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Allgemeines => Bastelecke => Thema gestartet von: Takeshi am 05. Juli 2015, 14:36:19

Titel: [Sammeltopic] Löten
Beitrag von: Takeshi am 05. Juli 2015, 14:36:19
In dieser Topic geht es um das Löten mit dem Lötkolben, also um Fragen nach der richtigen Lötstation, Spitze, Temperatur, Leistung, Lötzinn, Flussmittel, Technik und was sonst noch alles dazugehört.

Wenn es mal nicht klappt, lasst euch nicht entmutigen. Mit etwas Übung und der passenden Ausrüstung geht so ziemlich alles, auch Widerstände in 0201 ;)


Welches Lötzinn?

Es gibt unterschiedliche Legierungen, unterschiedliche Flussmittel, unterschiedliche Dicken und das natürlich noch von unterschiedlichen Herstellern. Da ist es gerade für den Anfänger nicht leicht zu entscheiden, welches er denn nun kaufen soll. Falls du an dieser Stelle eine finale Antwort auf die Frage erwartet hast, muss ich dich leider enttäuschen, aber eine Entscheidunghilfe kann ich dir vielleicht doch bieten.

Fangen wir beim Hersteller an: Ich habe schon in meiner Ausbildung mit Lötzinn von Stannol (http://www.stannol.de/produkte/loetdraehte/) gearbeitet, auf Arbeit wird Stannol verwendet, ich war damit immer zufrieden und nutze es daher bis heute auch privat. Da es auch preislich keinen Grund gibt sich anderweitig umzusehen und es sich ganz nebenbei um einen in Wuppertal ansässigen Hersteller handelt, habe ich mich nie mit anderen Herstellern befasst und kann daher zu anderen Herstellern nicht viel sagen.

Bei den Legierungen gibt es zwei große Gruppen, die bleihaltigen und bleifreien. Innerhalb der Gruppen gibt es noch kleine Abweichungen, aber so grob ist die Zusammensetzung da gleich. Üblicherweise wird die Legierung nacheinander mit den chemischen Elementen zusammen mit dem Anteil in Prozent angegeben. Sn60Pb40 ist die klassische Legierung für bleihaltiges Zinn und enthält 60 % Zinn, 40 % Blei. Sn99Cu1 ist üblich für bleifreies Zinn, also 99 % Zinn, 1 % Kupfer.
Bleihaltiges Zinn schmilzt bei ungefähr 183 °C, bleifreies Zinn bei 221 bis 227 °C. Eine geringere Schmelztemperatur ist von Vorteil, um Platine und Bauteile zu schonen, weil nicht so hohe Temperaturen benötigt werden. Da Bauteile natürlich unabhängig vom Lötzinn eine Temperatur-Obergrenze haben, heißt das im Umkehrschluss, dass du bei einem niedrigeren Schmelzpunkt höher über den Schmelzpunkt erwärmen kannst, wodurch das Lötergebnis besser wird. Hinzu kommt, dass bei höherer Temperatur das Flussmittel schneller verbrennt und damit wirkungslos wird. Deshalb ist es einfacher mit bleihaltigem Zinn zu löten. Da Blei aber giftig ist, wenn es in den Organismus kommt (egal ob in deinen oder den von Tieren), wurde es von der EU für Konsumer-Elektronik verboten. Daher findest du heute in allen Produkten nur noch bleifreies Zinn. Ohne das Verbot würde es aber keiner verwenden. Unter anderem für Privatpersonen ist die Nutzung von bleihaltigem Zinn aber erlaubt.

Flussmittel können stärker oder schwächer sein, viel oder weniger Rauch entwickeln, mehr oder weniger gut lösbare Rückstände hinterlassen, die auf der Platine verbleiben können oder auch besser nicht. Da gibt es keinen so guten Leitfaden, was der Hauptgrund für die unten aufgeführte Aktion ist.

Als Dicke ist 1 mm meistens schon recht gut. Für feine Sachen kann man auch mal 0,5 bis 0,7 mm verwenden, aber das braucht man gar nicht so schnell wie man denkt.

Um nun herauszufinden, mit welchem Lötzinn man am besten klarkommt und wie überhaupt die Unterschiede sind, ist einfach das Beste es selbst zu probieren. Jetzt ist es natürlich keine Lösung sich 6 Rollen Lötzinn zu kaufen, alle zu probieren und 5 davon liegen dann nur noch in der Ecke. Und da irgendwie kein Hersteller ein Set zum Ausprobieren anbietet, blieb mir nichts anderes übrig als doch diese 6 Rollen Lötzinn zu kaufen und euch gleich einhergehend damit die Möglichkeit anzubieten ein solches Set zu erwerben und einfach mal auszuprobieren. Alle Sorten sind von Stannol und 1 mm dick. Die erste Angabe ist die Legierung, danach das Flussmittel und zuletzt noch der ungefähren Kilopreis bei einer Rolle von 100 g.

Aus der Auswahl kannst du schon erkennen, ich bevorzuge das Flussmittel HS10. Du kannst damit also einmal die 4 verschiedenen Flussmittel bei bleihaltiigem Zinn vergleichen und dann noch 3 verschiedene Legierungen mit dem Flussmittel HS10.

Von jedem Lötzinn bekommst du 1 m, das sind ungefähr je 6 Gramm. Inklusive Briefversand kostet dich das dann 5 €. Wenn du das haben möchtest, schreibe mir eine PM (http://www.trisaster.de/forum/index.php?action=pm;sa=send;u=1).


Wo kaufen?
Lötzinn gibt es natürlich bei allen üblichen Verdächtigen wie Reichelt (https://www.reichelt.de/Loetzinn/2/index.html?ACTION=2&LA=2&GROUPID=557), Conrad, Voelkner (https://www.voelkner.de/categories/13148_13203_13717/Werkstatt/Loettechnik/Loetzinn.html) oder Bürklin (https://www.buerklin.com/de/Produkte/Werkzeuge-und-Hilfsmittel/L%C3%B6ttechnik/L%C3%B6tdr%C3%A4hte/c/70121400), wobei (aktuell) nur Reichelt noch bleihaltiges Lötzinn von Stannol im Angebot hat, das auch nur mit dem Flussmittel "Kristall 505", das aber auch ganz gut ist.
Mich hat ein Nutzer auf einen weiteren Shop hingewiesen: CSD-Electronics (https://csd-electronics.de/Loeten-Co/Loetdraehte:::8_94.html)
Da gibt es noch das bleihaltige Zinn mit HS10 in verschiedenen Stärken und natürlich auch das bleifreie Zinn. Ich habe keinerlei Erfahrungen mit dem Shop, aber die Preise sind da nach schnellem Überfliegen sogar am besten, die Versandkosten sind ebenfalls gering.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 05. Juli 2015, 15:02:32
Fangen wir gleich mal mit dem TSOP-Gehäuse an, in dem die NAND- und NOR-Chips der PS3 sind. Ein User hier hat vor den NOR-Flash zu löten und sich dabei dieses Video angesehen:

http://www.youtube.com/v/c3iPpsnHKds?version=3&hl=de_DE

Ganz so würde ich es nicht machen, aber es geht schon in die Richtung.

Das IC (ICs generell) würde ich anders fixieren. Erst löte ich ein Pin an einer Ecke an, wie dort auch gezeigt. Danach gehe ich jedoch zum gegenüberliegenden Pin über, also andere Beinchen-Reihe des ICs, Pin diagonal gegenüber. Denn sonst kann es passieren, dass es auf der einen Seite super gerade aussieht, aber über die Länge sich die Beinchen hinten schon wieder etwas verschoben haben. Gerade bei den langen TSOP-ICs passiert das schnell. Außerdem sieht man dann, ob das IC mittig sitzt, also auf beiden Seiten gleich viel Platz vom Pad hervorsteht. Bei den Platinen ist das Pad-Design häufig so gewählt, dass nur wenig hervorsteht. Dann lötet man es auf einer Seite an, denkt "ist gut so" und wundert sich auf der anderen. Macht man es diagonal, fällt beim Ansetzen des zweiten Pins schon auf, dass es nicht passt und kann den ersten Pin korrigieren.
Nachdem die Pins diagonal angelötet sind, nehme ich mir die anderen Ecken vor. Denn bisher ist das IC nur an zwei Punkten fixiert. Löte ich an einem (wie dort), kann das IC verrutschen. Bei den anderen Ecken ist es egal, ob man nun nur den Pin festlötet, oder ob man direkt einen ganzen Haufen draufsetzt. Das kommt auf die weitere Vorgehensweise an.

Beim Verlöten der einzelnen Pins gibt es viele Möglichkeiten.
- Die Pads wurden vorher verzinnt, es befindet sich Flussmittel an den Lötstellen. Dann reicht es theoretisch von oben mit dem Lötkolben auf ein Beinchen zu drücken. Das wird heißt, das Lötzinn darunter auch, das reicht normalerweise schon aus und das Beinchen ist verlötet.
- Jeden Pin einzeln erhitzen und etwas Lötzinn hinzugeben. Das ist die Methode, die von Anfängern meistens angewandt wird, weil ja bloß kein Kurzschluss entstehen darf und an jeden Pin Lötzinn muss. So zumindest die Theorie. In der Praxis geht das meistens schief, da irgendwann dann doch mal zu viel Lötzinn an das Beinchen gerät und mehrere verbunden werden, besonders wenn der Pinabstand mit 0,5 mm recht klein ist. Damit gelangt man dann automatisch zur nächsten Variante.
- Einfach alles vollmatschen. Hierbei ist es trotzdem von Vorteil, wenn vorher schon Lötzinn auf den Pads war, da es sonst vereinzelt vorkommen kann, dass die Pads nur schwer Lötzinn annehmen. Und da man mit der Lötspitze nicht direkt auf das Pad kommt, wird es schwieriger.
Ist alles vollgekleistert, das Board neigen, so dass die Beinchen übereinander sind. Von oben das Lötzinn nach unten ziehen. Mit der richtigen Temperatur (nicht zu kalt, aber auch nicht zu heiß!) und Flussmittel fließt das Lötzinn automatisch mit der Lötspitze herunter und es bleiben keine Kurzschlüsse zurück. Mit der Zeit wird das Flussmittel allerdings verdampft sein, da muss dann ein klein wenig neues drauf.
Bei den letzten Beinchen wird es schwieriger. Ist ein anderes Bauteil in der Nähe, kann man das Zinn zu diesem ziehen. Alternativ eine Entlötpumpe oder Entlötlitze verwenden. Die Pumpe hat den Nachteil, dass sie einen Rückstoß haben und die Platine oder das Beinchen damit beschädigen kann, also Vorsicht. Der Vorteil ist, es bleibt immer genügend Lötzinn übrig. Entlötlitze saugt dagegen fast alles an Zinn weg, wenn man nicht aufpasst und dann muss man neues hinzugeben. Außerdem kann es auch bei Entlötlitze passieren, dass man durch die Hitze und etwas Druck die Leiterbahnen beschädigt.
- Sind die Pads vorher verzinnt und befindet sich Flussmittel darauf, kann man auch das IC einfach aufsetzen und mit Heißluft verlöten. Das hat, wie so vieles, Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist, dass es nicht nur einen Hitzeeintrag über das Beinchen gibt, sondern auch über das Gehäuse. Und da nicht so viel Wärmeenergie auf die Platine an der richtigen Stelle übergeht (gerade an der Masse ist oft viel nötig), muss noch mehr Hitze zwangsläufig auch auf das Bauteil gegeben werden. Es ist also Vorsicht geboten. Der Vorteil des Ganzen ist aber, dass sich das IC automatisch optimal positioniert, sofern alle Lötstellen gleichzeitig heiß sind und es vorher um weniger als die Hälfte des Rasters verschoben war. Für mich ist die Methode aber zu aufwendig.

