CECHL04 lässt sich nicht einschalten - keine LED an

Begonnen von renrew, 10. Mai 2015, 11:30:12

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

renrew

Hallo Gemeinde,

meine PS3 gab nach längerer Nichtbenutzung keinen Pieps mehr von sich.

Also zerlegt und SMPS geprüft. Sicherungen ok, 300V an Ladeelkos vorhanden aber keine 5V an CN201.
Verbaut ist ein APS-240. Da der MIP836 offenbar nicht beschaffbar ist, nicht lange gefackelt und ein neues beschafft.
Eingebaut und geht trotzdem nicht - weiterhin keine LED am Mainboard an, Leistungsaufnahme ~ bei Null.
CN201 abgezogen und erneut geprüft: +5V sind da.
Also von externem Labornetzteil Spannung strombegrenzt eingespeist - Fehler liegt auf dem Mainboard - Kurzschluss der 5V-Schiene.
Widerstand liegt so bei 2-3 Ohm.

Mainboard (1-878-196-41  Ver-001) ausgebaut.
Auf Sichtfehler geprüft - nichts offensichtliches defekt.

Kennt jemand den Fehler und das wahrscheinlich defekte Bauteil?


Takeshi

An den 5 V hab ich das noch nie gehabt, nur an den 12 V. Aber vielleicht ist es bei dir ja das Gleiche. Und zwar sind gern mal Keramikkondensatoren platt und machen einen Kurzschluss. An den 12 V ist das richtig blöd, weil da sehr viele parallel sitzen, aber an den 5 V hält sich das in Grenzen. Da würde ich einen nach dem anderen auslöten und gucken, ob der Kurze weg ist.

renrew

Danke für den Hinweis, da muss ich mich wohl durchwurschteln...

renrew

kleiner Zwischenbericht:

mit dem Labornetzteil 0,5A DC  auf die 5V-Schiene eingespeist und mit einem Aim I-prober 520 und einem TDS3054 im Rollmodus versucht, dem Strompfad zu folgen.
Das gestaltet sich ein wenig schwierig, da auch div. Bauteile ein kleines Magnetfeld haben, was die Auswertung leider stört.
Wenn die Stromquelle ein- und ausgeschaltet wird, kann man den Pfad aber identifizieren.

Dann 0,1A 50Hz Wechselstrom eingespeist. Der läßt sich gut verfolgen. Nachteil: alle Kondensatoren führen zu einem Strom.

In beiden fällen landete ich in der Nähe des Piezo-Piepsers.

Noch eine weitere Variante versucht: 1A Gleichstrom eingespeist und mit einem Fluke 80T-IR versucht, die Temperaturerhöhung zu erfassen.
Das klappte auch: normal sind auf der Platine 21-22°C zu messen. Auch hier wieder in der Ecke des Piepsers 34-38°C.

Dort befindet sich auf der anderen Seite der Platine (vermutlich) ein elektronischer Schalter/Längsregler SMD 5Pins AN3H6. Den mit Heißluft entnommen. Den kleinen Keramik-C ebenfalls.

Ergebnis: alles für die Katz. Kein defektes Bauteil erkennbar.

So wie es eben aussieht, vermute ich einen Schluss im Multilayer???  Noch nie gehabt.

...confused...

Bitte um eure Vorschläge für ein alternatives Suchverfahren.


Takeshi

Hab auch schon von jemandem erfahren, das mit der Temperatur bringt es nicht wirklich, weil die Kurzschlüsse oft sehr niederohmig sind und dann wird an der betroffenen Stelle auch nichts warm.

An einen Kurzschluss im Layer glaube ich auch nicht. Da bleibt halt echt nur stumpf auslöten und messen. Wenn es geht Zweige voneinander trennen, zur Not durch (wohl durchdachtes) Durchtrennen von Leiterbahnen. Kann man ja wieder flicken.

renrew

Ich hab' ja diverse Service-Manuals von PS3's.
Aber die vom Mainboard (1-878-196-41  Ver-001 4-Pin CN201) habe ich leider nicht.
Richtig toll wäre ein pdf mit zu-  / abschaltbaren Layern beim PCB-Layout (träum...).

Takeshi

Ne, Service Manuals gibt es nur von der v1, v2 und v3. Und die haben auch nur die äußeren Layer, aber zumindest im Schaltplan nahezu alles.

renrew

So, ich habe alles mir Mögliche versucht:

den 5V-Standby-Pfad abgesucht und überall da, wo Block-C's waren, diese ausgelötet - der Kurzschluss bleibt.

die Halbleiter in diesen Zweigen ausgelötet - der Kurzschluss bleibt.

Ich bin ratlos!!

Mit dem Aim I-prober 520 nochmals die Strompfade der 5V-Standby-Schiene verfolgt und auf die Platine gemalt. Es bleibt leider immer noch so:

wenn ich das Mainboard mit RSX/CELL nach oben hinlege, die Anschlüsse für SPDIF/HDMI/LAN liegen dann links; nun sieht man unter den Buchsen den kleinen Piepser; dann noch 2,3cm nach unten, ziemlich direkt am Platinenrand (8mm), bis hierher läßt sich der Kurzschluss-Stromfluss verfolgen.

Da die 5V-Standby-Versorgung als innerer Layer geführt wird, habe ich keine Chance, diesen irgendwo zu unterbrechen, um den Fehler einzukreisen.

Als allerletzte Möglichkeit sehe ich nur noch, die Platine in diesem Bereich von der Seite her aufzufräsen, um den vermuteten Schluß zwischen den Layern zu beseitigen.
Zwischen "kaputt" und "Schrott" gibt es da keinen großen Unterschied mehr.

Noch jemand einen hilfreichen Vorschlag?

Takeshi

Du sagst, die 5 V liegen bis nahe des Speakers. Eventuell liegt der Kurzschluss ja irgendwo in der Nähe an einem Bauteil und du kannst nicht erkennen, dass dies noch mit der 5-V-Schiene verbunden ist. Möglich? Ein Kurzschluss im PCB ist echt so unwahrscheinlich. Aber gut, ausgeschlossen ist es natürlich nie.

Ich weiß nicht mehr (hab es mal aufgefeilt), wie viele Lagen das Board hat, glaube 6. Die Chance, dass genau der Layer direkt darunter liegt, wo du aufbohrst, ist natürlich nicht so hoch.

renrew

Bevor ich loslege, noch eine Idee:
da es sich um einen Masseschluss handelt, wäre es vielleicht sinnvoll, nur in dem betroffenen Bereich die oberste und die unterste (also die jeweils erreichbaren äußersten) Lage zu entfernen, besser noch, doppelt zu unterbrechen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Fehler in der Nähe eines Via handeln könnte, halte ich für relativ groß.
Mit ein paar dicken Drahtbrücken kann man die Massebereiche dann wieder verbinden.