Heey,
ich hab ein Problem mit meiner 60GB "Fat Lady" PS3, Modellnummer: CECHC04. Immer wenn ich versuche sie anzuschalten leuchtet die grüne LED, dann ganz kurz die rote und dannach keine mehr. Die Konsole reagiert danach auf garnichts mehr und wenn ich das Kabel ziehe und wieder einstecke reagiert sie auch nicht. Erst nach frühstens 10 Min. kommt sie wieder in den Standby, doch wenn ich versuche sie einzuschalten passiert das gleiche. Am Netzteil kann es nicht liegen, das hab ich schon ausgetauscht. Ich habe heute alle Sicherungen auf dem Mainboard durchgemessen, aber keine war Defekt. Ich vermute das es irgendetwas mit dem Strom zutun hat.
Hoffe jmd. kann mir helfen. :)
Könnte das hier sein:
[gelöst] PS3 schaltet sich direkt ab (http://www.trisaster.de/forum/index.php?topic=3562.0)
Ist das bei der Slim genauso wie bei der Fat?
Das hat mit dem Modell überhaupt nichts zu tun. Glättungskondensatoren sitzen in jeder Konsole (auch anderer Hersteller) an der Hauptversorgung und die können immer einen Kurzen bekommen. Und wenn ein Kurzer an der Hauptversorgung ist, schaltet jedes Netzteil ab (oder es raucht ab, wenn es billigster Müll ist) und das passiert bei dir ja offenbar.
Okay, danke für die Hilfe! :)
Eine Frage hätt ich aber noch, wo krieg ich einen neuen Kondensator her? Ein altes PS3 Mainboard hab ich hier grade nicht liegen.
Den bekommst du von mir.
Okay, danke. :)
Ich schau morgen mal ob es auch wirklich der Kondensator ist.
Soll ich mich dann per PM melden?
Ja, kannst du machen.
Okay, danke nochmal. :)
Weißt du zufällig auch welche Spule auf dem COK-002 Mainboard für die CPU, und welche für die GPU ist?
Naja, verfolge es doch einfach. Aus dem Kopf nicht, aber bringt dir ja auch nichts, wenn ich dir das beschreibe.
Okay, mach ich. Kann ich die Konsole auch über GMD einschalten damit ich das Gehäuse nicht immer zusammenbauen muss?
GMD?
*GND, sorry. :D
Ich versteh nicht ganz, was du vorhast. Wie willst du die über GND einschalten? Was willst du mit GND machen?
Aber ganz zusammenbauen musst du die sowieso nicht. Du schraubst nur den Kühler dran, da reichen die 4 Schrauben. Das Netzteil steckst du lose drauf, das Bedienteil steckst du ebenfalls dran und schon kannst du die PS3 einschalten.
Aber einschalten musst du die auch gar nicht. Du musst den Kurzschluss nur messen, mehr nicht.
Achsoo, okay, habs jetzt verstanden. :D
Gut, dann mach ich mich jetzt an die Arbeit.
Gibt es auch mehr Stellen die nicht über eine Sicherung gesichert sind?
Soweit ich weiß nur Cell und RSX, weil die halt eine sehr große Stromaufnahme haben.
Ich hab jetzt alle Elkos auf dem Mainboard durchgepiepst, ohne das dass Mainboard am Strom war. Bei einem Elko hat mein Multimeter nicht gepiepst und mir einen Wert von rund 500Ω angezeigt. Ich dachte das war das Problem, aber jetzt weiß ich das dass was ich gemacht hab falsch war. Ich versteh aber nicht ganz wie ich den Kurzen messen soll, dazu muss das Mainboard doch am Strom sein, oder?
Hast Du diesen Post (http://www.trisaster.de/forum/index.php?topic=3562.msg40908#msg40908) gelesen? Dieses Verfahren kannst Du anwenden, um herauszufinden, wo der vermutete Kurzschluss ist.
Diesen Post hab ich schon gelesen, ich versteh nur nicht ganz wie ich den Kurzen messen kann.
Die wichtigen Passagen und ein Hinweis für Dich: Widerstandsmessung ist nicht durchpiepsen! Stell Dein Multimeter auf 20 Ohm ein und dann ran:
Zitat von: Takeshi am 18. August 2011, 23:29:29
Also hab ich den Widerstand am Mainboard zwischen den beiden Stiften für die 12V gemessen: Glatter Kurzschluss, 0Ω
Irgendein Bauteil zieht also die 12V gegen Masse und es galt nun herauszufinden welches. Hier gibt es die erste Schwierigkeit, denn den Kurzschluss misst man ja nicht nur an dem defekten Bauteil, sondern an allem, was an die 12V-Schiene und GND angeschlossen ist, es ist ja alles direkt damit verbunden und über das defekte Bauteil verbunden. Es gilt nun also die einzelnen Teile, die mit 12V versorgt werden, voneinander zu trennen, um herauszufinden, in welcher Baugruppe der Kurzschluss sitzt. Dafür bieten sich zum Beispiel die Sicherungen gut an. Lötet man die raus, ist alles, was dahinter sitzt vom 12V Anschluss zum Netzteil getrennt. Das hilt in dem Fall aber wiederum nicht wirklich weiter, denn bei dem vollen Kurzschluss wäre der Strom durch die Sicherung so groß gewesen, dass diese durchgebrannt wäre. Keine der Sicherungen war aber defekt, also muss der Kurzschluss an einer Stelle sitzen, die nicht über eine Sicherung abgesichert ist. Und das wäre die CPU und GPU, die nicht abgesichert sind, weil der Strom einfach viel zu groß ist. Glücklicherweise läuft der Strom zuerst über eine Spule, bevor es weiter in die Netzteil-Schaltung geht. [...] Die Spulen habe ich ausgelötet. Der Kurzschluss am Eingang war weg, zweiten Pin der rechten Spule war der Kurzschluss noch messbar, er lag also in der Schaltung vor der GPU. Damit war er schonmal stark eingegrenzt. Da waren noch einige Keramikkondensatoren (4). Und die gehen auch gern mal kaputt und haben dann einen Kurzschluss. Also nach und nach alle ausgelötet (auf der Rückseite sind nochmal zwei weitere) und der ganz rechte hier auf dem Bild wars dann. Nachdem der raus war, war auch der Kurzschluss weg.