Wenn es die Platine und das Bauteil zulässt, verwende ich die erste Methode, sonst die dritte.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 05. Juli 2015, 17:30:33
Sehr schön erklärt. :)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Hully am 06. Juli 2015, 06:16:43
Ich hab noch paar Fragen. Auf wieviel Grad Celsius stellt ihr euren Lötkolben, wenn ihr TSOP verlötet? TSOP hab ich noch nicht gelötet bisher, aber prinzipiell bin ich bei einer 40 Watt Weller-Lötstation und meißelförmiger Lötspitze mit 320° C bisher gut gefahren und hab noch kein Bauteil durch Hitze zerstört, aber bei so einem empfindlichen kleinen TSOP-Chip könnte das vielleicht trotzdem schon zu viel des Guten sein, oder?

Und was mich auch interessieren würde, wie ihr TSOP auslötet. Auslöten ist oft problematischer als einlöten, weil alles gleichzeitig heiß werden muss, oder zumindest eine komplette Beinchenreihe. Hier gab es jemanden, der empfohlen hat, einen Draht quer über die ganze Beinchenreihe zu löten, damit sich alles gleichzeitig erhitzt. Andere schwören drauf, mit dem Lötkolben schnell genug hin- und herzufahren. Dann muss das Gehäuse schnell genug an der ersten Beinchenseite ein paar Millimeter angehoben werden, bevor man sich mit der gegenüberliegenden Seite beschäftigt. Aber klappt das denn überhaupt so? Weil meistens ist doch bei industriell gefertigten Platinen unter den SMD-Bauteilen etwas Kleber, sodaß sich das Bauteil gar nicht anheben lässt.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Dragoon am 06. Juli 2015, 13:31:14
300 Grad Celsius bei meiner Zhongdi zd-912 Reworkstation mit Meiselspitze, da löt ich dir alles sogar SMD mit ;)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 06. Juli 2015, 14:13:23
300 °C bis 350 °C ist gut, 40 W ist etwas wenig, aber geht. Da wirst du nur bei der Spannungsversorgung nur etwas Schwierigkeiten bekommen. 300 °C ist generell ein guter Richtwert bei kleinen Bauteilen.

Gerade bei dem TSOP-Gehäuse ist die Gefahr einer Beschädigung gering, weil das Gehäuse sehr lang ist, aber vermutlich nicht so viel mit Silizium gefüllt ist.

Weil meistens ist doch bei industriell gefertigten Platinen unter den SMD-Bauteilen etwas Kleber, sodaß sich das Bauteil gar nicht anheben lässt.

Nur sehr sehr slten. Mir fällt da gerade nur der DSP auf dem PS2-Mainboard ein, sonst wüsste ich keinen geklebten Chip.

Ich matsche alles ein und fahre mit dem Lötkolben hin und her. Den Chip hebel ich vorsichtig, aber mit etwas Kraft nach oben. Wenn du an der Seite (der Beinchenreihe) erhitzt, an der du hebelst, Verbiegt sich der Chip ganz leicht. Gehst du auf die andere Seite, kommt der Rest nach. Hast du den Chip leicht angehoben, gehst du auf die andere Beinchenreihe.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Dragoon am 06. Juli 2015, 22:00:45
mir fällt der Saturn Bios Chip ein der mit rotem Epoxykleks angeklebt ist mittig, aber Heißluft drauf mit 400 Grad und das Epoxy wird brüchig und geht locker ab.

so wie Takeshi die Chips liftet hab ich es anfangs auch gemacht, nur wenn ich die Chips danach nochmal irgendwann verwenden will, war mir die Gefahr zu groß irgendwelche Pins zu verbiegen oder gar abzureißen. ich mach das Liften mittlerweile nur noch mit Heißluft weil ich somit alle Pins gleichzeit erhitzen und den Chip einfach nach oben wegliften kann, somit keine Gefahr gegeben ist dass irgendwelche Lötpads oder Pins mit abreißen.

die Methode die Takeshi verwendet zum Liften, verwende ich nur zum Einlöten von Chips mit sehr geringem RMA.
man kann entweder alles vollmachen mit Lot und dann mit Entlötlitze überschüssiges entfernen oder aber einfach das überschüssige Lot zur Seite wegziehen mit dem Lötkolben, welches dann auf dem Lötstoplack des PCBs zu einer Kugel erkaltet oder gar am Lötkolben verbleibt.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 06. Juli 2015, 22:45:15
Ach, man darf halt nicht mit der Spitze fest über die Pins reiben bzw. daraufdrücken, dann geht das auch recht gefahrlos. Heißluft ist mir wie gesagt zu aufwendig und auch zu gefährlich für den Chip, weil gerade da auch gern Pins abreißen. Dann ist ein Pin noch fest, weil er an ner dicken Leiterbahn hängt, alle anderen sind locker und dann reicht wenig Kraft, um das Pad abzureißen und das merkt man zu spät. Da muss man auch sehr aufpassen. Ist wohl einfach Übungs- und Geschmackssache.

Was ist RMA?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Dragoon am 07. Juli 2015, 12:31:25
ne mit Heißluft ist der CHip wunderbar gleichmäßig erhitzt an allen Pins und die sind dann ganz schnell mit dem Vakuumsauger geliftet.
RMA = Rastermaß
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 07. Juli 2015, 14:32:00
Meine Erfahrung ist da eben eine andere, außer man erhitzt das ganze Board komplett und den Chip auch vollständig, was gerade bei bleifreiem Zinn (schon lange Standard) sehr hohe Temperaturen für den ganzen Chip erfordert. Da verzinne ich dann gern vorher zumindest bleihaltig.

Also RMA ist glaube ich unüblich, kannte nicht mal Wikipedia, meine Arbeitskollegen auch nicht. Ich kenne das nur als Raster (ausgeschrieben) oder Pitch.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Hellraiser am 07. Juli 2015, 17:19:50
Ein Board auf 100°C erhitzen und dann mit hot air den Nand ablöten geht natürlich sehr gut,
ist aber wie wenn man mit kanonen auf spatzen schießt.
zumal wie Takeshi schon beschrieb, andere bauteile darunter leiden können.
Z.b. Kondensatoren die austrocknen

Ich mache es wie Takeshi und verzinne vorher mit bleihaltigem lot
so geht es schon viel besser  :)

Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Hully am 09. Juli 2015, 16:46:47
Danke für eure Tipps :) Ich hab bisher weder geregelte Heißluft noch Vakuumsauger. Ich hab mir gedacht, wenn ich es mit dem Lötkolben statt Heißluft probiere, kann man den Chip noch ganz normal mit der Hand anpacken. Ich hab mir vorgenommen, das Ein- und Auslöten erstmal an einer kaputten Schrottplatine zu üben. Jetzt steh ich ein bisschen vor der Wahl, mit welchen Hilfsmitteln ich entlöte. Wenn ich es richtig verstanden hab, benutze ich als Flussmittel entweder Lötwasser, Flussmittelpaste oder gelöstes Kolophonium. Takeshi hat mir von Lötwasser abgeraten. Aber so ganz hab ich die Vor- und Nachteile der drei noch nicht ganz verstanden. Flussmittelpaste hat den Vorteil, dass es nicht wegfließt, ist aber wohl ziemlich teuer. Lötwasser fließt weg, ist aber nicht so korrisiv wie gelöstes Kolophonium, oder? Gut, man kann die Platine nach der Aktion mit Isopropanol und Zahnbürste reinigen, aber nicht unter den Chips. Ist verdampfendes Lötwasser weniger gesundheitschädlich als verdampfendes Kolophonium?

Außerdem wär ich fürs Einlöten über Tipps zum Lötzinn dankbar. Bisher hab ich alles mit meinem Stannol Sn60Pb38Cu2 1mm Durchmesser gelötet. Ich könnte mir vorstellen, dass für TSOP dünnerer Lötdraht vorteilhaft wär. Oder sagt ihr, Lötdraht ist für TSOP totaler Mist - nimm Lötpaste? Und möglicherweise besser Sn60Pb38Ag2 verwenden? Das Ziel wär es, dass ich nach dem Einlöten noch die Chance hab, mit dem E3 Clip den Spansion Chip auszulesen/zu beschreiben. Wenn man den Chip so einlötet wie in dem youtube-Video in Takeshis Post kann man das wohl vergessen.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 09. Juli 2015, 17:31:12
Nein, Flussmittelpaste ist nicht teuer. Bei Farnell ist Flussmittel generell teuer, egal welche Art.

