlerstromschutzschaltern ausgerüstet. Daher ist mit dem Umgang von "normalem" Steckdosenstrom wirklich Vorsicht geboten - Stomschläge können ernste gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod haben!

Bevor irgend etwas elektrisches geöffnet wird - Stecker raus!

Viele Geräte mit (Schalt-)Netzteilen haben Kondensatoren im inneren. Das sind Ladungs(also Energie-)speicher, die eine Restladung auch nach ausstecken des Gerätes beinhalten können. Das kann bei berühren ebenso einen Stromschlag geben, auf einer leitenden Unterlage evtl. Bauteile durch Kurzschluss zerstören. Deshalb sollte man das Gerät / die Schaltung ein paar Minuten (5-10) ausgesteckt liegen lassen.


Kann irgend etwas nicht ausgesteckt werden - Sicherung raus!

Nach dem Ausschalten der Sicherung sollte unbedingt die Spannungsfreiheit mit einem "geeigneten" Meßgerät kontrolliert werden. Ein "geeignetes" Meßgerät ist nicht: Finger, Phasenprüferschraubenzieher(-dreher), bei Spannung aufleuchtende Stife (Voltpen), Stückchen Draht zum überbrücken usw. Es soll, wenn möglich, ein zweipoliges Meßinstrument (hört sich schlimmer an, als es ist) verwendet werden: Ein Multimeter (für Messungen bis mind. 550 Volt AC geeignet!), ein "Duspol ®" oder ähnliches.

Die gibt es auch in der günstigen Variante (Baumarkt) ab 10€ - Dein Leben ist mehr wert!


Muß etwas ausnahmsweise in offenem Zustand mit berührbaren, leitenden Teilen (230V) betrieben werden: freilaufende Tiere und Kinder ausquartieren, an Steckdose mit FI anschließen!

Das ist kein Jux oder etwas in der Art sonder voller ernst. Wenn im Haus/Wohnung ein Fehlerstromschutzschalter (FI) [mit Auslösefehlerstrom von 30 Milliampere (mA) oder weniger] eingebaut ist (Sicherungskasten, Zählertafel), auf jeden Fall an eine Steckdose mit FI anschließen! Bei vielen Wohnungen ist das Badezimmer mit FI abgesichert. Wenn kein FI im Haus ist, können im Baumarkt oder Fachhandel "Pesronenschutz-Zwischenstcker" erworben werden, die erfüllen den selben Zweck, wie fest eingebaute FI´s, sichern jedoch nur den eingesteckten Verbraucher ab! Vorher auf alle Fälle die Prüftaste drücken, der Fi muß sofort auslösen. Eventuell spannungsführende Teile (z.B. Leiterplattenunterseite) müssen auf einer isolierenden Unterlage liegen, damit es nicht zu Kurzschlüssen kommt und Beschädigungen vermieden werden oder andere Teile (Metallrahmen vom Tisch, Metallabschlussleiste von der Werkbank usw.) elektrisiert werden.

       
So in etwa sieht ein FI im                      Ein FI "Personenschutz-Zwischenstecker"
Sicherungskasten aus, achte auf
die "Test-Taste" und die mA Angabe


Trenntrafos mit 230V Ausgang sind teuer und daher für den normalen Bastler nicht von belang. Für gefahrloses Experimentieren (z.B. Kinder) können Spielzeugtrafos verwendet werden, die folgendes Symbol tragen:

Diese geben eine ungefährlich kleine Spannung ab, sind Kurzschlussfest und galvanisch getrennt. Das heisst, das die 230V auf der Primärseite keine leitende Verbindung mit der Kleinspannung der Sekundärseite haben. Es gibt Spartrafos und elektronische Trafos, z.B. für Halogenbeleuchtungen, die auch "ungefährliche" 12 Volt abgeben, aber eine Sparschaltung beinhalten, bei der unter Umständen ein 230 V Potential an der Sekundärseite des Trafos anliegt. Diese sind zum Experimentieren absolut nicht geignet! Auch ein normaler Ringkerntrafo ist nur eingeschränkt brauchbar, da er ohne weitere Sicherung im Kurzschlussfall sehr heiß werden kann, bis zum Brand.

