Multimeter

Ursprünglich gab es für jede Messung ein anderes Messgerät. So nutzte man zur Messung eines Widerstandes beispielsweise ein "Ohmmeter", für die Messung einer Spannung das "Voltmeter" und für den Strom das "Amperemeter". Da es aber heute kein Problem mehr darstellt alle diese Messgeräte in ein Gerät zu packen, macht man das auch und nennt es einfach "Multimeter". Der Name sagt NUR aus, dass mehrere Messgeräte integriert sind. Er sagt NICHT aus, welche es beinhaltet, auch wenn das meist gleich ist.

Um den folgenden Text zu verstehen, ist natürlich ein gewisses Grundwissen über die Elektrotechnik erforderlich. Wer darüber nicht verfügt und es deshalb nicht ausreichend versteht, der kann sich die Rubrik "Grundlagen" bis zu "Realer Widerstand" durchlesen.

Zur Anschauung wird dieses digitale Multimeter mit Ohmmeter, Voltmeter und Amperemeter genutzt. Die Bedienung dürfte vom Prinzip her wohl den meisten Geräten enstprechen.


Es gibt auch analoge Multimeter, aber aufgrund der geringen Verbreitung gehe ich darauf erst einmal nicht ein.

by Takeshi

Manche Multimeter sind auch in der Lage Kapazitäten von Kondensatoren zu messen. Bei einem billigen 20€ Multimeter muss man jedoch gar nicht erst nach dieser Funktion suchen. Gute Messgeräte messen auch noch in verschiedenen Frequenzen, die man wählen kann. Dabei empfiehlt es sich die Frequenz zu benutzen, bei der das Bauteil auch Anwendung findet.

Um die Kapazität messen zu können ist es zwingend notwendig, das Bauteil auszubauen.

Es gibt auch einzelne Messgeräte, die nur Kapazitäten messen können.

3.1.6. Induktivitätsmessgeräte

Wie für Kondensatoren gibt es auch für Spulen Messgeräte, die ebenfalls abhängig von verschiedenen Frequenzen messen können. Wer diese Funktion nutzen will, muss jedoch schon etwas tiefer in die Tasche greifen, als für ein simples Multimeter aus dem Baumarkt oder von Conr... ihr wisst schon.

Messen in einer Schaltung funktioniert bei Spulen nicht, ausbauen!

by Takeshi

Bei fast allen Messgeräten muss der Messbereich eingestellt werden. Bei der Auswahl steht dann die maximale Spannung, die mit diesem Bereich gemessen werden kann. Man muss also erst einmal grob abschätzen, wie groß die Spannung denn ungefähr ist. Da eine Spannung, die den Messbereich übersteigt, schädlich für das Messgerät sein kann, benutzt man im Zweifelsfall lieber einen höheren Bereich. Runter drehen kann man immer noch.

Das schwarze Kabel muss zum kleineren Potential gelegt werden, das ist meistens der Minus-Pol der Spannungsquelle. Das rote Kabel muss man an das höhere Potential halten und den Wert ablesen. Sind die Kabel vertauscht, ändert sich nur das Vorzeichen auf der Anzeige, es passiert aber nichts Schlimmes.

Für eine Spannung von rund 12V wäre der Bereich "bis 20V" am geeignetsten. Wird auf dem Display dann "11.7" angezeigt, beträgt die gemessene Spannung 11,7V.

Kommt bitte nicht auf die dämliche Idee die Spannung in der Steckdose zu messen oder in irgendwelchen Netzteilen. Jeder weiß es, aber ich sags dennoch noch einmal. Das ist sau gefährlich und das steht hier nicht nur zum Spaß, es ist wirklich so. Die Tatsache, dass ich das selbst bestätigen kann, spricht vielleicht weniger dafür, dass es so gefährlich ist *lol*, aber das ist es trotzdem. Also: immer schön vorsichtig!