Gelöstes Kolophonium und Pasten haben den "Vorteil", dass nach dem Erhitzen noch Flussmittel übrig bleibt. In beiden Fällen ist das Flussmittel (möglichst temperaturstabil) in einem Träger gelöst, entweder einer Flüssigkeit, oder einer Paste. Unter Lötwasser verstehe ich eine Flüssigkeit, die selbst das Flussmittel sein soll und von der nach dem Löten nichts mehr übrig ist.
Kann auch ein psychologischer Punkt sein, aber meines Erachtens sollte in dem Moment, in dem das Flussmittel wirken muss, ja auch etwas da sein. Das Flussmittel muss wirken, wenn das Lötzinn flüssig ist. Kurz darauf hört man auf zu erhitzen, denn dann ist der Lötvorgang abgeschlossen. Ist dann schon nichts mehr da, kann ich mir kaum vorstellen, dass es wirklich gewirkt hat. Ich habe aber wie gesagt auch noch nicht so viele Flussmittel durchprobiert. Und einen Grund wird es schon geben, wieso es Lötwasser zu kaufen gibt. Ich bin mir nur nicht sicher, ob Löten auf Platinen wirklich der Einsatzzweck dafür ist.
Dass Lötwasser nicht so korrosiv sein soll, halte ich für ein gerücht. Je nach Lötwasser ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Kolophonium muss man ja auch nicht entfernen.

Lötdraht verwendest du zum Löten mit dem Kolben, Lötzinnpaste beim automatisierten Reflow-Löten. Paste kannst du außerdem nur mit speziellen Masken wirklich sinnvoll verwenden. Die hast du nicht. Paste ist dafür also uninteressant.

Welche Dicke du verwendest, hängt davon ab, wie du löten willst. Wenn du jeden Pin einzeln anlöten willst, ist dünnes Zinn besser. Aber davon rate ich ab, macht keinen Spaß und geht schnell "schief" in dem Sinne, dass du gezwungenermaßen auf eine der anderen Methoden wechselst. Ich verwende 1 mm dickes Zinn.
Ich löte die Chips auch mit der Hand und Lötkolben an und ich kann die danach noch auslesen und beschreiben, geht aber beschissen. Das ist keine Frage des Zinns, sondern wie sauber und gleichmäßig du arbeitest. Da ist per-Hand-löten grundsätzlich im Nachteil. Aber alles eine Sache der Übung.

Ein gravierendes Kriterium beim Zinn ist, ob es bleihaltig oder bleifrei ist. Ob das nun Sn60Pb40 (nur Blei), Sn60Pb38Cu2 (Blei + Kupfer) oder Sn60Pb38Ag2 (Blei + Silber) ist, ist denke ich nicht so wichtig. Ich kann dir gar nicht sagen, wie da die Unterschiede sind, hab mich damit nie befasst und auch nie befassen müssen. Simples Sn60Pb40 hat immer gereicht. Ich glaube das mit Silber hat den Vorteil, dass die Kontakte länger halten, da sie nicht so schnell korrodieren. Aber das sind Feinheiten, die bei dir nun echt nicht kriegsentscheidend sind. Du hast andere Baustellen.
Wichtig ist übrigens auch da das Flussmittel und in welcher Menge es vorhanden ist. Da habe ich bisher schon Unterschiede zwischen Zinn von Stannol und irgendwelchem billig-Zinn gemerkt. Gerade nutze ich das von Stannol Sn60Pb40 mit dem Flussmittel Typ HF32. Das soll etwas besser sein als das HS10, das auf Kolophonium basiert.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Hellraiser am 09. Juli 2015, 20:10:04
Kann ich nur empfehlen

http://www.ebay.de/itm/High-Quality-KINGBO-RMA-218-BGA-Reballing-Solder-Repair-Flux-Paste-1-PC-/171733164658?pt=LH_DefaultDomain_3&hash=item27fc182272 (http://www.ebay.de/itm/High-Quality-KINGBO-RMA-218-BGA-Reballing-Solder-Repair-Flux-Paste-1-PC-/171733164658?pt=LH_DefaultDomain_3&hash=item27fc182272)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 09. Juli 2015, 20:19:47
Solches habe ich auch, das ist das, was ich in der PM meinte. Allerdings muss bedacht werden, es gibt offenbar kein originales Kingbo-Flussmittel, das scheint so eine Art Pseudomarke zu sein. Das gibt es von zig Anbietern, welches das nun ist, weiß man nie so genau, was drauf steht ist dabei auch egal. Ist ja mit das Leichteste, was man "fälschen" kann: Die Aufschrift. Ich hatte bisher zwei verschiedene Pöttchen und die waren beide gut, egal ob hell oder dunkel. Das helle war jedoch etwas wässrig.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Hellraiser am 09. Juli 2015, 20:36:52
Ja, ich hatte biher auch 2 stück
und der unterschied von außen ist zum einen die Farbe des Blauen Labels.
Das Gelbe dickere, gelbere Kingbo ist das mit der satten blauen schrift.
Anderes ist bübchenblau und das Flussmittel ist eher weiss.

Zum normalen löten ist es echt egal welches.
Fürs bestücken von BGA`s mit solderballs ist dass dünnflüssigere für mich das beste.
Da man wirklich mit einer extrem dünnen schicht auf dem BGA arbeiten kann und alles fließt noch  :)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Hully am 10. Juli 2015, 00:06:48
Vielen Dank! Ich verlass mich einfach mal auf euch, probier es mit dieser Flussmittelpaste und kauf mir kein Lötwasser. Takeshi, du hast mal geschrieben, dass du je nach Anwendung Lötpaste oder gelöstes Kolophonium benutzt. In welchem Fall sollte man keine Lötpaste verwenden und lieber gelöstes Kolophonium nehmen? Ist das nur für Ball Grid Arrays wichtig?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 10. Juli 2015, 00:25:22
Die Flussmittelpaste lässt sich schlechter entfernen. Kolophonium kannst du leicht wieder in Isopropanol lösen. Gerade bei BGAs (Reflow) ist das von Vorteil. Dann gibst du das Kolophonium darunter, machst den Reflow, kannst die Reste mit Isopropanol lösen und ausspülen und später frisches Kolophonium drunterkippen. Ist die Paste irgendwann "verbraucht", bekommst du die so nicht weg, da die sich kaum löst. Das geht nur mit Bürsten, aber da kommst du ja nicht dran, ohne den Chip zu entfernen. Weiterer Vorteil ist da, die Paste ist eben pastös, während das gelöste Kolophonium flüssig ist und unter den BGA fließen kann.
Inzwischen benutze ich da aber auch die Paste, denn wenn die warm ist, fließt die auch langsam drunter (erfordert etwas Übung) und wenn der Reflow nichts gebracht hat und das Flussmittel ausgetauscht werden müsste, entferne ich sowieso den Chip komplett, wodurch der Vorteil mit dem Reinigen wieder wegfällt.

Ich benutze das Kolophonium jedenfalls kaum noch, weil ich überall gelernt hab auch mit Paste zu arbeiten. Kolophonium setze ich vorallem dann ein, wenn ich unebene Stellen danach wieder reinigen will, denn das geht wie gesagt besser. In vielen Fällen ginge auch Kolophonium, aber von dem gelösten hab ich nicht so viel da, es ist nicht so schön zu verarbeiten, weil die Pipette bei mir immer wieder kaputt ist, die Flasche etwas klebt ... also eher triviale Gründe, nichts wirklich Technisches.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Dragoon am 10. Juli 2015, 15:48:19
ich hab mir mal zu anfangs Lötpaste / Löthonig bei reichelt mitbestellt gehabt, 500g. steht immernoch bei mir, vielleicht 1-2 mal benutzt, ich kann mit dem Zeug nix anfangen, vorallem da es sich auch nicht in Isopropanol löst und wirklich "harte" Paste ist.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 10. Juli 2015, 16:00:46
Das kannst du fast nur bei BGAs gut benutzen, wenn du halt glatte Flächen hast, dann streichst du das mit einem Spachtel auf die ganze Fläche. Oder du nimmst dir mit einem langen dünnen Gegenstand etwas heraus und gibst es auf eine Lötstelle, an der du zusätzliches Flussmittel benötigst. Da kann man aber auch kleine Krümel Kolophonium verwenden, wenn es nicht-flüssig sein soll.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 27. September 2015, 19:03:08
Ich möchte mir auch eine Lötstation zulegen, um Bausätze zusammenzulöten oder Kabel zureparieren. Also alles eher hobbymäßig.
Preislich dachte ich an ca. 60-80€, aber die üblichen Verdächtigen (Weller/Ersa, z.B. WECP-20) sind zu dem Preis eher in schlechtem Zustand zu haben. Takeshi hat hier einen Test über eine Aoyue Lötstation geschrieben, die recht interessant war. Deshalb hab ich mir mal die Aoyue 9378 (http://www.aoyue.eu/aoyue-int9378-digitale-bleifreie-lotstation-lotkolben-smd.html)  näher angesehen:
-Ersatzteile sind günstig erhältlich
-60 Watt
-auch für bleifreies Lot verwendbar (wobei ich da keinen Unterschied zu anderen Lötstationen erkennen kann, evtl. andere Spitzen? werde wohl sowieso kein bleifreies Lot verwenden)
-geht automatisch aus, wenn sie nicht benutzt wird
-leider nicht analog

Einen Satz Spitzen müsste ich gleich dazu kaufen. Habe ich irgendetwas wichtiges übersehen, das mir den Spaß an der Station nehmen könnte? Oder habt ihr bessere Empfehlungen in dem Preisbereich?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 27. September 2015, 19:07:40
Die WECP20 kriegt man schonmal für 50-60€ bei eBay. Meine hat glaub mit Versand 65 gekostet, ich möchte sie nicht mehr missen. Automatisch aus kenn ich nicht bei Lötstationen, gibts sowas?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 27. September 2015, 19:35:07
Ich bin inzwischen nicht mehr ganz so zufrieden mit der Station von Aoyue, hab nun auch eine andere (sehr günstig bekommen, Ersa), mit der ich aber auch nicht so zufrieden bin. Bei der konnte ich herausfinden, dass die Temepraturregelung schlecht ist, da es sich nur um eine Zwei-Punkt-Regelung handelt, während gute Stationen die Temperatur richtig nachregeln. Ich vermute, dass das mittelmäßige Arbeitsgefühl daran liegt. Bei der Aoyue hab ich leider verpennt das zu messen, mache ich aber vielleicht noch mal. Vermutlich ist das da aber identisch.

Ich kenne das von einer guten Ersa-Station, dass die nach einer einstellbaren Zeit auf eine einstellbare Temperatur herunterregelt. Das gibt es, ja.