Arbeiten an elektrischen Anlagen (Sicherungskasten usw.) sind nichts für den "Hobbybastler"! Das muß ein Fachmann vor der Inbetriebnahme prüfen und abnehmen.


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hide

selbst Verhältnismäßig kleine Stromstärken können gefährlich sein. 0,3s bei 200mA Körperstrom kann schon Herzkammerflimmern auslösen und 500mA bei <0,1s reicht locker zum sterben.

Dieses Diagramm stellt die Auswirkungen des Stromes in Abhängigkeit von der Zeit dar.




RalleBert

Zitat von: hide am 24. Dezember 2010, 00:01:32
selbst Verhältnismäßig kleine Stromstärken können gefährlich sein.

Und es ist ausschließlich die Stromstärke, die Einwirkzeit ist bald vernachlässigbar, Spannung ist total egal. Daher ist ja auch ein "normaler" FI als Personenschutz mit 30 mA ausgeführt, Whirlpools aus dem Baumarkt haben einen Stecker mit FI dran, der bei 10 mA Fehlerstrom auslöst. Nebenbei ist ein FI vorbeugender Brandschutz und bei Neuanlagen oder Erweiterung von Bestandsanlagen vorgeschrieben (gewisse Ausnahmen möglich).

Ist das Diagramm von Tehalit? Kenn ich irgendwoher  ;D

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hide

das Diagramm ist von hier, in meinem Skript für Normen- und Sicherheitstechnik ist so ziemlich das gleiche Diagramm drin, daher hab ichs  ;D

RalleBert

Zitat© 2010 Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Hager + Tehalit ist eins (irgendwie)

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Takeshi

Ja, kleine Ströme sind gefährlich, aber Ströme sind immernoch die Wirkung, Spannung die Ursache. Damit diese kleinen Ströme fließen können, muss man eine hohe Spannung haben oder einen sehr geringen Übergangswiderstand am Körper.

Oder anders gesagt, mit einem 12V 30A Netzteil kannst du keinen umbringen, da der Strom bei 12V nicht fließen würde.

Dann ist auch noch der Innenwiderstand der Spannungsquelle wichtig. Ist der sehr groß, dann sind auch 100kV ungefährlich, da die Spannung dann ja einbricht.

hide

das hohe Spannungen nicht zwingend Gefahren für den Körper birgen, merkt man ja an piezoelektrischen Effekten (Elektrofeuerzeug speziell) oder statischen Entladungen.

Aber hier soll dem Laien ja zur Vorsicht gemahnt werden.  ;D

Takeshi

Jo, klar. 230V reichen halt völlig aus, weil es in der Spitze 325V sind und der Innenwiderstand annähernd 0 ist.
Und das ist ja eigentlich das, wovon die Gefahren ausgehen.

Wollts nur sagen, da hier halt gemeint wird, es wäre nur vom Strom abhängig und es so rüber kommt, als sei der Strom von nichts anderem abhängig.

hide

das soll ja kein Elektrotechnik Grundkurs sein  ;D  die Wirkung von Strom auf den Körper ist schon fast ne Wissenschaft für sich.  ;D

hide


RalleBert

Grundlagen zu Elektronik gibt es ja schon auf der Page. Es ist einfach ein riesen Feld, wo soll man da einen Schnitt machen, was behandelt wird oder für andere interessant ist? Man könnte eine Umfrage machen, was gewünscht ist, sonst ist nachher die Arbeit und Ausarbeitung für die Katz. Und eine Anleitung, "Wie baue ich als Bastler meine neue Hütte ohne Handwerker" fänd ich nicht so toll...

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Zitat von: Hakan_2 am 24. Dezember 2010, 01:25:12
Kenn ich schon ;)

Es gibt mehr Informationen in der Elektrotechnik glaub mir :D

das weiß ich  ::) ich studier auch Elektrotechnik, aber was auf der Page ist reicht aus für den Anfang, wens dann gepackt hat, der kann sich mit anderen Quellen weiterbilden.

Es gibt viele gute Seiten die sich tiefergehend mit der Elektrotechnik beschäftigen, aber wenn du ein komplettes Kompendium erstellen willst, dann hau mal rein.