Staatshilfen für Griechenland

Begonnen von hide, 27. April 2010, 12:40:39

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hide

Da dieses Thema grad in der Diskussion ist, interessiert mich mal eure Meinung zu dem Thema.

Meiner Meinung nach sollte die Regierung den Griechen die Kredite gewähren, die selbstverständlich an harte Bedingungen knüpfen und daraus die Konsequenz ziehen das europa noch enger zusammenwachsen sollte. Ich ertrage diesen Stammtischpatriotismus einfach nicht "wieso soll ikn für die griechen zahlen ey?", weil andere Mitgliedsstaaten auch Geld in dieses Land gesteckt haben. Jeder Staat hat stärkere und schwächere Regionen, wenn man die schwächeren Regionen einfach abstoßen würde dann wäre die USA wahrscheinlich so groß wie Belgien.

Takeshi

Ja, mal ein sehr gutes Thema.

Ich bin auch für die Hilfen, allerdings kotzen mich die Griechen echt an. Die haben den Karren gegen die Wand gefahren, haben an sich keinerlei Anspruch auf Hilfen. Die Hilfen werden denen trotzdem gewährt und dann sind die noch so großkotzig, wollen so weiter leben wie bisher und wenn von den helfenden Staaten irgendwelche Bedingungen kommen, sind die sauer. Ich glaub es hackt.
Von dem, was ich so gehört hab (gut, sind halt Medien), dann ist das schon ein starkes Stück, wie die da immer gelebt haben.

Wie gesagt, ich bin auch fü die Hilfen, aber nur in Verbindung mit stark kontrollierten Bedingungen.
Wenn Griechenland darauf nicht eingeht, sollte man sie jedoch absaufen lassen. Die EU muss nicht nur damit klar kommen, indem man so einem Land finanziell hilft, sondern auch, wenn dem Land finanziell nicht zu helfen ist. Denn es bringt nichts denen Geld in den Arsch zu buttern, die schmeißen es zum Fenster raus und wir sitzen dann auf dem Geld und auch auf dem, das Griechenland geliehen wurde (in der Vergangenheit).

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Zitat von: Takeshi am 27. April 2010, 17:20:47
Ja, mal ein sehr gutes Thema.

Ich bin auch für die Hilfen, allerdings kotzen mich die Griechen echt an. Die haben den Karren gegen die Wand gefahren, haben an sich keinerlei Anspruch auf Hilfen. Die Hilfen werden denen trotzdem gewährt und dann sind die noch so großkotzig, wollen so weiter leben wie bisher und wenn von den helfenden Staaten irgendwelche Bedingungen kommen, sind die sauer. Ich glaub es hackt.
Von dem, was ich so gehört hab (gut, sind halt Medien), dann ist das schon ein starkes Stück, wie die da immer gelebt haben.

Wie gesagt, ich bin auch fü die Hilfen, aber nur in Verbindung mit stark kontrollierten Bedingungen.
Wenn Griechenland darauf nicht eingeht, sollte man sie jedoch absaufen lassen. Die EU muss nicht nur damit klar kommen, indem man so einem Land finanziell hilft, sondern auch, wenn dem Land finanziell nicht zu helfen ist. Denn es bringt nichts denen Geld in den Arsch zu buttern, die schmeißen es zum Fenster raus und wir sitzen dann auf dem Geld und auch auf dem, das Griechenland geliehen wurde (in der Vergangenheit).

also der Protest vom Volk is aber ne andere Geschichte, würde es auf einmal heißen: Deutschland is pleite, das Renteneintrittsalter wird erhöht, die Löhne im öffentlich Dienst gekürzt würden die betroffen hier genau so sagen "wieso müssen wir schon wieder für die Fehler der Regierung haften?" und man darf nicht vergessen dass die Schuldenspirale in den letzten Monaten so richtig gedreht hat weil diese geier von spekulanten gierig auf die Staatspleite und gegen den Euro gewettet haben. Allerdings hat Griechenland viel zu lange ihr defizit verwschwiegen weswegen die kacke jetzt so derbe am dampfen is.

Takeshi

#3
Klar, aber das Volk hat den Mist doch selbst mit verbockt, denn die haben
- die Regierung gewählt
- sich auch nicht sondrlich gut verhalten, was Steuern angeht. Da scheint ja kaum einer Steuern gezahlt zu haben, war normal.

Die Leute haben sich die Kohle da selbst in den Arsch gebuttert, indem der Staat Geld ausgegeben hat - wovon die Leute dann freudig profitiert haben - dass er nicht hatte. Nun beschwerden die sich, wenn sie überhaupt mal wieder normal leben sollen.
Dass denen das nicht gefällt ist klar, aber die merken nicht, in welcher Situation die sich befinden.
Würde einer in Deutschland hundertausende Euros aus dem Fenster schmeißen (Teure Wohnung, mehrere teure Autos, aller erdenklicher elektronischer Schnickschnack, Reisen,...), danach Insolvenz anmelden und sich dann beschweren, wenn er mit 1500€ im Monat auskommen muss, dem würde ich aber sowas von in den Arsch treten. Gleiches haben wir mit den Griechen, nur in einem anderen Maßstab.

Was mich übrigens stört, ist, dass Deutschland mal wieder den größten Teil bezahlt.
Ich mein Deutschland ist auch "pleite", allerdings hab ich keinerlei Vorstellung davon, wie pleite der Staat nun ist. Mich würds aber nicht wundern, wenn man absichtlich einen so großen Anteil zahlt, da man dann im Falle eigener Defizitie (wenn irgendwelche Richtlinien der EU nicht eingehalten werden) sagen kann: Ja, aber wir haben ja so viel dafür getan, dass ein anderes Land nicht ganz unter geht.