Stationen für bleifreies Löten haben wirklich andere Spitzen, ja. Hab mal gehört, die temperatur wird da genauer geregelt, aber ob das wirklich so ist, keine Ahnung. Glaube das inzwischen immer weniger, weil "für bleifreies Löten" ist heute ja jede Station geeignet, schlecht sind manche trotzdem.

Wie die Aoyue Int9378 nun wirklich ist, kann ich schlecht beurteilen. Das muss man letztendlich testen, aber ich sehe da kein K.O.-Kriterium.

Wegen Zubehör: Hast du eine Entlötpumpe, Entlötlitze?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 27. September 2015, 20:25:30
Entlötpumpe, Entlötlitze, Lot mit Flussmittelseele, eine dritte Hand und eine kleine Dose Lötfett habe ich noch von einem (schlechtem) Baumarkt-Lötkolben übrig.
Alternativ gäbe es von Weller und Ersa 230v Lötkolben für schmales Geld, aber ich bezweifel, dass ich damit weit komme.

Momentan sieht es mit den gebrauchten eher schlecht aus, die WECP-20 geht in ordentlichem Zustand für ca. 110€ weg. Da hast du richtig Glück gehabt grave_digga ;D Auf Amazon.com hat die Aoyue viele gute Bewertungen, ich denke ich gebe ihr mal eine Chance. Danke für eure Tipps! ;)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: RalleBert am 27. September 2015, 20:47:46
Ich habe auch eine Aoyue, eine Kombistation mit Heißluft (welche das ist, weiß ich grad nicht), es gibt sicher bessere, aber bei dem Preis, da kommt man kaum drum rum. Da ich die nicht jeden Tag nutze reicht die auch für mich voll aus. Die Spitzen sind so lala, das ist meine Erfahrung, allerdings habe ich jetzt Spitzen von Hakko im Einsatz, Hakko ist wohl im Groben baugleich.

Das Lötfett kannst Du eigentlich in die Versenkung verbannen, ich würde es nicht für Elektronikarbeiten nutzen. Ich habe meines mal für Messingverbindungen benutzt, sonst nur Flussmittel aus der Seele oder Kolophoniumlösung.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 28. September 2015, 00:15:14
Ich hab eine Ersa "Analog 60" für 30 € mit Wechselspitze bekommen, da hab ich auch mal Glück gehabt. Manchmal muss man auch ein wenig auf den richtigen Moment warten und nicht zu einem festen Zeitpunkt (jetzt) zwischen drei Angeboten wählen.

Klar, neu bekommt man kaum etwas Besseres für das Geld als bei Aoyue (eben weil die nicht viel kosten), aber gebraucht kann ja wieder besser sein. Schwer zu sagen.

Ja, Lötfett wegschmeißen!
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 29. September 2015, 16:50:20
Ich habe mich nun für die Aoyue entschieden. Das Lötfett wird gleich entsorgt, ich berichte dann, ob ich sie weiterempfehlen würde.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 01. Oktober 2015, 18:02:45
Die Station ist da, sieht soweit garnicht mal schlecht aus. Leider bekomme ich es nicht hin, zwei 0,75mm^2 Kabel miteinander zu verlöten  :o (als Übung) Trotz 330°C werden die Kabel nicht so heiß, dass das Lötzinn an ihnen schmilzt und ordentlich zerfließt. Könnte das am Lötzinn liegen? Ist ein 1,5 mm dickes flußmittelgefülltes SN60PB40 Lötzinn. Ich schätze, 1,5mm sind für den Anfang zu dick, oder?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 01. Oktober 2015, 19:05:26
Zum Litze (Kabel) zu löten ist das völlig OK. Ich vermute eher das die Spitze noch irgendeine Beschichtung o.Ä. drauf hat. Schmilzt das Lot alleine am Lötkolben problemlos? Falls ja machst Du etwas Lot auf den Lötkolben (natürlich auf dessen Spitze) so das eine leichte Schicht drauf ist. Dann nimmst Du das eine abisolierte Ende der Litze und hälst den Lötkolben da dran, das Lötzinn hälst Du kurz an die Spitze des Lötkolbens und dann an die Litze. Der Lötkolben mit der benetzten Spitze stellt den Kontakt zur Litze her, somit wir Wärme in die Litze gebracht. Das Lötzinn schmilzt dadurch und die Litze wird durchtränkt. Dasselbe machst Du an der andern Seite der Litze. Nun den Kolben wieder etwas benetzen mit Lot, dann die beiden Litzen zusammen halten und mit dem Lötkolben verlöten. Das geht dann fast wie von selbst. 330° sollten mehr als OK sein, ich hab für Litze immer so 300-305°. Ein wenig mehr schadet aber auch nicht. Ich hoffe ich hab das einigermaßen verständlich erklärt. Ach ja, Kabel immer am besten überlappend verlöten, nicht stumpf.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 01. Oktober 2015, 20:12:23
Vielen Dank für deinen Tipp! Ich habe das Verzinnen eben noch einmal probiert, das sieht schon deutlich besser aus. Ich war einfach zu geizig mit dem Zinn auf der Lötspitze.
Das Verlöten von zwei Litzen sieht noch etwas wild aus, ist aber bestimmt Übungssache.  :)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 01. Oktober 2015, 20:49:53
Wie gesagt, wenn Du beide Seiten verzinnt hast geht es fast von selber. Die Enden zusammenhalten so wie Du sie verlöten willst und dann im Prinzip nur den feuchten Lötkolben dranhalten, das verschmilz dann miteinander. Und den enstehenden Qualm immer leicht von Dir wegblasen, den sollte man nicht direkt einatmen.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 01. Oktober 2015, 22:39:11
Anfänger machen meiner Erfahrung nach häufig den Fehler, dass sie Lötzinn auf die Spitze geben und dann, nach teilweise recht langer Wartezeit, geht es dann mit der Spitze an die zu verlötende Stelle. Die beste Reihenfolge ist aber wie folgt:
- Spitze reinigen
- Spitze an die zu lötende Stelle, beim Zusammenlöten so, dass beide Komponenten berührt werden
- wenig Lötzinn an die Kontaktstelle (nicht nur an die Spitze!), wodurch sich dann etwas Lötzinn zwischen Lötstelle und Spitze zieht, damit eine thermisch gut leitende Verbindung herstellt
- Die Lötstelle wird heißer
- Noch mal Lötzinn an die Lötstelle, am besten gar nicht mehr an die Spitze

Die letzten beiden Punkte kann man je nach Situation auch weglassen und direkt beim ersten Mal genug Lötzinn dazugeben. Für eine gute Lötstelle braucht man halt zwei Dinge, nämlich Hitze und Flussmittel. Beides beißt sich, denn zu viel Hitze zerstört das Flussmittel. Deshalb sollte die Hitze möglichst vor der Zugabe des Flussmittels aufgebaut werden und nach Zugabe des Flussmittels sollte der Lötvorgang schnell beendet werden.

Bei Platinen kann man das meist so machen, dass alles schon so liegt, wenn man das Lötzinn dazugibt, die Platine liegt fest. Bei Kabeln ist das oft schwierig, die rutschen ja sofort weg. Da mache ich das oft so, dass ich etwas Lötzinn von der Rolle abrolle, die Rolle hinlege und das Zinn zu einem Bogen Forme. Dann ist das Lötzinn "fest" und man kann mit der einen Hand das Kabel und mit der anderen den Lötkolben halten.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 16. Oktober 2015, 18:57:37
Danke für eure Tipps. Ich hab heute wieder Zeit gefunden und mal an einer Platine etwas rumgebastelt (alter, kaputter Wecker); das Ergebnis lässt sich sehen. Ja, das erste Kabel ist falschrum drin und sieht deswegen nicht so schön aus, aber das zweite braune Kabel finde ich kann sich sehen lassen!  :) Ist aber allgemein recht komisch auf der Platine, manche Bauteile sind von vorne und manche von hinten angelötet. (Bild: http://abload.de/image.php?img=img_20151016_184512vquch.jpg)
Erwähnenswert wäre evtl., dass man das Wort "Lötspitze" nicht unbedingt todernst nehmen sollte und einen großen Teil der Spitze nutzen kann und sollte. Sonst schmilzt da nichts ;D
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 16. Oktober 2015, 19:09:38
Das ist doch ganz normal. Die einen Bauteile nennt man ganz modern "THT" (Trough Hole Technology). Das sind bedrahtete Bauteile, die auf der einen Seite aufgesteckt und auf der anderen verlötet werden. Als "SMT" (Surface Mounting Technology oder SMD -> Surface Mount Device) bezeichnet man die anderen Bauteile, die auf der gleichen Seite ohne Beinchen verlötet werden. Früher war alles THT, heute ist immer SMT. Manche Sachen sind nur nicht als SMT realisierbar, weshalb es heute noch THT gibt.

Und ja, ganz spitze Lötspitzen sind sogar oft eher von Nachteil.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Kenaio am 26. Oktober 2015, 21:33:16
Jetzt wo du es sagst, ist es natürlich einleuchtend. SMD hatte ich im Hinterkopf, dachte aber, das wäre hauptsächlich in der Industrie üblich. Wenn ich nun einen industriellen Wecker vor mir habe.. ::)

Heute habe ich quasi meine erste Platine (Atmel 8 Entwicklerboard) mit 1,2mm Spitze und gutem 1mm Lot zusammengelötet. Ich bin wirklich begeistert. Die Station ist in rund 20-30 Sekunden auf Temperatur und das Löten funktioniert dank neuem Lot wunderbar. Manchmal bleibt statt einer runden Kugel eine kleine Fahne vom Wegziehen übrig, ich denke, das liegt an zu viel Lötzinn, oder?

Eine 0,5mm Lötspitze habe ich auch noch da, die war aber für oben genanntes zu filigran. Benutzt man die schon beim SMD Löten? Oder geht das dann eher richtung 0,2mm?

Interessant finde ich auch, dass man das Flussmittel richtig bei seiner Arbeit beobachten kann. Erst haftet das Lötzinn ziemlich hartnäckig an der Spitze, aber wenn das Flussmittel greift, läuft es schön in dahin, wo es soll.  :)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 26. Oktober 2015, 22:03:52
Jetzt wo du es sagst, ist es natürlich einleuchtend. SMD hatte ich im Hinterkopf, dachte aber, das wäre hauptsächlich in der Industrie üblich. Wenn ich nun einen industriellen Wecker vor mir habe.. ::)

Ich bin wenig aussagekräftig für den "Heimbastler-Bereich", da ich beruflich damit arbeite, aber ich würde sagen auch im privaten Bereich wird mehr SMD eingesetzt, weil die Möglichkeiten dafür immer besser werden. Platinen kann man dafür ätzen, aber industriell hergestellte Prototypen sind auch für Privatpersonen immer häufiger zugänglich und bezahlbar. Der Nachteil ist, man muss sich vorher genau überlegen, was man da tut, denn einfach so die Schaltung umstricken wie bei THT geht nicht.

