Ich habe ein 12V Netzteil und möchte 2 kleinere Geräte damit betreiben. Eines davon wird aber mit 9V betrieben und eines mit 12V.
Ist es irgendwie möglich die Eingangsspannung für das eine gerät auf 9V zu begrenzen?
Die wichtige Frage ist, wie viel Strom brauchst du? Du kannst einen 7809 nehmen, das ist ein Linearregler, der dir 9 V draus macht. Der verbrät aber den Spannungsabfall in Wärme, geht also nur für kleinere Ströme. Es gibt auch pinkompatible Schaltregler, die können das auch, ohne hohe Verluste, sind aber teurer.
Und fast noch interessanter: Was für ein Gerät ist das? Wenn es ein älteres Gerät ist, macht das vermutlich intern auch nur 5 V draus. Da kannst du mit einer kleinen Umbaumaßnahme auch gleich 5 V reingeben.
Ich habe einn Distortion Pedal anhand eines bausatzes gebaut, das läuft mit 12-18V
So ein pedal hat den nachteil das es rauschen kann ich ich möchte es gerne um ein noisgate erweitern.
Das schneidet in den Spielpausen einfach den Ton ab.
Leider läuft es mit einer Spannung von 9 V. Ich möchte auch nicht unbedingt 2 einzelne Pedale daraus machen sondern beides in einem gehäuse mit einer spannungsversorgung machen.
Vieleicht kann man ja das Noisegate auch mit 12V betreiben ;)
Schau mal den plan an, viel ist das ja nicht!
https://www.musikding.de/docs/musikding/noisegate/ng1_schalt.pdf
evtl. wenn man den IC1 tauscht?
ja..und Analoge Pedale verbrauchen meist 10-50mA
100 mA wären auch noch gar kein Problem für den 7809, wenn du ihn mit 12 V versorgst. Das sind 3 V Spannungsabfall multipliziert mit 100 mA => 300 mW. Bis 500 mW geht das ohne Kühlung noch.
Der LM4558 läuft sogar noch mit 30 V. Abgesehen davon sehe ich nichts, was noch kritisch sein könnte. Die 9 V werden einfach von der Batterie her rühren, aber das heißt nicht, dass du die Schaltung nicht auch mit 12 V oder 15 V betreiben könntest.
Wie viel Strom analoge Pedale brauchen hängt von der Spannung und dem Widerstand ab. Wenn die normal bei 12 V betrieben werden und 12 mA verbrauchen, dann haben die 1 kΩ.
Zitat von: Takeshi am 13. November 2018, 19:51:16
Die 9 V werden einfach von der Batterie her rühren....
stimmt, das wird wohl so sein da die meisten pedale mit einer 9V batterie betrieben werden.
Den Disrtotion nachbau muss ich aber mit min. 12V betreiben da bei 9V der ton im hohen Gainbereich stellenweise abbricht.
Kannst du anhand der Beuteile erkennen warum der mit 12-18V angegeben ist?
http://www.uk-electronic.de/Download/Beschreibung%20Wiesel%20V84.pdf
Wie ist das eigentlich wenn ich jetzt den Distortion und das Noisgate mit einer spannungsquelle betreibe und die sich Masse teilen, führt das zu netzbrummen?
Die meisten Multinetzteile im Musikbereich sind immer galvanischt getrennt.
Mit 12 V kannst du die Schaltung gar nicht betreiben, zumindest nicht ordnungsgemäß. Das sollte denen vielleicht mal jemand sagen. Die nehmen einen Linearregler mit einer festen Ausgangsspannung von 12 V. Bei Linearreglern brauchst du immer eine höhere Eingangsspannung. Es gibt unterschiedliche Typen, die einen brauchen etwas mehr, die anderen etwas weniger, aber mit 500 mV musst du immer rechnen, bei manchen mit 2 V. Der hier braucht 13,6 V, also 1,6 V über der Ausgangsspannung. Gibst du 12 V rein, wird das Verhalten undefiniert, mit etwas Pech kommt da also gar nichts mehr raus. Theoretisch kannst du die Schaltung also von 13,6 V bis 26 V betreiben, das ist im Datenblatt des ICs angegeben.
Nach dem Linearregler kommt eine Ladungsumpe, um die Spannung zu invertieren. Damit wird dann alles mit ±12 V versorgt, wobei es eher +12 V und -11 V sein werden. Das ist für die Schaltung aber nicht schlimm, da es sowieso nur Operationsverstärker sind, die in einem kleinen Bereich um 0 V arbeiten werden.