Edit: Gerade auf EinsLive ein Grieche in Deutschland (sinngemäß): "Das ist eine Schande für die Griechen im Ausland, was in Griechenland derzeit abläuft. [...] In Griechenland gibt es ein Sprichwort, das besagt 'Sie wollen den Kuchen ganz für sich haben, den Hund aber trotzdem satt bekommen'."
Ich finde das triffts ganz gut.

hide

Deutschland is alles andere als pleite, die schuldenlast die griechenland hat, könnte deutschland 10x aufnehmen ohne in eine annähernd prekäre Lage zu geraten weil dieses Land nach wie vor eine starke Wirtschaftsleistung hat.

Das Deutschland den größten Teil bezahlt (und ob sie bezahlen steht ja auch noch in den sternen, da unsere FDP Freunde sich querstellen weil sie das Geld lieber dem Mittelstand schenken wollen) liegt wohl einfach daran dass wir das Land in der EU mit dem meisten Geld sind (quantitativ)

Takeshi

Kann mir kaum vorstellen, dass es Deutschland so gut gehen soll, da wir ja regelmäßig gegen Auflagen verstoßen, und das machen bei weitem nicht alle Länder.

Die FDP will nicht, dass Griechenland die Kohle "bedingungslos" bekommt, die das dann verheizen, der Staat pleite geht und die Kohle weg ist. Da kann man das Geld lieber in Deutschland lassen und es hier verschleudern.
Denn erklär mal den deutschen Steuerzahlern, wieso man Milliarden zum Fenster rausschmeißen kann, während man hier im Land für die nötigsten Sachen nichts hat? Das ist der Punkt.
Wenn die Sache einigermaßen sicher ist, ist das was anderes.

hide

Zitat von: Takeshi am 27. April 2010, 19:08:36
Kann mir kaum vorstellen, dass es Deutschland so gut gehen soll, da wir ja regelmäßig gegen Auflagen verstoßen, und das machen bei weitem nicht alle Länder.

Die FDP will nicht, dass Griechenland die Kohle "bedingungslos" bekommt, die das dann verheizen, der Staat pleite geht und die Kohle weg ist. Da kann man das Geld lieber in Deutschland lassen und es hier verschleudern.
Denn erklär mal den deutschen Steuerzahlern, wieso man Milliarden zum Fenster rausschmeißen kann, während man hier im Land für die nötigsten Sachen nichts hat? Das ist der Punkt.
Wenn die Sache einigermaßen sicher ist, ist das was anderes.

die Länder die dagegen nicht verstoßen sind auch keine so riesigen Volkswirtschaft wie die unsere.

niemand will das Geld den Griechen schenken, das Geld ist mit horrenden Zinsen behaftet, natürlich sind die Hilfen an riesige Auflagen geknüpft, allen voran die IWF die gigantische Einschnitte von den Griechen erwartet. Den Griechen kein Geld zu geben ist auch ein Risiko, da verdammt viele, vorallem auch deutsche Unternehmen und Banken da viel Geld reingepumpt haben, wenn man das Land nun sich selbst überlässt und dort die Anomie ausbricht, tuts dem Land auch nicht gut.

und ich persönlich gebe lieber nem Griechen mein Geld als diesem verbrecherischem deutschen Mittelstand!

Takeshi

Mir schon klar, dass das alles an Auflagen gebunden ist. Ich wollte dir damit ja nur sagen, dass die FDP darauf Wert legt.
Dass es schlecht ist, wenn Griechenland pleite geht ist genau so klar.

Du würdest das Geld lieber den "vebrecherichen" Griechen geben als dem "verbrecherichem Mittelstand in Deutschland? Sorry, aber das ist sau bescheuert. Das, was Griechen abgezogen haben ist in keinster Weise besser als das, was im deutschen Mittelstand passiert. Klar, da läuft nicht alles sauber, da sauberer als bei den Griechen. Und der Mittelstand ist ein großer und wichtiger Teil der Wirtschaft.

RalleBert

... oder die guten Griechen machen so weiter, werden aus der Eurowährung ausgegliedert und führen den Drachme wieder ein...

Als nächstes wird dann Bayern aus der Bundesrepublik austreten, ein Kaiserreich einrichten und die D-Mark wieder einführen  :ironie

Zum Thema: Ob den Griechen mit dem "tollen" Kredit dann wirklich so gut da stehen, ist ja die Frage. Wenn die Wirtschaft dort so schwach ist, das die ein solches Defizit ansammeln wird es Jahre brauchen, diesen Schuldenberg abzutragen, dazu dann noch fein die Zinsen oben drauf...  da muß sich halt am System viel ändern.

- veni, vidi, ferruminavi -
- ich kam, ich sah, ich l?tete -

Takeshi

Jahre? Da bin ich nicht so optimistisch, das wird doch wohl eher Jahrzehnte dauern?!
Wir bekommen ja schon keine Schulden abgebaut, wie soll das Griechenland dann in einigen Jahren schaffen, aus dem Loch raus zu kommen?

RalleBert

Sicher Jahrzehnte, klar! Aber vielleicht hilft die Onassis-Enkelin aus, die will (oder wollte) die Kohle aus dem Erbe (über 3 Milliarden €) ja nicht wirklich ;D Wäre dann eine Rückführung an die griechischen Wurzeln...

- veni, vidi, ferruminavi -
- ich kam, ich sah, ich l?tete -