Manchmal bleibt statt einer runden Kugel eine kleine Fahne vom Wegziehen übrig, ich denke, das liegt an zu viel Lötzinn, oder?

Größtenteils an der Technik. Lötzinn wird "zäh", wenn das Flussmittel fehlt. Das ist er Fall, wenn du zu lange und/oder zu heiß lötest. Es kann aber aucg an der Menge Flussmitte oder dem Flussmittel selbst im Lötzinn liegen, aber eher selten.

Eine 0,5mm Lötspitze habe ich auch noch da, die war aber für oben genanntes zu filigran. Benutzt man die schon beim SMD Löten? Oder geht das dann eher richtung 0,2mm?

SMD löte ich größtenteils mit einer 2-mm-Spitze, auch die ganz kleinen Bauteile wie 0201-Widerstände. Nur in speziellen Fällen greife ich auf eine feine Spitze zurück, aber ich denke unter 0,5 mm würde ich da auch nicht gehen.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 20. Oktober 2016, 22:49:22
Guten Abend.

Ich bin momentan am überlegen mir auch eine Lötstation zu zulegen und bin dabei auf die Kaleep 8586 gestoßen und mich würde interessieren ob da schon mal jemand was gehört hat ob sie für einen Einsteiger brauchbar wäre.
https://www.ebay.de/itm/151616909222

PS: Würde gerne SMD löten und Reflows damit durchführen
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 21. Oktober 2016, 00:26:57
Reflows kannst du damit vergessen, außer das sind mini-BGAs auf kleinen Platinen in der Größe vom 3DS oder von Handys. Im Großen und ganzen kann man solche Heißluft-Lötstationen aber dafür generell knicken, kauf dir lieber einen Heißluftfön dafür.

Bei einer Lötstation ist immer wichtig, dass es vernünftige Lötspitzen gibt. Bei ganz billigen bekommst du die, die dabei sind und das war's. Bei guten Markenstationen hast du eine riesige Auswahl. Wie das hier ist weiß ich nicht. Zum Temperaturregelverhalten kann ich genau so wenig sagen, kenne die Station nicht. Die geben zwar eine Temperaturstabilität von ± 5 °C an, aber das ist ziemlich sicher gelogen (wenn das auf, das schafft nicht mal eine gute Ersa-Station für 300+ € in allen Situationen. Die hier macht das vielleicht, wenn du den Lötkolben in der Läft hältst oder die meinen damit, dass die angezeigte Ist-Temperatur maximal um 5 °C vom echten Istwert abweicht. Mit 50 W kann man da eh nicht all zu viel reißen.

Ob SMD oder THT ist übrigens auch egal, da unterscheiden sich höchstens die Spitzen etwas, aber auch nicht sonderlich. Sowohl THT- als auch SMD-Bauteile können an dicken Kupferanbindungen liegen und dann brauchst du viel Power und Temperaturstabilität.

Klingt jetzt alles vermutlich eher negativ, aber sagen wir es so: Du willst scheinbar nur um die 50 € ausgeben und dafür kannst du keine Wunder erwarten, für das Geld wird die aber schon ganz brauchbar sein, vermute ich einfach. Du musst dir aber im Klaren sein, wenn du eine gute Lötstation willst und damit viel, professionell und gut löten willst, dann musst du einfach mehr Geld ausgeben. Wenn du dich damit arrangieren kannst, dass die Lötergebnisse nicht immer so sauber sind, du einige Stellen nicht so einfach löten kannst, dann kannst du so was kaufen.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 21. Oktober 2016, 01:02:49
Ja wie du bereits erkannt hast hätte ich am liebsten möglichst viel für ganz schmales Geld  ;D

Aber es ist schon einmal gut zu wissen das ich mir lieber einen neuen Heißluftfön holen sollte für die Reflows, da ich aktuell nur den meines Mitbewohners benutze der gefühlt 40 Jahre alt ist und wo auch nur noch Stufe 1 funktioniert  ::)

Generell hab ich mir eigentlich gedacht eine relativ günstige Lötstation zu zulegen mit der ich rund ein paar mal im Monat mal nen SMD aus und einlöten kann, bzw mir erstmal das löten beibringen kann, da ich aktuell nur im schweißen fit bin.
Ich hatte mir halt auch gedacht, dass ich mit dem Lötkolben die Lötzinnkugeln setze und über Heißluft dann den SMD aufsetze und positioniere.
Kann ich das sonst auch über den Heißluftfön mit entsprechenden Aufsetzen zu machen um die Kosten wenigstens etwas senken zu können?
Falls ich doch eine etwas bessere Lötstation bekomme ohne Heißluft
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 21. Oktober 2016, 02:16:28
Ja wie du bereits erkannt hast hätte ich am liebsten möglichst viel für ganz schmales Geld  ;D

Das will ja jeder. Die Frage ist nur, wie dein persönlicher Kompromiss aussieht. Auf wie viel Komfort und Handlungsspielraum bist du bereit zu verzichten und wie schmal muss der betrag zwingend sein.

Aber es ist schon einmal gut zu wissen das ich mir lieber einen neuen Heißluftfön holen sollte für die Reflows, da ich aktuell nur den meines Mitbewohners benutze der gefühlt 40 Jahre alt ist und wo auch nur noch Stufe 1 funktioniert  ::)

Ein guter Heißluftfön kostet auch um die 40 €, aber der ist dann in kleinen Schritten regelbar, sowohl Luft, als auch Temperatur. Damit kannst du schon gut was machen. Aber für einen guten Reflow solltest du noch mindestens einen Preheater haben, was zur Not eine Herdplatte sein kann.

Generell hab ich mir eigentlich gedacht eine relativ günstige Lötstation zu zulegen mit der ich rund ein paar mal im Monat mal nen SMD aus und einlöten kann, bzw mir erstmal das löten beibringen kann, da ich aktuell nur im schweißen fit bin.

Gerade zum Lernen sind billige Stationen nicht so gut geeignet. Denn anfangs scheitert es dann gleich an zwei Dingen, an dir und am Werkzeug. Wenn du einmal geübt bist, kannst du mit schlechtem Werkzeug auch eher etwas reißen als wenn du ungeübt bist. Ist natürlich finanziell ein totaler Widerspruch, das ist mir bewusst. Wenn du kaum damit Kontakt hattest und erst mal haben wirst, weil du ein Anfänger bist, dann gibt man natürlich nicht so viel Geld dafür aus, als wenn man erfahren ist und das Teil täglich nutzt. Wobei man dann auch keine billige Station haben will.

Ich hatte mir halt auch gedacht, dass ich mit dem Lötkolben die Lötzinnkugeln setze und über Heißluft dann den SMD aufsetze und positioniere.

Vergiss es. Für BGAs kannst du Kugeln kaufen und das solltest du auch, sonst wird das nichts. Und für handlötbare SMD-Bauteile ist das keine gute Vorgehensweise. Wenn du Angst davor hast SMDs direkt zu löten, lass es ganz. Das ist ja (so scheint es zumindest) ein Versuch kleine SMD-Bauteile nicht löten können zu müssen. Üben, scheitern, weiter üben. Meine ersten Lötstellen waren grauenhaft, SMD löten ging so lala. Heute löte ich dir 0201-Bauteile (das sind die kleinen Bauteile auf der PS3-GPU) mit der Hand. Alles Übungssache.
Was du machen kannst: Pads verzinnen, IC auflegen und dann mit Heißluft verlöten. Da muss aber auch die Lötzinnmenge stimmen, du musst aufpassen, dass das IC nicht verrutscht. So ähnlich wird das auch in der Industrie gemacht, nur mit Lötzinnpaste statt erstarrtem Lötzinn auf dem Pad.
Bei kleinen Bauteilen ist das aber nicht empfehlenswert. Gefühlt ist diese Vorgehensweise sowieso eher Level 2, wenn du per Hand löten kannst. Kenne keinen, der es per Hand nicht hinbekommt, aber per Heißluft lötet.

Kann ich das sonst auch über den Heißluftfön mit entsprechenden Aufsetzen zu machen um die Kosten wenigstens etwas senken zu können?
Falls ich doch eine etwas bessere Lötstation bekomme ohne Heißluft

Die Aufsätze sind selten wichtig oder zumindest entscheidend. Für viele Sachen reichen schon die Aufsätze, die bei einem Heißluftfön dabei sind. Du musst nur grob die Größe der Öffnung variieren, genau muss die nicht stimmen, wie auch die Form. Das ist nur bei großen BGAs wichtig.

Ich denke du wirst keine bessere Station ohne Heißluft für den Preis finden, aber für mich wäre der Heißluftkram an der Station, mit der ich ständig per Hand löte, einfach nur nervig. Ich bin froh das getrennt zu haben, denn ich nutze die Heißluftstation so gut wie nie.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 21. Oktober 2016, 02:56:00
Vielen Dank schon einmal für die schnelle und ausführliche Antwort.

Naja ganz schmales Geld wäre am liebsten unter 50€, jedoch wenn ich günstig etwas besseres bekommen würde, was auch Wertstabil ist, wären 100€ auch noch zu verkraften.

Da du schreibst das eine bessere Lötstation auch Anfängerfreundlicher ist werde ich wohl versuchen in der Bucht eine gebrauchte Weller oder Ersa zu bekommen.
Welche Modelle wären da dann zu empfehlen?

Mit den Zinnkügelchen meinte ich eigentlich auch das vorverzinnen der Pads um dann die SMD-Sicherung über Heißluft einzulöten. Speziell geht es hierbei um die Laufwerksicherung F7202 der PS3 V9. Oder wäre dabei ein normales einlöten per Lötkolben angebrachter?
Zusätzlich würde mich noch interessieren welche lötspitze und was für Lötzinn hier zu empfehlen ist.

