PlayStation 1 - Kopierschutz
Ein Kopierschutz soll verhindern, das urheberrechtlich geschütztes Material vervielfältigt wird. Bei PS1 Spielen sind auf den CDs Markierungen (Wobble Groove), die nicht mitkopiert werden können. Es gab wohl damals ein Laufwerk, was das angeblich mitkopieren konnte. Ein Modchip kann der Konsole hingegen vorgaukeln, dass diese Markierungen bei einer Kopie vorhanden seien.
by Anakin94
Sony entwickelte deshalb 1998 den Anti-Mod (Anti Modchip) Kopierschutz. Das erste in Japan erschienende Spiel, mit diesem Schutz war PoPoRogue. Anti-Mod prüft nach dem Booten, ob ein Modchip in der Konsole verbaut ist. Ein klassischer PS1 Modchip sendet dauerhaft Daten an den Laufwerks-Controller und kann somit enttarnt werden. Das Spiel verweigert anschließend den Start. Dieser Kopierschutz ist hauptsächlich bei NTSC Spielen vorhanden. Mir ist nur ein PAL Spiel bekannt, welches ihn verwendet ( Disneys - Ein Königreich für ein Lama).
by Anakin94
Ein weiterer Kopierschutz ist LibCrypt, welcher 6 Monate nach Anti-Mod erschien. Es gibt 4 verschiedene Versionen LC1, LC2, LC3 und LC4. Bei LibCrypt werden 16 bit Daten-Schlüssel im Subchannel einer CD-ROM gespeichert. Dies bricht den Yellow-Book Standard. Sind diese Daten verändert, stürzt das Spiel an einer bestimmten Stelle ab. Damalige Laufwerke und Kopiertools konnten diese Subchannel-Daten nicht auslesen und nicht unverändert brennen. Im Q-Channel befinden auch Infos zur Fehlerkorrektur. Mir sind nur PAL Spiele bekannt die den Kopierschutz verwenden.
by Anakin94
Damalige Lösungen waren, dass Warezgruppen Cracks herausbrachten, um Anti-Mod und LibCrypt zu deaktivieren. Die meisten Cracks waren im .ppf Format (PlayStation Patch File) und Images konnten mit Hilfe von tools z.B. PPF Patch Engine, oder PPF-O-Matic gepatched werden. Viele Warezgroups hatten bei ihren Cracks auch ein Intro, Cheats und einen PAL/NTSC Selector eingebunden.
by Anakin94
Insomniac Games hatte bei Spyro 3: Year of the Dragon einen mehrschichtigen Kopierschutz eingebaut. Das Spiel hat neben LibCrypt (PAL) und Anti-Mod (NTSC) auch noch Crack-Protection. Der Code prüft mit Quersummen im RAM, ob es modifiziert wird. Wenn das der Fall ist, wird der Pirate-Mode aktiviert. Das Spiel läuft erst einmal ohne Probleme. Aber es treten im Verlauf Fehler und andere Probleme auf, wie z.B. das man nicht alle Edelsteine finden kann, die Eier zurückgesetzt werden, das sich die Sprache ändert, das die Bosskämpfe schwieriger sind und vieles mehr. Sollte man dennoch weiterspielen und den End-Boss antreffen, läd das Spiel nach kurzer Zeit die Anfangswelt und der Spielstand wird auf 0% zurückgesetzt.
Nach den fehlerhaften Cracks von PDX (PARADOX) und B.A.D (Best Amiga Dominators), brachte PARADOX kurze Zeit später einen zweiten Crack heraus, welches das Problem angeblich beseitigt haben sollte. Was aber nur bei der NTSC Version der Fall war. Sollte ein Spielstand mit einer fehlerhaft gecrackten Version angelegt worden sein, so treten einige Bugs auch weiterhin in einer Originalversion auf. Bspw. kann man eine Hauptwelt nicht mehr verlassen, weil das Transportmittel fehlt. Es ist empfohlen den Spielstand zu löschen und das Spiel erneut zu beginnen. Im Jahr 2014 brachte „Brill" für beide PAL Versionen (Original+Platinum) 100% funktionierende Cracks heraus. Somit wurden die europäischen Fassungen nach etwa 14 Jahren vollständig und fehlerfrei gecrackt.

Falls die PAL-Version unmodifiziert und ohne Subcode kopiert wird, aktiviert sich ebenfalls der Pirate-Mode. Weit kommt man trotzdem nicht, da das Spiel nach einigen Leveln durch den LibCrypt Kopierschutz abstürzt. 1999 kamen die ersten Laufwerke heraus, die den kompletten Subcode unverändert von einer CD-ROM auslesen konnten. Man brauchte dazu auch einen geeigneten Brenner und eine Software zum Beispiel „CloneCD" die den kompletten Subcode unverändert auslesen und brennen konnte. Damit konnte man das patchen von PAL Images umgehen und Spiele nahezu 1:1 kopieren. Heutige Laufwerke bzw. Brenner sollten das alle bis auf wenige Ausnahmen können. Eine modifizierte Konsole die Kopien abspielt braucht man aber dennoch.
by Anakin94
Bei einigen Vorabversionen benötigt man einen Dongle (Hardware-Key). Sonst startet das Spiel nicht. Das sollte damals verhindern, dass solche Versionen vor dem Release verbreitet werden. Der Dongle war eine Memory Card mit Daten und kann somit auf eine andere Memory Card übertragen werden. Auf Archivseiten gibt es mittlerweile Patches um die Abfrage zu entfernen.
by Anakin94
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