Wenn du die Schaltung mit 9 V (oder 12 V) betreiben willst, dann kannst du das IC LM2940CT-12 einfach brücken (IC entfernen), Pin 1 mit Pin 3. Dann hast du nur keine Spannungsstabilisierung mehr, das heißt mit über 12 V zerschießt du dir die Schaltung. Die Ladungspumpe geht nämlich nur bis 12 V.
Beides an einer Spannungsquelle zu betreiben dürfte das Netzbrummen sogar reduzieren. Netzbrummen kommt meistens daher, dass du große Masseschleifen aufbaust, also große Leitungswege, die auf dem Masse-Potential liegen. Das Stromnetz erzeugt Elektromagnetische Felder mit 50 Hz, die dann in die Schleife einkoppeln. Die Einkopplung ist proportional zur aufgespannten Fläche.
Das geht schnell, wenn du zwei Geräte in zwei Steckdosen betreibst, dort die Ausgänge am Schutzleiter geerdet sind und zwischen den Geräten eine Signal-Verbindung läuft, mit der Masse drin. Dann hast du eine Fläche über die Netzleitung zum Gerät, über die Signalleitung zum nächsten Gerät, über das Netzkabel zur Steckdose und dann den eventuell langen Weg zwischen den Schutzleitern der Steckdosen. Hast du dann noch eine kurze Verbindung zwischen den Geräten, wird es noch weniger.
Ich verstehe das aber sowieso nicht, die Platine aus der PDF hätte man auch locker quasi-potentialfrei mit einem Differenzverstärker im Eingangszweig aufbauen können. Ich bin mir aber gerade nicht sicher, ob das das Netzbrummen überhaupt verhindern würde.
Aabgesehen davon, generell sind die meisten Netzteile galvanisch trennend, gerade die ganz kleinen.
Leider kapier ich den Schaltplan nicht.
Vieleicht kannst mir die frage beantworten.
Das Pedal hat 2 Ausgänge, einen preamp und einen normalen Ausgang den man vor einem amp nutzt.
Der preamp Ausgang ist um einiges lauter. Kann man das irgendwie angleichen?
Den ganzen Schaltplan zu verstehen ist auch schwierig, wenn man nicht ein wenig vom Fach ist und Operationsverstärker-Grundschaltungen kennt und mit dem Frequenzverhalten von Spulen und Kondensatoren vertraut ist. Aber ich kann dich beruhigen, es gibt hier genug Studenten, die verstehen die Schaltung auch nicht nach mehreren Stunden.
Kannst du mir sagen, wie die Ausgänge in dem Schaltplan heißen?
Aber angleichen kann man das garantiert, zur Not mit einem einfachen Spannungsteiler.
ja das ganze erweist sich als nicht ganz so einfach :D
Die ausgänge auf dem Schaltplan erkenne ich nicht außer out-sw und out.
Wofur die jetzt sind weiss ich leider nicht :/
auf der platine sind die ausgänge:
J3 für den P-Out der direkt auf die endstufe geht und somit ein hohes ausgangssignal hat ( sehr sehr laut )
J2 für den G-amp out der am eingang zu vorstufe angeschlossen wird und nicht so ein hohes ausgangs signal hat.
Es ist wunderlich das beide eine unterschiedliche klangfarbe haben als wärebn es 2 kanäle obwohl sie alle beide den dritten kanal des Diezel VH4 darstellen sollen.
Ich hätte nun gerne den J2 genauso laut wie den J3 damit ich dann eben beide kanäle auch direkt an der endstufe nutzen kann.
Fals ich das mal an der vorstufe nutzen will kann ich ein 100K poti zwischen schalten und als master volume nutzen, das habe ich schon probiert und geht gut ohne soundverlust oder soundänderung
Das ist größtenteils Frequenzfilterung und halt Verstärung, würde ich sagen.
Meine Güte ist das beschissen dokumentiert! Nach etwas längerer Suche habe ich herausgefunden, dass J2, wenn der Schalter nach unten gelegt ist, zu R4 und C3 führt, also "OUT-SW" ist. J3 hängt an R36, ist also "OUT".