Gibt es bei dem von dir genannten Heißluftfön einen besonderen den du meintest oder ist es egal von welcher Marke dieser ist, solange die Regelungen vorhanden sind?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 21. Oktober 2016, 03:50:12
Vielen Dank schon einmal für die schnelle und ausführliche Antwort.

Gern! :)

Naja ganz schmales Geld wäre am liebsten unter 50€, jedoch wenn ich günstig etwas besseres bekommen würde, was auch Wertstabil ist, wären 100€ auch noch zu verkraften.

Da du schreibst das eine bessere Lötstation auch Anfängerfreundlicher ist werde ich wohl versuchen in der Bucht eine gebrauchte Weller oder Ersa zu bekommen.
Welche Modelle wären da dann zu empfehlen?

Gute Entscheidung. Ob Weller oder Ersa ist wahrscheinlich egal, ich tendiere eigentlich eher zu Weller, hab nur in den letzten Jahren berufsbedingt mehr Erfahrung mit Ersa gesammelt. Da hab ich die i-CON1 bzw. i-CON2 (sind gleich, nur 2 Lötkolben statt einem), die ist schon richtig gut, aber auch teuer. Privat habe ich eine gebrauchte Analog 60 ergattert. Die ist ... nicht so geil (müsste ich selbst mal aufrüsten, aber man schlägt sich immer so damit durch). Die ist nicht sonderlich genau, was die Temperatur angeht, sehr träge in der Regelung, schon weil die Temperaturerfassung zu träge ist. Von den alten analogen Stationen würde ich inzwischen abraten. Hab ich früher völlig unkritisch gesehen, aber durch die gesammelte Erfahrung hat sich das geändert. Es gibt die i-CON pico, die ist vermutlich super für dich geeignet, kostet 120 € neu bei ebay. Gebraucht gerade nicht vorhanden. Ich müsste mal nachsehen, welche anderen Stationen den gleichen Lötkolben verwenden und du daher auch nehmen kannst. Das kann ich jetzt aber nicht machen, mache ich später mal.
Wie das bei Weller aussieht, weiß ich aus dem Stehgreif nicht, da wäre es mehr raten. Auch da muss ich mir selbst erst genau einen Überblick verschaffen.

Mit den Zinnkügelchen meinte ich eigentlich auch das vorverzinnen der Pads um dann die SMD-Sicherung über Heißluft einzulöten. Speziell geht es hierbei um die Laufwerksicherung F7202 der PS3 V9. Oder wäre dabei ein normales einlöten per Lötkolben angebrachter?

Ich löte so was nur mit dem Lötkolben. Alle Bauteile mit 2 oder 3 Pins würde ich vermutlich nie mit Heißluft löten, viel zu umständlich.

Zusätzlich würde mich noch interessieren welche lötspitze und was für Lötzinn hier zu empfehlen ist.

Ich mag die flachen Spitzen, nennt sich oft "Meißelform", allerdings gerade, nicht abgewinkel! Die gibt es nämlich auch noch. Als Breite empfehle ich dir für den Einstieg 1 mm und 2 mm oder 2,5 mm. Feiner als 1 mm brauchst du nicht, wenn du nicht ganz feines Zeug löten willst. Die Sicherung ist in der Bauform 1206. Bis 0603 (halbe Länge, halbe Breite) kannst du ohne Probleme mit so einer Spitze löten. Darunter geht auch, da kommt es dann auf den Einzelfall an. Aber in dem Bereich bewegst du dich sowieso noch nicht. Viele Leute meinen für "feine Lötarbeiten" (1206 ist für mich allerdings nicht fein) möglichst feine Lötspitzen verwenden zu müssen, um das besser löten zu können. Das ist aber falsch, eher das Gegenteil ist der Fall. Um so feiner die Spitze, desto schwieriger wird es ab einem gewissen Punkt.
Für gröbere Sachen oder schon manche 1206-Bauteile nimmst du dann die Spitze mit 2,0 oder 2,5 mm.

Lötzinn: Auf jeden Fall bleihaltig, also Sn60Pb40 oder so ähnlich. Die Zahlen können etwas variieren, wie Sn60Pb37Ag3, aber auf keinen Fall bleifreies Lötzinn (Sn9x oder so). Dicke des Zinns ... 1 mm ist nicht schlecht, ~0,7 ist auch manchmal nicht daneben. Vermutlich wirst du aber nur einmal Lötzinn kaufen wollen. Schwer zu sagen, was du da nehmen solltest.
Ich verwende generell gern Lötzinn von Stannol. Die haben das Lötzinn mit verschiedenen Flussmitteln, kann dir aber gerade gar nicht sagen, welches ich da immer verwende, meine HS10. Hab hier aber auch noch eine Rolle HF34. Hab ich nie wirklich verglichen. Kann das erst nächste Woche vergleichen. Also wenn du noch warten kannst ...

Gibt es bei dem von dir genannten Heißluftfön einen besonderen den du meintest oder ist es egal von welcher Marke dieser ist, solange die Regelungen vorhanden sind?

Vermutlich egal. Ich hab immer das gleiche Modell gekauft, der Name wechselt aber immer wieder.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 21. Oktober 2016, 05:51:20
Ich hab in der Firma wie auch zuhause eine Weller WECP 20. Hat 50 Watt, bis jetzt konnte ich damit alles löten was ich wollte.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 21. Oktober 2016, 12:06:01
Ich kann dir übrigens auch Lötzinn-Proben zukommen lassen, wenn du selbst testen willst, womit du besser klarkommst.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 21. Oktober 2016, 13:15:12
Die Ersa Pico sieht schon ganz nett aus, leider gibt es wie du bereits schon erwähnt hast keine Gebrauchte in der Bucht, jedoch habe ich folgende gefunden:
- Weller WD1 (wird wahrscheinlich zu teuer)
- Weller WECP 20
- Ersa Digital 2000A
- Weller WSD 81
- Ersa RDS 80

Sind die genannten Lötstation brauchbar für meine Zwecke oder sollte ich bei erreichen des gleichen Preises eher zur Ersa Pico tendieren?


Gut zu wissen ist auch das die Methode mit Heißluftfön zu aufwendig ist.


Habe gerade auch noch einmal nachgeschaut und die Sicherung F7202 müsste wenn ich es richtig gelesen habe eine 0603 sein, also eher Richtung 1mm Meißelspitze oder würde die 2mm auch gehen.

Dazu würde mich noch brennend interessieren ob es extra Platinen zum lernen für 1206; 0804, 0603.... SMD Sicherungen gibt und ob es günstige dummys oder ähnliches gibt zum üben.


Über Lötzinnproben würde ich mich definitiv sehr freuen, jedoch braucht man das erst in Angriff nehmen wenn ich auch eine Lötstation habe.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 21. Oktober 2016, 14:28:38
Weiß natürlich nicht, wie eilig es bei dir ist, dachte du kannst eventuell auch warten, bis eine dort auftaucht. Aber ich sehe sowieso gerade, die i-CON Pico hat einen fest angeschlossenen Lötkolben, das ist nicht so toll.

Eine WECP 20 hat (nach Angabe in der Auktion) nur 25 W, viel zu wenig. Da musst du aufpassen.
Die Weller WSD 81 ist sicherlich eine gute Wahl! Die WD 1 noch mehr, aber denke auch, die wird nicht unter 150 € weggehen.
Ich kann jetzt zu keiner definitiv was sagen, aber denke du fährst mit allen ganz gut, die WECP 20 würde ich da nur erst mal ausklammern und versuchen eine der anderen zu bekommen. Wenn du eine mit mehr als 25-W-Lötkolben erwischst, ist das sicher auch nicht schlecht, aber mit den anderen bekommst du einfach mehr und wahrscheinlich sogar für das gleiche Geld.

Ach, mir fällt gerade auf, wir haben nicht drüber gesprochen welches PS3-Modell du meinst. In älteren wurden fast nur 1206 verbaut, aber die ist ja nur in neueren Modellen, die die Laufwerkselektronik auf dem Mainboard haben. Hast recht, das ist 0603, zumindest bei einer v9.
0603 kann man auch mit 2 mm löten, geht für dich auch, etwas besser wäre für dich aber vermutlich eine mit 1 mm.

Dazu würde mich noch brennend interessieren ob es extra Platinen zum lernen für 1206; 0804, 0603.... SMD Sicherungen gibt und ob es günstige dummys oder ähnliches gibt zum üben.

;D Genau daran wollte ich schon lange mal arbeiten (möchte Lötkurse an meiner FH geben), aber wie das immer so ist, wurde immer wieder verschoben. Da erinnerst du mich an was.
Ich hab solche Platinen nie gesehen, aber auch nie danach gesucht. Heißt also nicht, dass es die nicht gibt.
Ich kann aber mal schnell ein bisschen was zusammenstellen (1206, 0603, SOT23, SOIC-8) und so eine Platine fräsen lassen, wenn das zufällig mit reinpasst. Ist dann nicht mit einer industriellen Platine vergleichbar, weil der Lötstopplack fehlt, aber sicher schon mal ganz brauchbar für den Anfang.

Über Lötzinnproben würde ich mich definitiv sehr freuen, jedoch braucht man das erst in Angriff nehmen wenn ich auch eine Lötstation habe.

Ja genau, das dachte ich auch. Aber schon mal als Ankündigung, dass du dir nicht jetzt schon Lötzinn kaufst, wenn du auch welches Testen möchtest.


Edit: Hab schon mal die Gerber-Daten für die Platine angehangen, falls jemand anderes das auch haben will.
Oben SOIC8, darunter eine Reihe SOT23-3, darunter zwei Reihen 0603 und ganz unten 2 Reihen 1206.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 21. Oktober 2016, 17:45:04
Mit einer 1mm Spitze kannst Du eigentlich mit etwas Übung fast alles löten. Ich würde mir irgendwelchen Elektroschrott nehmen und an dem üben, da kannst Du nichts kaputt machen. Ich habe im Normalfall zum löten immer so 300-310°. Wenn ein Kontakt/Bauteil auf einem dicken Masseanschluß liegt dann nehme ich auch mal 350-400° und heize das Board leicht vor mit dem Heißluftföhn. Nicht punktuell sondern großflächig für ein paar Minuten mit ca. 100°. Dadurch musst Du weniger Temperaturdifferenz ausgleichen und es lötet sich leichter.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 22. Oktober 2016, 01:09:45
Genau, 300 °C ist eine gute Temperatur. 350 °C nehme ich auch, wenn es etwas massiver ist. 400 °C versuche ich zu vermeiden. Wenn es Bauteile/Platinen sind, an denen ich löte, dann heize ich eher das Board mit Heißluft oder IR vor. Wenn es Kabel oder andere mechanische (damit unempfindliche) Dinge sind, dann nehme ich 400 °C.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 22. Oktober 2016, 17:06:56
Etwas Zeit habe ich, dachte aber schon das ich ganz gern in den nächsten 2 bis 3 Wochen eine finden würde.
Ich habe jetzt auch in der Bucht nochmal ein wenig sortiert und in den nächsten Tagen laufen dort 4 interessante Stationen aus und ich schau einfach mal was sich da ergibt.