Noch eine kleine Info nebenbei: Um die Spannung zu messen, muss kein Strom fließen, auch nicht durch das Messgerät (okay, aber nur extrem wenig Strom). Der Widerstand des Messgerätes ist dann nahe unendlich, der Strom somit geht gegen 0. Das ist wichtig, weil das Messgerät die Schaltung nicht beeinflussen darf. Würde ein Strom fließen, dann wäre das Messgerät vergleichbar mit einem parallel geschalteten Widerstand und das würde die Schaltung verändern.

by Takeshi

Für eine Strommessung muss der Stromkreis an der Stelle unterbrochen und das Messgerät dazwischen geschaltet werden. Eine parallele Messung ist nicht möglich. Probiert es auch gar nicht erst! Die Kabel sollten so gewählt werden, dass der Strom "in das rote Kabel hinein" fließt und "aus dem schwarzen wieder heraus". Rot also Richtung Plus, Schwarz Richtung Minus. Sind die Kabel vertauscht, dann ändert sich, wie auch beim Voltmeter, nur das Vorzeichen.

Ebenfalls bei der Strommessung Finger weg von Steckdosen oder geöffneten Netzteilen! Sehr gefährlich!

Weil das Messgerät die Schaltung nicht beeinflussen darf, ist der Widerstand des Amperemeters nahezu 0Ω. Wäre das nicht so, dann würde das Messgerät wie ein in Reihe geschalteter Widerstand wirken und somit die Schaltung beeinlussen. Da der Widerstand 0Ω beträgt, macht man einen Kurzschluss, wenn es irgendwo parallel anschließt.

by Takeshi

Das Ohmmeter misst einen Widerstand, indem es eine Spannung anlegt und den Strom misst. Durch Spannung und Strom kann es dann den Widerstand errechnen. Dabei ist es wichtig, dass an dem Bauteil bzw in der Schaltung nirgends Spannung anliegt, es muss alles AUS sein! Andernfalls kann das zum Defekt des Messgerätes führen.
Welches Kabel man nun wo anschließt, ist egal.
Wer einen Widerstand in einer Schaltung misst, der sollte bedenken, dass da ja noch eine Schaltung drum sitzt, die das Messergebnis verfälschen kann. Wenn das Messgerät an die beiden Kabel eine Spannung anlegt, dann fließt ggf. nicht nur durch den Widerstand ein Strom, sondern auch durch die Schaltung. Das Messgerät weiß aber nicht, wie viel von dem Strom jetzt durch den Widerstand und wie viel durch den Rest der Schaltung fließt. Deshalb kann der angezeigte Widerstand kleiner sein, als der gemessene Widerstand eigentlich ist.
Im Zweifelsfall also Widerstand ausbauen.

by Takeshi

Das ist eigentlich eine recht überflüssige Erfindung, die meiner Meinung nach nur für "Mess-Idioten" geschaffen wurde.
Denn was ist überhapt "Durchgang"? Von "Durchgang" spricht man, wenn der Widerstand zwischen zwei Punkten 0Ω hat. Da 0Ω nicht geht (allein schon wegen den Messkabeln), nimmt man einen kleinen Widerstand als Grenze, der je nach Messgerät anders sein dürfte. Ich tippe so auf 10Ω bis 100Ω. Ist der Widerstand unter dieser (unbekannten) Grenze, dann signalisiert das Messgerät Durchgang. Einfach den Widerstand zu messen und selbst abzulesen tut es deshalb genau so gut. Wird ein Widerstand von 2Ω angezeigt, dann kann man von einem Durchgang ausgehen.

Es ist in manchen Fällen sogar sinnvoller das Ohmmeter zu benutzen, da die Angabe beim Durchgangsprüfer nicht immer stimmen muss. Liegt die Grenze zum Beispiel bei 50Ω und man misst in einer Schaltung zwischen Spannungsversorgung und GND, dann kann es sehr gut sein, dass das Messgerät einen Kurzschluss (=Durchgang) anzeigt, das aber gar nicht stimmt. Bei manchen Schaltungen ist der Widerstand gern mal bei 40Ω, aber das ist ganz normal und man kann nicht von einem Kurzschluss sprechen.

Aus diesem Grunde: Finger weg vom Durchgangsprüfer und lieber in 2 Minuten lernen das Ohmmeter zu benutzen. Im Zweifelsfall weiß man dann auch mehr, als einem ein einfacher Durchgangsprüfer sagt.

by Takeshi

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