Dass der Ausgang J2 so laut ist, daran kannst du leider wenig machen, da hierraus der Rest gebildet wird. Machst du den kleiner, wird alles andere auch kleiner. Du könntest höchstens mit einem Spannungsteiler das ganze direkt am Anschluss etwas verringern, aber dann ist das Lastabhängig und das ist schlecht, vermute ich. Kannst du aber natürlich probieren. Dafür lötest du R4 raus und setzt dort zwei mal 100 kΩ in Reihe rein. Da kannst du ja einen kleinen Turm bauen. Der Anschluss zwischen den beiden Widerständen ist dann der neue Anschluss J2. Im Übrigen sollte das Signal dort ungefähr dem Eingangssignal entsprechen, davor sitzt nur eine Gleichspannungsentkopplung und ein Impedanzwandler, heißt Gleichspannung kommt nicht durch und das Signal kann stärker belastet werden.
Dass J3 eine andere Klangfarbe hat wundert mich nicht. Das eine Signal ist wie vorher, das andere ist bearbeitet, indem es frequenzgefiltert und noch verzerrt wurde. Ich weiß aber ehrlich gesagt auch nicht, was man von dieser Schaltung erwartet, was diese Box dir also bringen soll. Ich kenne mich im Audiobereich kaum aus.
Naja, das Pedal soll ein Preamp sein mit der opton es doch noch als distortion pedal vor einem amp zu betreiben.
Deshalt der leisere J2 Ausgang. dachte mir auch schon das der nicht so aufwendig desinged ist da er schon so dumpf klingt.
Also klemme ich den scheis einfach ab und nutze nur den J3 mit nem A100K Poti als master und kann ihn dann als preamp und Distortion Pedal verwenden.
Wenn dann noch das Noisegate integriert ist und mit 12V läuft ist alles gut :)
Also ich habe das jetzt alles getestet und bin mit dem setup soweit durch.
Wenn ich das Noisegate mit 12V betreiben dann pfeifft es extrem und wenn ich den Booster mit 12V betreiben dann wird der Output viel zu hoch.
Ich muss wirklich das ganze mit 9V betreiben und habe mir zum test den spannungsregler gekauft.
https://www.ebay.de/i/112853963417?chn=ps
Damit geht es und es entsteht wie von dir auch schon erwähnt kein netzbrummen.
Wenn du die eine Schaltung mit 9 V betreiben musst, dann ist das Schaltungsdesign echt unterirdisch. Bei dem "Wiesel V84" wundert mich das aber wirklich, denn die Eingangsspannung hat keinen Einfluss auf die Signalverarbeitung. Die ist immer nur eine Versorgung für die Operationsverstärker und so lange die "genug Spannung" haben, arbeiten die immer gleich.
Der Schaltregler, den du da gekauft hast, hat aber auch einen minimalen Nachteil. Der erzeugt selbst ein "Brummen", nur mit viel höherer Frequenz. Der arbeitet mit 150 kHz, was für einen Schaltregler sogar echt wenig ist. Aber gut, das ist weit aus dem hörbaren Bereich raus, daher hierbei egal.
Da die Schaltung aber keine galvanische Trennung macht, kannst du dir Störungen trotzdem dort hindurchschleppen.
Bemerkenswert ist, dass das IC alleine schon 5,50 € kostet, die ganze Platine bei ebay 2,10 €.
Zitat von: Takeshi am 01. Dezember 2018, 21:39:38
Bemerkenswert ist, dass das IC alleine schon 5,50 € kostet, die ganze Platine bei ebay 2,10 €.
Das wird wohl dadurch entstehen das der Hersteller der ganzen Platine die IC`s in mega Mengen einkauft und daher den guten Preis bekommt.
Da hilft dann nur bei bedarf die ganze Platine kaufen und IC ablöten^^
Ich habe mir jetzt dan ganze nochmal angeschaut und den Spannungsregler mal auf 12V hochgedreht und das pfeiffen war weg, nur war der output des Boosters enorm.
Also habe ich jetzt den spannungsregler abgelötet den Booster ebenfals entfernt, nur den Preamp mit dem Noisegate angeschlossen und das Noisegate läuft jetzt auch auf 12V ohne zu pfeiffen.
Was es zuvor gemacht hatte. Womöglich habe ich gepfuscht oder das Netzteil war Schuld, aber es geht jetzt mit 12V. Lediglich auf den Booster muss ich dann in dieser Schaltung verzichten.
Ich würde gerne die schaltung für J2 weglassen da ich diesen kanal nicht nutze, nur erkenne ich nicht wie der verläuft.
Könntest du mir das im schaltplan kennzeichnen? Oder hängt der mit J3 verknüpft zusammen?