Ja ich hatte mal in einem YouTube Video eine solche Platine gesehen, welche zur Kalibrierung von Bestückungsautomaten dient, doch leider konnte ich so etwas auf die schnelle nicht im Netz finden.
Aber dein Angebot mit den Übungskomponenten würde ich gerne in Anspruch nehmen wenn ich eine Lötstation geschossen habe :)
Werde dann auch noch einmal schauen ob ich noch ein paar alte Mainboards oder ähnliches finde zum testen, aber nun erstmal ein schönes Wochenende
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: theend am 23. Oktober 2016, 23:24:06
Also ich nehme z.B. Bei Chips die an 4 Seiten angelötet sind sehr niedrig schmelzendes Lot.
Das gibts offiziell als Marke *Chipquick*. Kostet allerdings ein wenig lot ca 20 Euro.

Auf der Suche nach einer Alternative hab ich dann folgendes bestellt: http://www.tmp-loettechnik.de/shop/produkt/32/13/tmp-roses-metall-100g/
Zwar leider etwas dick, aber man kann es ja erst dünn schmelzen.

Funktioniert super. Einfach bleihaltiges lot über alle pins geben und dann dieses Metal dazu mischen.
Dann braucht man nur über alle pins rundherum mit dem Lötkolben fahren und der Chip löst sich.

Gibt zu dem chipquick youtube Videos.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 16. Januar 2017, 16:21:20
Nun ist es endlich soweit und ich habe eine Ersa Pico und auch eine Heissluftpistole *freu*

Der Lötkolben der Ersa Pico ist doch tauschbar (siehe Foto).

@Takeshi wenn dein Angebot mit der Lötzinnprobe noch steht würde ich das nun gerne in Anspruch nehmen ;)

Ach ja aktuell habe ich nur gelöstes Kolophonium hier und ich glaube das eignet sich nicht so gut als Flussmittel zum löten und da wäre ich nun über einen Tipp noch sehr dankbar.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: grave_digga am 16. Januar 2017, 17:18:36
Kolophonium ist DAS Flußmittel. ;)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 16. Januar 2017, 17:42:01
Ich wollte mir aus eigenem Interesse verschiedene Lötzinnsorten (alles Stanol) kaufen, verschiedene Dicken, Flussmittel und Lotzusammensetzung. Wenn du möchtest, kann ich dir auch ein breiteres Angebot zukommen lassen, wenn du noch ein paar Tage wartest, dann allerdings gegen eine kleine Gebühr. Muss dann gucken, was das Lötzinn so kostet.

Flussmittel: Da benutze ich immer das Fake-KingBo, funktioniert halt. Hat Vor- und Nachteile gegenüber Kolophonium.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 16. Januar 2017, 23:41:45
So lange wie ich bereits mit dem Kauf schon gewartet habe machen ein paar Tage mehr oder weniger nun auch nichts mehr aus xD und selbstverständlich würde ich dir dann eine Gebühr dafür geben. Würde mich andernfalls auch schlecht fühlen wenn ich mich hier quasi nur durchschnorren würde.

Außerdem muss ich mir eh noch eine Entlötpumpe, Entlötlitze und ein paar Pinzetten kaufen.
Da fällt mir gerade noch ein: bietet sich eine dritte Hand an oder lieber so eine Lupe mit Standfuß? und wo ich gerade lese das bereits Flussmittel im Lot ist, benötige ich dann noch zusätzliches Flussmittel? oder reicht dann mein gelöstes Kolophonium und etwas Wartezeit bis der Alkohol verdampft ist?
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 17. Januar 2017, 00:03:46
Alles klar, dann bestelle ich das mal schnell!

Bei den Entlötpumpen kann ich dir eine empfehlen, zumindest theoretisch. Hab die nie selbst gekauft. Mir muss jetzt noch einfallen wo das war und die dann finden ::)
Entlötlitze kann ich dir auch eine Proble mitgeben. Ich würde dir dann aber dazu raten dir selbst welche zu kaufen, die erst zu testen und dann die Probe. Wenn du dann denkst "boah, wieso geht der Scheiß nicht so richtig" und danach mit der Probe "das geht ja auf einmal so gut", dann weißt du, die erste nicht wieder kaufen ;D
Eine dritte Hand habe ich nicht. Auf der Arbeit habe ich eine, nutze ich aber so gut wie nie. Hab mich aber sicherlich auch einfach dran gewöhnt ohne auszukommen. Wobei meine Kollegen die auch selten benutzen.
Lupen sehe ich noch kritischer. Ich sehe mit Lupe weniger als ohne. Letztens hat ein Kollege eine Lupe mitgebracht, das war die erste, die ich wirklich verwenden würde. Aber keine Ahnung, was das für eine war.

Flussmittel kann natürlich nicht schaden, aber du brauchst erst mal keins. Ich kam so lange ohne Flussmittel aus, sogar ohne Kolophonium. Du kannst ja auch ungelöstes Kolophonium verwenden, einfach ein kleines Bröckchen auf die Platine legen. Du kannst aber auch gelöstes benutzen. Kolophonium hat übrigens den Vorteil, die Reste lassen sich in Alkohol lösen und damit entfernen. So was wie KingBo bekommst du viel schlechter wieder runter. Dafür kann man damit etwas leichter hantieren.

Übrigens, die Testplatine ist momentan nicht drin, kann ich nicht anfertigen lassen. Kann dir aber unbestückte Platinen geben, wenn du magst, die liegen eh im Müll. Die wären dann sogar mit Lack drauf.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 17. Januar 2017, 00:25:58
Mach dir bloß keinen Stress, ich hab eh diese Woche noch Prüfungen auf n Zettel   :haareraufen

Bei der Entlötpumpe hätte ich pauschal einfach eine Einhandpumpe genommen die ich nur auf n Oberschenkel hauen muss xD aber ich bin gerne für Vorschläge offen, falls es dir wieder einfallen sollte.
Hehe gut dann werde ich mir mal eine Entlötlitze ordern und erstmal fluchen, damit ich die Unterschiede kennen lerne xD
Hmmmm oder wäre eventuell eine Lesebrille eine gute alternative? Ich glaube nämlich das mir ein wenig Vergrößerung ganz gut tut.

Gut dann werde ich mit dem Flussmittel auch erstmal warten und zur not hab ich ja noch immer das gelöste Kolophonium hier.

Das mit der Testplatine ist nicht so schlimm, da ich mittlerweile schon ein paar YLOD v10 Konsolen hier habe die ich nur schlachten möchte und die eignen sich denke ich mal gut als Testobjekt und ein altes PC-Mainboard hab ich auch noch hier. Wobei bei den unbestückten Platinen könntest du mir vielleicht mal ein Foto schicken ob die eventuell für mich interessant wären.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 17. Januar 2017, 00:32:30
Hab die Entlötpumpe gefunden: ZD-106 (http://www.pollin.de/shop/dt/OTI5OTUxOTk-/Werkstatt/Loettechnik/Entloetgeraete/Entloet_Pumpe_ZD_106.html) (2,25 € bei Pollin)
Ist richtig billig, aber traurigerweise besser als so viele hochpreisigere Entlötpumpen. Für mich zeichnet diese Entlötpumpe aus, dass die einen geringen Rückstoß hat, eine gute Saugleistung und die verstopft nicht so schnell und schwer. Wenn die mal zu sitzt, was normal ist, bekommt man die vergleichweise leicht wieder frei. Außerdem lässt die sich sehr leicht öffnen, was ich nicht von allen Markenpumpen behaupten konnte. Nachteile wären, die ist nicht antistatisch, das ist in der Regel aber nicht so schlimm. Die Spitze könnte etwas hitzebeständiger sein, aber mein Gott, bei dem Preis kauft man dann halt einfach 3, zahlt aber trotzdem nicht mal die Hälfte. Noch ein Nachteil, die ist scheinbar nur bei Pollin zu bekommen.

Viele Entlötlitzen sind einfach nur Dreck, da hast du keinen Bock mehr zu löten. Gibt aber sicher auch günstige, die man gut nutzen kann. Zur Not hilft da aber immer etwas extra Flussmittel.

Ich bin Brillenträger, kurzsichtig, ich sehe so ganz gut, noch zumindest. Hab gelernt mit 40 bis 50 wird das rapide schlechter, mal sehen. Optische Hilfsmittel kann ich dir da keine empfehlen, ich brauche keine und hab mit keinem außer dem einen bisher gute Erfahrungen gemacht.

Gut, mache morgen dann mal Fotos. Ist nicht so, dass ich dir die unbedingt geben muss, auch wenn das manchmal so wirken mag ;D Ist nur ein Angebot, denke das ist ganz praktisch. Kommt aber auch drauf an, was du machen willst. Wenn du nur an Platinen herumlöten willst brauchst du das weniger, als wenn du mal selbst etwas aufbauen willst.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: 8jack8 am 17. Januar 2017, 00:55:51
Oh genauso hab ich mir die Entlötpumpe vorgestellt und der Preis ist ja mal Top und wenn ich den Rest auch von Pollin nehme wirken sich die Versandkosten auch nicht mehr so negativ aus.
Ich werde einfach mal was ausprobieren und so eine Lesebrille ist ja auch häufig günstig zu erstehen.

Super vielen Dank und ich bin für jede Hilfe dankbar, da der Einstieg nicht immer leicht ist. Mit billigen "Schrott würde ich wahrscheinlich direkt wieder aufgeben und übermüdet wieder auf die Idee kommen ein Kabel am Anlasser meines Bullis mit Elektrode zu schweißen xD
Also in nächste Zeit hab ich eigentlich erst einmal geplant meinen E3-Flasher auf externe Energieversorgung umzubauen um NOR-Chips auszulesen die ich vorher auslöte und die HDMI-Buchsen wollte ich noch raus löten. Dann hab ich noch ne Platine von ner Carlsson C-Tronic hier wo mir ein Stecker beim ausbau abgerissen ist und noch n paar andere Platinen/ Netzteile wo ich aktuell auch noch keinen Plan hab wo der Fehler steckt.

