HGÜ

Begonnen von RalleBert, 22. März 2011, 23:31:05

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RalleBert

HGÜ steht für HochspannungsGleichstromÜbertragung. Dieses System wird eingesetzt um Leitungsverluste beim Stromtransport über weite Strecken zu verringern.

Zitat von: hide am 22. März 2011, 22:45:11
Für Überlandleitungen find ichs weniger sinnvoll, aber für Seekabel z.b. ist das ne feine Sache

Es ist halt ein zweischneidiges Schwert - die Spannung wird im Kraftwerk nunmal als Dreiphasenwechselstrom produziert, muß dann zur Übertragung gleichgerichtet werden, an der Entnahmestelle muß es dann wieder Wechselerichtet werden, da die normale Steckdose ja mit Wechselspannung versorgt werden will. Daran kommt dann das Handyladegerät, welches wieder eine Gleichspannung draus macht...

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hide

Es hat auch andere Vorteile, z.B. treten nicht so hohe Feldstärken wie bei Wechselströmen auf und man ist nicht auf Bündelleiter angewiesen, des weiteren ist HGÜ bei wirklich großen Distanzen effektiver. Der Nachteil ist, dass die Stromrichter empfindlich und teuer sind. Ich glaube nicht dass es dauerhaft den Wechselstrom ersetzt.

RalleBert

Ich glaube auch nicht, das es den Wechselstrom ersetzt, schon der günstigen, wartungsarmen Elektromotoren (Drehstrom) wegen. Nebenbei ist ja irgendwie alles auf WS eingerichtet.
Eine duale Versorgung wäre nicht schlecht, aber dies wäre gar nicht zu realisieren - Wechsel- und Gleichspannungsversorgung für den Endkunden.
Das schöne an der Wechselspannung ist ja auch, das die Schaltglieder kleiner ausfallen können, da im besten Fall im Nulldurchgang geschaltet wird. Das geht bei GÜ auch nicht, da muß immer volle Last getrennt werden. Ob es Sinnvoll ist die Solartechnik direkt auf GÜ einzurichten (Afrika - Solarparks) wäre eine andere Geschichte.

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randy

so wie es angedacht ist, ist HGUe eigentlich nur als weitverkehrstrassentechnik angedacht, z.b. anbindung von offshore windparks oder besagten solarfeldern - als ersatz fuer die jetzigen 380KV strecken z.b.; ich nehme an, das alles andere weiterhin drehstrom bleibt.

-- randy

RalleBert

Annhemen tu ich das auch, jedenfalls in der nächsten Zeit. Aber wenn wirklich E-Autos verbreitet auftreten, die halt auf Akku und Gleichspannung laufen, wäre es ein Gedanke, dafür direkt Gleichspannung zu liefern. Die Diskussion ob = oder ~ Spannung ist ja vor hundert Jahren entschieden worden... Es wird sehr viel Überzeugungskraft brauchen, um das zu ändern. Auch die einfache Transformierbarkeit des Wechselstroms ist ja ein riesen Vorteil, der Kostenfaktor ganz davon ab - Stück Kupfer und Eisen, Trafo fertig.

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hide

Die Wechselstromübertragung hat aber auch Krankheiten die bis heute nicht geheilt sind. z.B. die enorem Felder die Freileitungen erzeugen und der Skin Effekt der an den Leiterseilen auftritt und die extrem teure und aufwändige unterirdische Übertragung von höchstspannungen.

RalleBert

Der Skineffekt ist doch eine eher im Hochfrequenzbereich zu findende Sache (dachte ich)? Deshalb sind die "Antennen"leitungen hochfrequenter Sendeanlagen als Hohlleiter ausgeführt, die Ladung geht fast nur nach außen. Die Hochspannungsfreileitungen sind meist nur wegen der Tragfähigkeit als Stahlseele mit Alu-Hülle aufgebeut

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hide

Leiterseile haben eine Stahlseele und einen Aluminiummantel (oder Aldrey), bei großen Querschnitten kann es da durchaus auch zu Skin-Effekten kommen.

RalleBert

Lese gerade, ab ca. 20mm Durchmesser des Leiters, wäre ja über 300mm² im Kupferkabel - das ist ja schon ein Trümmerchen (und biegt sich nicht mehr easy über´n Daumen ;D)

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hide

Son Leiterseil ist schon ne Hausnummer, übern Daumen sagt man, dass ein Seil von Mast zu Mast ca. 1T wiegt

RalleBert

Kommt ja auch auf den Spannabstand an, aber kann ich mir gut vorstellen. Und das sind ja (fast) immer Bündel, davon (fast) immer mehrere. Will man gar nicht drüber nachdenken, bei den "zierlichen" Masten...

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hide

deswegen sagte ich übern Daumen  ;D Bündelleiter kommen i.d.R. erst ab 110kV zum Einsatz um Koronaentladungen vorzubeugen, die aber wie ich finde schön anzusehen sind  ;D

fast so schön wie das http://www.youtube.com/watch?v=5H2WkO7VQm0


RalleBert

Zitat von: hide am 23. März 2011, 23:31:46
Bündelleiter kommen i.d.R. erst ab 110kV zum Einsatz um Koronaentladungen vorzubeugen

Und die Felder zu minimieren.

Schöner Bogen, steht gut ;D

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hide

ich hab nen Umspann- und ein Unterwerk bei mir um die Ecke und hab bisher noch keinen Lichtbogen gesehen, obwohl ich schon oft mitbekommen habe wie ein Trenner dort geöffnet wurde  ;D

RalleBert

Das im Video ist sicher auch ein Fehler, das soll nicht so sein. Vielleicht ist es ein einfacher Freischalter, der unter Last geschaltet wurde.

Hab neben meinem "AEG Hilfsbuch" noch ein Altertümchen gefunfen: "Elektronik - Technik der Zukunft" - da wird die Elektronenröhre mal so richtig hochleben lassen ;D

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