Mir ist schon klar, dass die die Bauteile in riesigen Mengen einkaufen. Nur das ist es ja gerade, was für Stückzahlen müssen die davon verkaufen, um solch einen Preis zu erreichen? Selbst bei einer Stückzahl von 1000 bekommt man das IC bei Farnell nicht für den Preis der ganzen Platine. Bei anderen Lieferanten werden die weniger bezahlen, kaufen es wahrscheinlich direkt beim Hersteller oder aus einem chinesischen Pool. Das ist für mich ja auch alles nicht neu, aber das war mal wieder ein krasses Beispiel, an dem man das gut sieht.
Ich blicke bei den Schaltungen ja namenstechnisch nicht durch, weshalb ich da vielleicht auch was verwechselt habe. Ich war gestern beim Vorverstärker.
Leider ist in der Anleitung nicht notiert, welcher Pin im Schaltplan denn nun J2 ist. Daher kann ich dir das gerade nicht beantworten. Ich sehe nur, dass J2 zum Schalter geht und der das Signal wahlweise mit Masse verbindet oder nicht. Also da muss noch mehr dran hängen.
Ich habe es jetzt rausgefunden was es mit J2 auf sich hat!
http://freestompboxes.org/download/file.php?id=28802&mode=view
hiert siehst du ganz rechts den R36 150K.
Da wird der 2 optput angezapft und das signal noch mit den 150K gesenkt, was wirklich enorm ist.
Deshalbt klingt er auch so dumpf da die höhen dann voll für den arsch sind.
Ich habe ihn gebrückt und jetzt ist der sound genauso laut wie bei J3.
Was mir aber noch unklar ist, für was R37 und C27 sind.
Ich frage mich ob das noch zu J2 gehört oder ob das zur gesammten schaltung gehört.
edit:
Also R37 und C27 gehören zur schaltung dazu und sind essentiell für den sound verantwortlich bzw. ohne klingt es scheisse :D
Es ist dann wirklich so simpel das vom Preamp out gerade mal das singnal mit einem 150K wiederstand abgeführt wird um es so leiser zu machen.
Diese lösung ist sowas von simpel und schäbig zugleich da dadurch enorm an klangqualität verloren geht. Etwa so als würde man ein kissen vor den lautsprecher halten.
Von einem gerät das neu mal locker knapp 300 kostet hätte ich mehr erwartet.
https://www.musik-produktiv.de/diezel-vh4-pedal.html?gclid=EAIaIQobChMIl_Pti7eB3wIVmuF3Ch3QJwZrEAQYBSABEgLPVfD_BwE
In dem Forum kann ich nichts sehen, da ich dafür angemeldet sein muss. Aber den Schaltplan habe ich ja noch.#
Du meinst R37 (100 kΩ) und C23 (2,2 nF), nehme ich an. Die hängen hinter dem R36. Zumindest in meinem Schaltplan vom "Wiesel V84" heißen die so.
Zitat von: Hellraiser am 13. November 2018, 20:02:11
http://www.uk-electronic.de/Download/Beschreibung%20Wiesel%20V84.pdf
Ich muss dich jedenfalls enttäuschen, deine Diagnose ist leider falsch. Ich erkläre es dir mal.
Die 150 kΩ allein bestimmen nicht, um wie viel es leiser wird, also kann man schlecht pauschal sagen "150 kΩ ist aber viel", auch wenn es nicht ganz falsch ist, aber dazu gleich mehr.
Der R36 ist zusammen mit R37 einen Spannungsteiler mit 100/(150+100) = 1:0,4. Deshalb ist der Ton dort leiser, da etwas weniger als halb so viel Amplitude. Es ist also die Kombination aus den 150 kΩ und den 100 kΩ. Würde man 1,5 kΩ und 1 kΩ nehmen, wäre das Ergebnis das gleiche. Jetzt kommt noch die Belastung dazu, denn an "out" wird ja sicherlich noch etwas angeschlossen. Dieser Widerstand wird parallel zu dem R37 geschaltet und ich vermute, der wird nicht ganz klein sein, zumindest im Vergleich zu R37. Wenn der Eingangswiderstand des angeschlossenen Geräts 100 kΩ ist, dann sind es zusammen nur noch 50 kΩ. Dann ist der Teiler 1:0,25. Ist der Innenwiderstand dagegen 80 kΩ, sind das parallel geschaltet 44,4 kΩ und der Teiler damit 1:0,23. Die Amplitude sinkt folglich um 8,5%. Ich weiß nun natürlich nicht, was da für Innenwiderstände üblich sind, aber ich würde da niemals mehr als 100 kΩ fest einplanen. Deshalb hätte man da in der Tat kleinere Widerstände für den Spannungsteiler verwenden sollen, aber aus einem etwas anderen Grund, den du angeführt hattest.
