Nach Reflow kein Videosignal?

Begonnen von wild-mongrel, 10. März 2010, 14:41:57

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wild-mongrel

Habe eine PS3 60 GB V2, welche nach dem Einschalten nach kurzer Zeit einfror und grüne Punkte und Streifen auf dem Bildschirm anzeigt. Am Ende konnte ich die PS3 nur anschalten und sofort kam dieses Muster. Allerdings kam es nie zum YLOD, die KOnsole liess sich bis zum Schluss einschalten.

Nach langem Forendurchforsten bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es eine Vorstufe des YLODS
ist und habe mich dazu entschlossen den Reflow1 nach Takeshis Methode zu machen. Insgesamt war ich beim Reflow wahrscheinlich zu vorsichtig, daich dachte die Platine wird zu heiss, wenn ich mit dem Gebläse zu rehe.

Problem ist nun, dass ich die Konsole anschalten kann, aber kein Videosignal rauskommt. Sprich es kommt nichts am Monitor an. Ein Reset über die Standby Taste hat auch nichts gebracht. Der Rest scheint aber zu funktionieren. Der Lüfter  dreht und Discs werden eingezogen.

Wisst ihr woran es liegen könnte und ob man noch was retten kann?

Dreier Nuss

Hmm,vieleicht warst du zu vorsichtig?Vieleicht würde ein erneuter Reflow das Problem beheben.Warten wir mal was Takeshi dazu sagt,dem fällt ja (fast) immer was dazu ein  ::)

wild-mongrel

Ja, das kann sein. Mich wundert nur, dass jetzt gar kein Signal mehr kommt. Vorher kam ja immerhin kurz der Startbildschirm, bevor der Freeze kam.

Dreier Nuss

Ja das ist etwas seltsam,aber würd mich auch nicht wundern :-) Bei der PS3 ist eben alles möglich :-)

Takeshi

Das ist leider nicht so ungewöhnlich. Ich weiß nicht wieso, aber vorallem bei starken Grafikfehlern mit Absturz kommt mach dem Reflow oft kein Bild oder gar der YLOD.
Bei dir sind die Kontakte kaputt und haben aber durch den "Druck" aufeinander noch eine Verbindung gehabt. Wurde die Konsole warm (das geht in wenigen Sekunden), verzieht sich das. Da reichen hundertstel Millimeter und der Kontakt ist weg -> Absturz
Beim Reflow wurde das Zinn wieder flüssig, hat die Form geändert, vermutlich aber trotzdem keine feste Verbindung hergestellt, da ein Kontakt nur schlecht Zinn annimmt. Die Distanz ist nun aber zu hoch, deshalb gibt es auch kurzzeitig keine Verbibndung mehr.

Bei dir würde ich mal mit Kolophonium arbeiten. Das ist Flussmittel und sorgt dafür, dass sich die Kontakte besser mit dem Lötzinn verbinden.

Ich würde dir das auch gern machen, aber mir fehlt total die Zeit dafür.

wild-mongrel

Erstmal Danke für die schnelle Antwort. Ich habe schon Lust es selber zu machen. Da ich schon einige PSP's und PS2's repariert habe, denke ich auch, dass ich es schaffen kann. Heute ist auch der Temperaturfühler gekommen, also könnte ich diesmal den Reflow 2 probieren.

Kolophonium habe ich nicht, nur Lötfett. Es steht leider nicht drauf, woraus es sich zusammensetzt. Kann ich das Lötfett auch nehmen?

Takeshi

Ich hab noch nie mit Lötfett gearbeitet. Ich denke aber das klappt schon deshalb nicht, weil es sich nicht so gut verteilt. Das gelöste Kolophonium ist ja flüssig.

Du bist dann der Erste, von dem ich weiß, dass er Methode 2 probiert ;D
Riskier beim Vorheizen auf jeden Fall nicht zu viel mit der Temperatur, denn zu viel wäre da fatal (beim Fönen danach nicht so).

RalleBert

Zitat von: wild-mongrel am 10. März 2010, 18:27:13
Kann ich das Lötfett auch nehmen?

Normalerweise ist Lötfett nicht dafür geeignet, das kann unter Umständen die Metalle angreifen, da ältere Produkte oft säurehaltig sind. Das Zeug bekommst Du nicht mehr ordentlich sauber. Teilweise können diese Flussmittel sogar leiten (Kriechströme) und MÜSSEN gecleant werden. Ich würd es lassen... Es gibt richtige Flussmittel zu kaufen, NoClean, die sind auch OK, wenn Du kein Kolopfonium lösen willst.

