Heute habe ich ein paar Gira Rollouhren behandelt, die ihre eingestellten Zeiten auch schon bei kürzesten Stromausfällen verloren haben. Warum? Reinschauen! Die hier reparierten Gira 64603 verwenden einen Kondensator als Gangreserve, der laut Beschreibung 24 Stunden Stromausfall überbrücken kann.
Aber erstmal aufmachen, eigentlich brauch man nur einen vernünftigen Fingernagel, wer den nicht hat nimmt einen dünnen, kleinen Scharubnzieher.
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Die Uhr
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Rückseite
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Das Gehäuse ist nur geclippt, an den Stellen, auf die der Schraubenzieher zeigt, ist eine Rastnase zu sehen
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Die Vorderseite, wieder mit dem Fingernagel in die Fuge gehen und die Nasen ausrasten
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Dieses Teil ist mit 3 Nasen geklammert
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Hier kommen die letzten zwei Klammern, die das durchsichtige Gehäusemit der Platine verbinden, der "Übeltäter" ist auch schon zu sehen
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Diese Nasen aus den Langlöchern ausklipsen
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Jetzt ist die Platine vollständig befreit, der Kondensator muß ausgelötet werden. Das ist das viereckige schwarze Teil
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Hier sieht man, warum die Zeiten nicht mehr gespeichert werden
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Kondensator geplatzt, bei einer Uhr war schon fast ein Loch ins Gehäuse geätzt
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Bein "abgefault"
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Damit es sich lohnt mal gleich 10 Stück überarbeiten, alle sind ca 12 Jahre alt
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Der neue Goldcap hat 0,22µF (statt 0,1 wie das Original), allerdings ist der rund. Daher hab ich auf der Rückseite den Schutzlack entfernt und dort die Minusfahne angelötet. Die Plusfahne bleibt am ursprünglichen Pad.
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Detail Minus, die übersprungenen Leiterbahnen wurden noch mit Kapton abgeklebt, da die teilweise auch Schutzlack eingebüßt haben.
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Detail Plus
Mit den Kondensatoren klappt auch der Zusammenbau problemlos, da die nur minimal dicker sind. Laufen tuts auch wieder. Die Reparatur hat einen Materialwert von unter 1,-€ - die Goldcaps hatte ich noch da liegen - eine neue Uhr kostet ca. 70€ Liste = 690€ in einer Stunde verdient ;D
Auch die neueren Modelle verwenden solche Kondensatoren als Puffer, ob die auch so schnell platt sind bleibt mal abzuwarten.