Wenn du ein Kissen vor einen Lautsprecher hältst, dann dämpfst du damit die hohen Frequenzen im Gegensatz zu den niedrigen Frequenzen. Ein (idealer) Spannungsteiler ist aber die optimale Schaltung, um keine Beeinflussung der Frequenz zu haben und das würde ich auch genau so machen, um das zu erreichen. Wenn du stattdessen ein IC verwendest, dann macht das letztendlich auch nur das, und eventuell etwas mehr, was dann den Frequenzgang wirklich negativ beeinträchtigen könnte. Also das ist schon sauber gemacht. Um die Abhängigkeit vom Eingangswiderstand der Last nicht zu haben, hätte man aber noch einen Impedanzwandler hinterherschalten können, eventuell mit 1 kΩ in Reihe oder so.
Warum verändert sich jetzt der Frequenzgang, wenn du R36 überbrückst? Nun, R36 und C23 bilden zusammen einen
RC-Tiefpass (https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefpass#Tiefpass_1._Ordnung). Die 3dB-Grenzfrequenz liegt bei 1/(2πRC). Bei 150 kΩ und 2,2 nF wären das 582 Hz. Jetzt ist es aber so, dass da noch ein Widerstand parallel zu R37 liegt. Im sogenannten Kleinsignalersatzschaltbild ist der parallel zu R36 zu betrachten, heißt R ist für die Berechnung nicht 150 kΩ, sondern 60 kΩ. Warum das so ist, erkläre ich jetzt nicht, das führt zu weit. Setzt man das ein, kommen 1,2 kHz raus. Das heißt so grob gesagt alles über 1,2 kHz wird gedämpft., mit zunehmender Frequenz stärker. Da der Innenwiderstand der Last noch eine Rolle spielt, könnte es auch eine etwas höhere Frequenz sein, also mit 1,5 bis 2,5 kHz würde ich jetzt rechnen. Das ist eine bewusst eingebaute Funktion, dass höhere Frequenzen kaum noch zu hören sind. Wenn du das nicht haben willst, dann lötest du C23 raus, oder wie er bei dir heißt, C27. Auf jeden Fall den Kondensator parallel zu R37. Wenn dir der Ton zu leise ist, dann erhöhst du R37 oder verringerst R36. Ich würde eher R36 verringern, aus oben genanntem Grund.
Wenn das Teil 290 € kostet, dann sollte ich schleunigst anfangen so was zu bauen! Wenn man davon 10 Stück aufbaut, dann kostet eine unbestückte Platine aus deutscher Herstellung vielleicht 20 €, wenn überhaupt. Die Bauteile liegen bei maximal 10 €, das ist alles das Billigste, was man so bekommen kann. Du wirst keinen nennenswert günstigeren Operationsverstärker auf dem Markt finden. Bei Reichelt kostet einer um die 25 Cent. 3 Stück braucht man, es sind immer zwei in einem Gehäuse. Die Ladungspumpe und der Linearregler kosten zusammen wahrscheinlich mehr als der Rest, die Widerstände und Kondensatoren gibt es für 5 Cent das Stück, eher günstiger. Die Elkos etwas teurer, aber auch keine ganzen Euros. Nun bau davon mal 50 und der Stückpreis halbiert sich mindestens. Dann ist eine bestückte Platine mit der Schaltung für 10 € sicherlich herstellbar. Entwicklungskosten sind für die Platine nicht hoch, das ist alles kein Hexenwerk, Größtenteils Grundschaltungen, die ich schon vor meinem Studium in der Ausbildung gelernt hab (RC-Filter und Operationsverstärker-Grundschaltungen). Das Gehäuse und die ganzen Potis und Schalter sind dagegen teurer, aber auch für unter 30 € bei der Stückzahl zu erreichen. Ein chinesischer Hersteller würde das alles wohl für 5 € verkaufen können. Das kann man auch nicht mehr mit "Made in ..." rechtfertigen.
