Lötstellen sauber trennen

Begonnen von grave_digga, 25. März 2011, 15:36:42

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grave_digga

Ich wollte mal fragen (ich denke hier ist die beste Kategorie dafür) wie man am besten Lötstellen wieder sauber trennt nachdem sie jemand anders versaut hat. Hintergrund ist folgendes Problemchen:



Nun möchte ich da (sofern ich die Box behalte) einfach die Kontakte wieder sauber nebeneinander in derselben dicke haben. Eine sehr dünne Spitze für meine Lötstation habe ich da, zutrauen würde ich mir das auch ich wollte jetzt aber erst fragen wie die "Profis" sowas handhaben. Durchgemessen habe ich das alles schon, bei zwei Kontakten siehts nicht so gut aus...
<- Der da ist gerne hier. :)

RalleBert

Vielleicht reicht es schon, die Kontakte einfach mit der Lötspitze zu "überfahren", so das alles sauber aufschmilzt und sich trennt, evtl. Flußmittel beigeben. Sonst mit Entlötlitze dabei und dann sollte es sauber werden.

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grave_digga

Also Lötfett oder Kolophonium benutzen? Entlötlitze ist natürlich auch ne gute Idee, hab leider keine da aber vielleicht der Schwiegervater. :) Ich habe bei so feinen Sachen meist das Problem das dann zwei Punkte miteinander verlaufen. Wird das durch die Entlötlitze verhindert?
<- Der da ist gerne hier. :)

RalleBert

Die Entlötlitze ist schon mehr oder weniger mit Flussmittel getränkt und "saugt" das überschüssige Lot auf.
Zitat von: grave_digga am 25. März 2011, 15:44:54
Lötfett
ist ein Schimpfwort, damit kannst Du ´ne alte Würstchendose an die Dachrinne löten, aber in der PS3 (Elektronik überhaupt) sollte Kolophonium oder eben anderes "No-Clean" Flussmittel genommen werden.
Wenn Du große Probleme hast, reinige die Spitze vor dem Löten mit dem angefeuchteten Schwamm im Lötkolbenhalter, dann streiche die Kontake mit dem Lötkolben in längsrichtung ab. Entlötlitze bekommst Du ja recht problemlos, wenn Du nicht total auf dem Land wohnst (zur Not beim Radio/Fernsehmenschen mal nett nach ein paar cm Fragenund nen € in die Kaffekasse werfen).

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grave_digga

Kolophonium habe ich da (das ist aber fest) und Entlötlitze hat sicher mein Schwiegervater da, den frag ich gleich mal. Bei großeren Lötpunkten hat Lötfett aber gut funktioniert, das waren aber so Lötpunkte die mit normalem dranhalten nicht flüssig wurden. Ich denke dafür taugts. Nicht falsch verstehen, ich löte täglich mehrmals auf der Arbeit und kann mit dem Ding ganz gut umgehen. Nur wenns eben so feine Details werden bin ich mir unsicher wie die richtige Vorgehensweise ist.
<- Der da ist gerne hier. :)

RalleBert

Lötfett ist ja auch ein Flussmittel, aber durch Säuren da drin in gewissen Grenzen nicht so toll. Du kannst ja ruhig etwas Kolophonium-"staub" darauf kratzen, aus Deinem Block, denn das ist ja sonst nur in Lösung und genau der gleiche Feststoff. Dann wird das Lot auch  schon wieder etwas duch die Oberflächenspannung getrennt, da ja auf dem Lötstop nix hält. Einfach mal mit normaler Temperatur versuchen, sollte schon klappen, wenn Du sonst mit Lötarbeiten Deine Brötchen verdienst ;)

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grave_digga

Auf der Arbeit (Steuerungsbau) muß ich meist Kabel >0,75mm² verlöten, da mach ich das mit meinem 50 Watt Lötkolben an meiner Weller WECP-20 bei 350°. Aber das ist hier wohl eher unangebracht. Habe hier dieselbe Weller Station wie auf der Arbeit und einen Lötkolben mit 50 Watt und einen mit 25 Watt. Welchen würdest Du mir empfehlen und bei welcher Temperatur? Ich vermute den 25er bei ca. 220°?
<- Der da ist gerne hier. :)

RalleBert

#7
Ich würde den 50er nehmen und gute 300-350 °C einstellen, Du willst ja zügig die Wärme rüberbringen. Mußt das Zinn ja nicht 10 Minuten kochen, bis es gar ist, es soll nur fein schmelzen. Wenn Du dir ganz unsicher bist, nimm eine alte (defekte) Grafikkarte oder was in der Art und brate darauf zum testen rum. Könnte in der PS3 mehr Temperatur als auf der GraKa brauchen, da mehr Kupferflächen im Board sind.

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grave_digga

Alles klar. Ich warte aber lieber doch noch auf die Antwort des Verkäufers, vielleicht schick ich die Kiste auch komplett zurück. Danke auf jeden Fall für die Tipps. :)
<- Der da ist gerne hier. :)

RalleBert

Kein Ding. Vielleicht gewinnst Du ja das Lötset, da ist dann auch Entlötlitze dabei ;D

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grave_digga

<- Der da ist gerne hier. :)

RalleBert

http://www.trisaster.de/forum/index.php?topic=3058.msg33381#msg33381 - Gewinnspiel

Ich glaube Takeshi sollte es auch in den Ticker schreiben - auf der Page liest wohl doch kaum einer die News...

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grave_digga

<- Der da ist gerne hier. :)

Takeshi

Zitat von: grave_digga am 25. März 2011, 16:35:49
Welchen würdest Du mir empfehlen und bei welcher Temperatur?

Mehr Leistung (Watt) ist IMMER besser. Diese Weisheit, für SMD nur Lötkolben mit kleiner Leistung zu nehmen ist riesengroßer Schwachsinn. Ich weiß nicht, welcher Honk sich den Scheiß ausgedacht hat.
Je mehr Leistung du hast, desto stabiler ist die Temperatur. Du brauchst zum Löten nur 250°C, aber wenn der Lötkolben Mist ist, musst du den auf 450°C vorheizen, da die Temperatur sonst zu tief zusammenbrechen würde. Das heißt aber auch, du hast teilweise 450°C an den Kontakten. Das ist Käse.

Also die 50W und 300-350°C, wie RalleBert auch meint.

Wenn du Entlötlitze brauchst, ich schick dir was.

Wegen der Technik: Frisches Lötzinn drauf, reichlich. Dann Platine schräg halten, so 60° sag ich mal. Mit dem Lötkolben von oben nach unten fahren, das Lötzinn fließt dann mit dem Lötkolben die Kontakte runter. So bekommst du den Großteil weg. Dann Platine normal hinlegen, Entlötlitze drauf, Lötkolben auf die Entlötlitze und dann drüber gehen. Wichtig: Bei beiden Sachen nicht fest drücken.

grave_digga

Ich habe vorhin Litze er-ebayed, müsste am Montag da sein, vorher komme ich sowieso vermutlich nicht dazu. Was meinst Du mit nicht fest drücken? Die Litze wie eine Art Schwamm auf das Lötzinn legen und mit dem Lötkolben nur die Litze erhitzen? Und von oben nach unten fahren, damit meinst Du sicherlich über den Endpunkt des Lötpunktes hinaus, oder? Also bis in den Lötstop (da wo der Kratzer ist).
<- Der da ist gerne hier. :)