So ich bin nun aber auch erst einmal für heute raus.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 19. Januar 2017, 20:09:11
So, Lötzinn ist da, siehe ersten Post in dieser Topic ;)
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: theend am 19. Januar 2017, 23:47:56
Ja so eine entlötpumpe hab ich auch. Gibt wirklich viele Schrott Pumpen.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Dragoon am 21. Januar 2017, 15:24:14
Entlötpumpe? noch nie gebraucht ! und ich löte sehr viel.
ich nutze dieses
Lot: http://www.ebay.de/itm/182090341785?ssPageName=STRK:MESINDXX:IT&_trksid=p3984.m1436.l2649

und Entlötlitze: http://www.ebay.de/itm/ChemWik-Entlotlitze-Lotzinn-Elektroarbeiten-Platinen-Sauglitze-Verbindungen-mm-/172469644488?hash=item2827fdecc8:g:NywAAOSwA3dYamBK

und das schon seit Jahren. die Litze ist Kolophonium getränkt.
wirkt auf den ersten Blick etwas teuer, aber ich löte sehr viel und komm fast ein ganzes Jahr mit Beidem zurecht.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 21. Januar 2017, 17:21:08
Ich nutze natürlich auch Entlötlitze. Klar, eine Entlötpumpe braucht man nicht zwingend, spart aber eine ganze Menge Entlötlitze. Und die ist schnell sehr teuer. Deine ist echt günstig, hab noch nie welche von Chemtronics probiert. Normal kostet gute Entlötlitze so 3 bis 5 € pro Meter bei 2 bis 3 mm Breite.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Dragoon am 24. Januar 2017, 11:52:41
ich hab viele Entlötlitzen ausprobiert davor, getränkte als auch ungetränkte und bin dann zuletzt bei der Chemtronics geblieben, weil die echt optimal aufsaugt.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 24. Januar 2017, 12:16:11
Habe die halt noch nie getestet. Aber Leiterplattenreiniger und anderes Zeug können die ja auch ziemlich gut.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: RockNRolla am 04. April 2017, 22:57:55
Übrigens hab mir heute auch etwas Nachschub geholt. Bei eBay verkauft einer das Stannol HF32 abgepackt als Meterware.


Ansonsten wurde mir diese "noname" Marke empfohlen. http://www.ebay.de/itm/100g-Lotdraht-Lotzinn-Zinn-Blei-Kupfer-Sn60Pb38Cu2-1-0-mm-LD0023-FP-/262237028631

Habe noch China Zinn da . Aber das Zeug ist eher Knete.

Zwecks Entlötpumpe empfielt mein Mann doc, diesen Hersteller hier aus Schweden: INTROVAC XM https://www.buerklin.com/de/entloetgeraet/p/10l702

Flussmittel benutzt er glaube ich nur F-SW32 (im eimer, soweit ich mich erinnern kann). Tränkt zb  unter anderem Litze darin.

Hier mal kurz und knapp seine Empfehlungen für mich

Zitat
Sn60Pb38Cu02 (Iso-Core RA) von Felder.

DB: https://www.felder.de/tl_files/felder/pdf/Produktinformationen/18/18-ISO-Core%20RA,%20Bleihaltig.pdf

Wenn du viel SMD lötest, dann eher das Sn60Pb38Cu02 (Iso-Core EL/R).

https://www.buerklin.com/de/loetdraht/p/11l436

Oder NoName mit F-SW32:
http://www.ebay.de/itm/100g-Lotdraht-Lotzinn-Zinn-Blei-Kupfer-Sn60Pb38Cu2-1-0-mm-LD0023-FP-/262237028631


Und zu bleifreiem Lot:

Zitat
Glänzende Lötstellen gibt es auch mit bleifreien Lot, wenn man eine Legierung mit NiGe nutzt. (Gibt es auch von Felder als SN96Ag+ - Sn96,5Ag3Cu0,5NiGe)

Schmelzbereich hat nichts mit Verarbeitungstemperatur zu tun.

NiGe ist so n Fuji-Patent.

Vorteile:

http://www.elektronikpraxis.vogel.de/baugruppenfertigung/articles/260867/


Seine Tipps sind immer gut.


--

Hilft am besten auch bei bleifrei:

Zitat
Probier mal Edsyn FL-22, du wirst verstehen. :D

Ist teuer, ja - ist aber auch gut.

Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 08. April 2017, 14:50:12
Bin mir aufgrund der Aussagen echt nicht sicher, ob die Person wirklich richtig viel Ahnung hat, oder sich einfach nur für einen Übermenschen hält, weil er ein paar Artikel im Internet gelesen hat. Kann man so echt schwer einschätzen und ich kenne die Person ja nicht, wer auch immer der "doc" ist.

Dass der Schmelzpunkt nichts mit der Verarbeitungstemperatur zu tun hätte ist ja mal ziemlicher Blödsinn. Ich kann bleifreies Zinn mit einem Schmelzpunkt von gut 220 °C nicht bei 200 °C verarbeiten, bleihaltiges Zinn aber schon. Keine Ahnung ... so blöd kann man eigentlich kaum sein, da hat er sich vermutlich nur unglücklich ausgedrückt. Aber solche Aussagen lassen mich echt zweifeln. In dem von ihm selbst verlinkten Artikel wird sogar auf die Schmelztemperatur hingewiesen und dass eine geringere Schmelztemperatur ein Vorteil sei. Später auf Seite 2 wird außerdem die Temperaturdifferenz von 36 °C bzw. 23 °C hervorgehoben, scheint also so unwichtig nicht zu sein.
Elektronikpraxis hat übrigens hin und wieder ganz interessante Artikel, ist aber im Kern nichts weiter als eine Werbeseite, auf der Werbung für Unternehmen, deren Technologien und deren Produkte veröffentlicht werden, getarnt als wissenschaftlich anspruchsvoller Artikel. Sieht man hier ganz schön an dem Satz "Felder Löttechnik hat frühzeitig die Vorteile [...] erkannt und die Entwicklungen forciert.". Der Artikel ist sogar von einem Felder-Mitarbeiter geschrieben. Das steht da immerhin ganz offen drin, aber das muss man dabei trotzdem immer im Hinterkopf behalten.
Von glänzenden Lötstellen hab ich da übrigens nichts gelesen.

Die angegebenen Löttemperaturen bei Bürklin sind außerhalb der Industrie auch völlig unrealistisch. Du wirst kein Lötzinn bei unter 10 °C über dem Schmelzpunkt per Hand verarbeiten, zumindest nicht flächendeckend. Das klappt höchstens an ausgewählten Lötstellen und/oder unter besonderem Aufwand, heißt du musst vorheizen. Das schießt meistens doch den Vogel ab.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: RalleBert am 08. April 2017, 16:38:06
[...] wer auch immer der "doc" ist.

Hmm, erste Idee dazu:

(https://img.webme.com/pic/d/dein-elektriker/doctor.jpg)

Warum jemand für Heimanwendungen bzw. Hobby unbedingt bleifrei löten will, muß ich wir aber noch erklären lassen.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 08. April 2017, 18:11:45
Wobei das echt geht, hab ich festgestellt. Vom Löten her selbst kann man das ganz gut machen, aber für manche Arten von Lötstellen ist das trotzdem nicht empfehlenswert, gerade für BGAs. Auf die mechanische Belastbarkeit haben die die Zinnligierungen ja auch getestet.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: RalleBert am 08. April 2017, 20:09:45
Wobei das echt geht, hab ich festgestellt.

Klar, gehen tut vieles, aber ich hab ja eine Ausrüstung für bleihaltig (und damit gehts ja gut), da lege ich mir ja (für den Hobbybdearf) nicht Sachen doppelt zu. Würde ich machen, wenn es damit deutlich besser ginge...
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: RockNRolla am 08. April 2017, 21:02:41
Naja, also ich habe hier Zitate aus dem Kontext gezogen. Aber das rechtfertigt denke ich trotzdem nicht das gebashe.
Ich respektiere doc, da er beruflich und akademisch in dem Feld tätig ist.

Bleifrei löten muss er ab und zu wenn der Auftrag es so will.
Und Verarbeitungstemperatur hatte ich davor mit Schmelztemperatur gleichgesetzt in dem Post davor und da hat er gemeint dass es nicht das gleiche ist.

Wenn man jetzt darauf rumreiten muss und jemanden an zwei Sätzen aus dem Kontext festnageln muss, kann man das gerne machen. Aber ich halte mich dann nächstes mal zurück und poste dann sowas nicht. Dachte es wäre ne Ergänzung zum topic.

Das gilt übrigens auch umgekehrt, wenn ich von hier ein Zitat nehme zB von Takeshi. Dann lass ich das in nem anderen Forum auch nicht so stehen, wenn da jemand was sagt, weil ich ganz genau weiss, dass Takeshi in dem Feld klug ist.
Titel: Re: [Sammeltopic] L?ten
Beitrag von: Takeshi am 09. April 2017, 01:08:51
Das hat jetzt überhaupt nichts mit Rumgebashe zu tun, sehe ich zumindest nicht so. Mag sein, dass die Aussage etwas aus dem Zusammenhang gerissen wurde, aber das kann ich ja nicht wissen, ich habe die nur so genommen, wie ich sie hier bekommen habe und da war die Aussage schon etwas komisch. Und warum die komisch rüberkam, habe ich denke ich schon recht gut dargelegt.

Dass man auch bleifrei löten muss zweifelt denke ich keiner an, gerade in der Industrie muss man das häufiger, wenn auch nicht immer. Die Aussage war nehme ich an so gemeint, dass es seltsam anmutet jemandem bleifreies Zinn zu empfehlen, der privat ein wenig rumbastelt. Das ging weniger darum, dass ER bleifreies Zinn benutzt. Aber das ist nur so eine Vermutung.

Edit: Übrigens scheint auch Bürklin die Verarbeitungstemperatur mit der Schmelztemperatur zu verwechseln. Beim bleifreien Lot steht nämlich, dass die Verarbeitungstemperatur mindestens 183 °C ud maximal 190 °C betrage.