Das Ding demonstriert super, wie im Audio-Bereich die Leute reihenweise über den Tisch gezogen werden. Es hat eh kaum einer den technischen Sachverstand, um irgendwelche Aussagen zu prüfen. Da wird dann teilweise damit geworben, dass es mit bedrahteten Bauteilen aufgebaut ist, wodurch der Klang besser wäre, obwohl das Gegenteil der Fall ist, wenn es überhaupt einen hörbaren Unterschied gibt. Dann wird in dem Markt sowieso unfassbar viel mit Psychologie gearbeitet. Da werden Unterschiede herbeigeredet, die man nur hören kann, wenn man weiß, dass es einen Unterschied zu hören gibt. Oehlbach hat das Potential meiner Meinung nach früh erkannt.
Ich denke da spielt auch der Wunsch mit selbst etwas "Besonderes" zu sein und als "Auserwählter der Szene" etwas hören zu können, was andere nicht können. Bisschen wie bei Weinkennern, die in der Blindverkostung dann den Aldi-Wein dem 100-€-Wein vorziehen. Dazu kommt der Wunsch das akustische Erlebins noch ein kleines Stück zu verbessern können, obwohl das eigene Gehör hier schon längst Grenzen setzt, es also besser geht, aber es biologisch einfach nicht feststellbar ist. Und dann können "Auserwählte der Szene" solche günstig produzierte Elektronik für fast 300 € irgendwelchen Leuten andrehen.
Ich werde so was wohl leider nur deshalb nicht für unter 100 € verkaufen können, weil ich einfach nie verstehen werde, wie die Leite ticken, die so was haben wollen und damit, was so ein Gerät überhaupt leisten soll. Wenn ich das wüsste, wäre das in einer Woche locker entwickelt.
Hi,
vielen Dank für die ausführliche erklärung ;)
hier ist das Bild nochmal
https://imgur.com/FIkoj1X
(https://imgur.com/FIkoj1X)
Da siehst du auch die Ausgänge genau und B1 ist der " leise" ausgang.
Dieser sitzt hinter dem R36,R37 und C26 wobei der laute ausgang davor sitzt (TO_PWR).
In welchem verhältnis stehen die dann zueinander?
Bzw. was bewirken der spannungsteiler und der kondensator bei dem lauten ausgang?
Bei B1 habe ich das so von dir verstanden, dass eben die Frequenzen über 1,2kHz gedämpft werden (kissen)
Das ist ja die gleiche Schaltung, zumindest an dieser Stelle.
Auch in dem Schaltplan sind es R36, R37 und C23. C26 hängt an der Ladungspumpe IC4.
Vor dem R36 sitzt ein Poti, dessen Zweck mir gerade nicht ganz klar ist. Das sieht so aus, als wären Pin 2 und 3 am Symbol vertauscht. Wenn die vertauscht sind, dann passt die Beschreibung "Volume" nämlich auch. Dann wäre es wieder ein einfacher Spannungsteiler, die Belastung wäre dafür auch sinnvoll (Faktor >10). Wenn man es so verschaltet, hat es eine ähnliche Wirkung. Dreht man den Kontakt zu Pin 1, dann ist das Signal kurzgeschlossen. Dreht man es zu Pin 3, dann ist der Lastwiderstand maximal und man hat den 10 kΩ parallel zu 250 kΩ geschaltet. Im Prinzip wirkt die Schaltung dahinter nie nennenswert, sondern man hat damit einen Spannungsteiler aus R34 (110 Ω) und dem unteren Teil des Potis, also 0 bis 10 kΩ. Ich denke da wurde ein logarithmisches Poti eingesetzt, da das Ohr ja logarithmisch reagiert. Aber der Effekt geht durch die Spannungsteilerregel mit dem "externen" Widerstand voll verloren, würde ich sagen. Schon sehr komisch die Beschaltung. Eventuell hat man sich was dabei gedacht und ich verstehe es gerade noch - oder eben nicht und da hat nur jemand geschlafen.
Das heißt am Knoten, wo TO_PWR abgegriffen wird, ist ein über einen Spannungsteiler beeinflusstes Signal, das lediglich in der Amplitude variiert. Die Schaltung danach habe ich ja eben erklärt. Das ist eine Kombination aus einem Spannungsteiler zur Reduzierung der Amplitude, der bei allen Frequenzen gleichermaßen greift, zusammen mit einem RC-Tiefpassfilter, der eben höhere Frequenzen herausfiltert. In Kombination hast du dann eine Reduzierung der Amplitude generell und ganz besonders bei Frequenzen über 1,2 kHz. Warum ich die Frequenzen herausfiltern wollen sollte, wenn nicht gerade, um damit auf einen Tief- oder Mitteltöner zu gehen, weiß ich allerdings auch nicht.