Das war der beschriebene Weg. Es muß bei Dir nicht das gleiche Bauteil sein, wird es auch nicht. Du mußt nun also Bauteile auslöten, messen, immer abwechselnd, bis Du den Kurzschluss hast. Da kann, glaube ich, jetzt auch keiner groß weiter Hilfestellung geben, es sei denn, dieser jemand macht es direkt selber.
Hat etwas gedauert, aber war viel Text ...
Erst mal geht es nicht um Elkos, sondern um Kondensatoren allgemein. Elkos sind nur eine Untergruppe der Kondensatoren, wie auch Keramik-Kondensatoren oder Folien-Kondensatoren. Ich hatte den Defekt nun schon mehrmals und bisher waren immer Keramik-Kondensatoren schuld.
"Piepsen" ist auch schon mal ganz schlecht. Das ist kein Messen, das ist Schätzen.
Die PS3 darf auch gar nicht am Stromnetz angeschlossen sein, wenn du das misst. Ich nehme mal an, dir fehlt allgemein das Verständnis, was ein Kurzschluss überhaupt ist.
Ein Kurzschluss ist eine ungewollte niederohmige Verbindung zwischen zwei Punkten in einer Schaltung. Niederohmig ist dabei relativ zum Rest der Schaltung, es gibt keinen absoluten Wert. Je nach Schaltung sind mal 10 Ω ein Kurzschluss, mal sind 2 Ω völlig in Ordnung.
Ein Kurzschluss heißt NICHT, dass ein hoher Strom fließt. Ein Kurzschluss kann auch dann noch vorhanden sein (und ist es in der Regel auch), wenn du das Gerät abschaltest. Deshalb muss die Konsole nicht an sein.
Einen Widerstand misst du immer im spannungsfreien Zustand. Das Multimeter gibt einen Strom oder eine Spannung auf die beiden Messstrippen, misst die jeweils andere größe und errechnet daraus den Widerstand. Ist die Platine unter Spannung, verfälscht das nicht nur die Messung, das kann auch das Multimeter beschädigen, weil es eine zu hohe Spannung sieht.
Das Piepsometer ist für eine sichere Messung ungeeignet, da es wie gesagt keinen absoluten Wert als Grenze für Kurzschuss ja/nein gibt, das Multimeter für den Piepston aber eine feste Grenze verwendet. Du musst also den Widerstand selbst messen und selbst entscheiden, ob es sich um einen Kurzschuss handelt oder nicht.
Du hast an dem einen Kondensator 500 Ω gemessen und das ist in dem Fall kein Kurzschluss. Wenn es an allen anderen gepiepst hat, hast du wahrscheinlich an allen anderen einen Kurzschluss gemessen. Also genau umgekehrt.
So viel zum Allgemeinen, nun zu deinem Board.
Zu allererst musst du den Widerstand zwischen den beiden Anschlüssen für 12 V messen. Wenn du dort einen Kurzschluss hast, sind das meistens 0 ... 2 Ω (zuzüglich dem Innenwiderstand des Messgeräts). Hast du keinen Kurzschluss, bist du weit über 1 kΩ.
Den Übeltäter für den Kurzschluss kannst du NICHT ermitteln, indem du an jedem Kondensator misst. Denn du misst an den beiden Stiften einen Kurzschluss, weil der Übeltäter parallel zum Eingang hängt. Und der Übeltäter ist nicht der einzige Kondensator (dann wäre es ja sehr einfach), es hängen 20 ... 30, oder noch mehr Kondensatoren parallel zum Eingang und damit auch parallel zueinander. Du misst, wenn du an einem eingelöteten Bauteil misst, nie das Bauteil, sondern immer die gesamte Schaltung. Die Widerstand einer Parallelschaltung mehrerer Widerstände ist immer kleiner als der kleinste Widerstand. Wenn du einen Widerstand von unter 1 Ω hast (in Form eines defekten Kondensators) parallel zu Kondensatoren, die einen Widerstand im Bereich von GΩ haben (1.000.000.000 Ω), misst du nur noch den Kurzschluss und das ganz egal, an welchem Kondensator du misst. Deshalb musst du einzelne Schaltungsgruppen voneinander trennen, zum Beispiel, indem du die Spulen hochlegst. Dann sind die Kondensatoren nicht mehr alle parallel, sondern nur noch ein paar. Du kannst dann herausfinden, in welcher Gruppe der defekte Kondensator steckt. Beim Auftrennen stößt du aber schnell an deine Grenzen, weil es keine Möglichkeiten zum Auftrennen mehr gibt. Dann musst du alle Kondensatoren nach und nach auslöten. Wenn du den defekten Kondensator erwischt hast, müsste der Kurzschluss in der Schaltung weg sein und am ausgelöteten Kondensator musst du den Kurzschluss messen. Oft zerbröselt dir der Kondensator aber schon beim Auslöten.
Ist es auch möglich das der RSX das Problem ist?
Nope. Der hängt nicht direkt an den 12 V.