- veni, vidi, ferruminavi -
- ich kam, ich sah, ich l?tete -

wild-mongrel

Zitat von: Takeshi am 10. März 2010, 18:43:08
Du bist dann der Erste, von dem ich weiß, dass er Methode 2 probiert ;D


Hätt ich nicht gedacht. Bin davon ausgegangen, dass die meisten lieber auf Nummer Sicher gehen.

Habe jetzt auch noch eine alte Dose trockenes Kolophonium gefunden. Sieht zwar schon ziemlich trocken und krümelig aus, aber das Zeug wird ja nicht schlecht oder? Kann ich das dann einfach mit Alkohol (Ethanol 70%) vermengen und so eine flüssige Lösung herstellen?

Takeshi

Zitat von: wild-mongrel am 11. März 2010, 09:53:48
Zitat von: Takeshi am 10. März 2010, 18:43:08
Du bist dann der Erste, von dem ich weiß, dass er Methode 2 probiert ;D

Hätt ich nicht gedacht. Bin davon ausgegangen, dass die meisten lieber auf Nummer Sicher gehen.

Die meisten haben die Möglichkeit nicht dazu, trauen sich das nicht oder so.

Zitat von: wild-mongrel am 11. März 2010, 09:53:48
Habe jetzt auch noch eine alte Dose trockenes Kolophonium gefunden. Sieht zwar schon ziemlich trocken und krümelig aus, aber das Zeug wird ja nicht schlecht oder? Kann ich das dann einfach mit Alkohol (Ethanol 70%) vermengen und so eine flüssige Lösung herstellen?

Kolophonium ist ein Feststoff, daher kann man von trocken eigentlich gar nicht reden. Was du da hast ist wahrscheinlich reines Kolophonium.
Ich würde dir dazu raten irgendwas 100%iges in der Apotheke zu kaufen, hab mich für Isopropanol entscheiden, weiß aber nicht mehr wieso. Dazu hab ich mir ein kleines 10ml Fläschchen mit Pipette gekauft, sonst wirst du halt nie fertig mit Lösen und bekommst die Lösung auch nicht richtig aufgetragen.
Es reicht, wenn du das kleine Fläschchen 1/4 voll machst, also 2,5ml grob. Da kannst du schon einiges an Kolophonium drin lösen und das reicht für mehrere Anwendungen.

Bei dem 70%igen Alkohol wird das Problem sein, dass zwar der Alkohol verdunstet, aber die restlichen 30% als Rückstand bleiben. Bis das Wasser darin verdunstet ist, dauerts ewig. Und wenn du noch andere Zusätze hast, die dafür sorgen sollen, dass man das Zeug halt nicht trinkt, ist das auch schlecht. Die lagern sich nämlich dann richtig drin ab. Deshalb kannst du auch nicht diesen 95%igen Brennspiritus aus dem Supermarkt verwenden.

wild-mongrel

OK, dann renn ich erstmal in die Apotheke. Ich hoffe die verkaufen auch Pipetten etc.

Ich habe auch eine Heissluftlötstation hier rumstehen, bei der man die Temperatur genau einstellen kann. Müsste doch eigentlich besser sein, als der Heissluftföhn?

Takeshi

Kommt auf den Luftstrom an. Ich hab mal mit einer Heißluftlötstation von Aoyue mit 600°C ganze 5 Minuten auf der GPU rumgebraten, danach noch mit 400°C. Die Xb360 war dadurch repariert, nicht im Eimer. Im Gegenteil, das hat noch nichtmal richtig gereicht. Mit einem Heißluftfön, weniger Temperatur (glaube 350°C) war die GPU nach 2 Minuten sowas von im Eimer, hatte Blasen und alles.

wild-mongrel

Den Luftsrom kann man auch einstellen. Was ist denn besser. Ein kleiner oder grosser Luftstrom?


Takeshi

Steht im Tut.

ZitatStell den Heißluftfön auf 400°C und ca. 450 l/min Luftstrom.

Mehr Luftstrom bei gleicher Temperatur heißt auch mehr Energie, die "vorbei fließt". Zu viel ist denk ich aber auch nicht gut.

wild-mongrel

OK, werde es dann lieber mit geringem Luftstrom versuchen.  Leider ist an der Lötstation keine Volumenangabe, nur ein Regler von 1-8.

Isopropanol habe ich zum Glück auch noch bekommen. War deswegen in mehreren Apotheken, die meisten hatten nur 70 prozentigen. Dann stelle ich mal die Lösung her und hoffe das sich das Kolophonium schnell löst. Aber vor morgen wird es wohl nichts, oder?