Habe eine PS3 60 GB V2, welche nach dem Einschalten nach kurzer Zeit einfror und grüne Punkte und Streifen auf dem Bildschirm anzeigt. Am Ende konnte ich die PS3 nur anschalten und sofort kam dieses Muster. Allerdings kam es nie zum YLOD, die KOnsole liess sich bis zum Schluss einschalten.
Nach langem Forendurchforsten bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es eine Vorstufe des YLODS
ist und habe mich dazu entschlossen den Reflow1 nach Takeshis Methode zu machen. Insgesamt war ich beim Reflow wahrscheinlich zu vorsichtig, daich dachte die Platine wird zu heiss, wenn ich mit dem Gebläse zu rehe.
Problem ist nun, dass ich die Konsole anschalten kann, aber kein Videosignal rauskommt. Sprich es kommt nichts am Monitor an. Ein Reset über die Standby Taste hat auch nichts gebracht. Der Rest scheint aber zu funktionieren. Der Lüfter dreht und Discs werden eingezogen.
Wisst ihr woran es liegen könnte und ob man noch was retten kann?
Hmm,vieleicht warst du zu vorsichtig?Vieleicht würde ein erneuter Reflow das Problem beheben.Warten wir mal was Takeshi dazu sagt,dem fällt ja (fast) immer was dazu ein ::)
Ja, das kann sein. Mich wundert nur, dass jetzt gar kein Signal mehr kommt. Vorher kam ja immerhin kurz der Startbildschirm, bevor der Freeze kam.
Ja das ist etwas seltsam,aber würd mich auch nicht wundern :-) Bei der PS3 ist eben alles möglich :-)
Das ist leider nicht so ungewöhnlich. Ich weiß nicht wieso, aber vorallem bei starken Grafikfehlern mit Absturz kommt mach dem Reflow oft kein Bild oder gar der YLOD.
Bei dir sind die Kontakte kaputt und haben aber durch den "Druck" aufeinander noch eine Verbindung gehabt. Wurde die Konsole warm (das geht in wenigen Sekunden), verzieht sich das. Da reichen hundertstel Millimeter und der Kontakt ist weg -> Absturz
Beim Reflow wurde das Zinn wieder flüssig, hat die Form geändert, vermutlich aber trotzdem keine feste Verbindung hergestellt, da ein Kontakt nur schlecht Zinn annimmt. Die Distanz ist nun aber zu hoch, deshalb gibt es auch kurzzeitig keine Verbibndung mehr.
Bei dir würde ich mal mit Kolophonium arbeiten. Das ist Flussmittel und sorgt dafür, dass sich die Kontakte besser mit dem Lötzinn verbinden.
Ich würde dir das auch gern machen, aber mir fehlt total die Zeit dafür.
Erstmal Danke für die schnelle Antwort. Ich habe schon Lust es selber zu machen. Da ich schon einige PSP's und PS2's repariert habe, denke ich auch, dass ich es schaffen kann. Heute ist auch der Temperaturfühler gekommen, also könnte ich diesmal den Reflow 2 probieren.
Kolophonium habe ich nicht, nur Lötfett. Es steht leider nicht drauf, woraus es sich zusammensetzt. Kann ich das Lötfett auch nehmen?
Ich hab noch nie mit Lötfett gearbeitet. Ich denke aber das klappt schon deshalb nicht, weil es sich nicht so gut verteilt. Das gelöste Kolophonium ist ja flüssig.
Du bist dann der Erste, von dem ich weiß, dass er Methode 2 probiert ;D
Riskier beim Vorheizen auf jeden Fall nicht zu viel mit der Temperatur, denn zu viel wäre da fatal (beim Fönen danach nicht so).
Zitat von: wild-mongrel am 10. März 2010, 18:27:13
Kann ich das Lötfett auch nehmen?
Normalerweise ist Lötfett nicht dafür geeignet, das kann unter Umständen die Metalle angreifen, da ältere Produkte oft säurehaltig sind. Das Zeug bekommst Du nicht mehr ordentlich sauber. Teilweise können diese Flussmittel sogar leiten (Kriechströme) und MÜSSEN gecleant werden. Ich würd es lassen... Es gibt richtige Flussmittel zu kaufen, NoClean, die sind auch OK, wenn Du kein Kolopfonium lösen willst.
Zitat von: Takeshi am 10. März 2010, 18:43:08
Du bist dann der Erste, von dem ich weiß, dass er Methode 2 probiert ;D
Hätt ich nicht gedacht. Bin davon ausgegangen, dass die meisten lieber auf Nummer Sicher gehen.
Habe jetzt auch noch eine alte Dose trockenes Kolophonium gefunden. Sieht zwar schon ziemlich trocken und krümelig aus, aber das Zeug wird ja nicht schlecht oder? Kann ich das dann einfach mit Alkohol (Ethanol 70%) vermengen und so eine flüssige Lösung herstellen?
Zitat von: wild-mongrel am 11. März 2010, 09:53:48
Zitat von: Takeshi am 10. März 2010, 18:43:08
Du bist dann der Erste, von dem ich weiß, dass er Methode 2 probiert ;D
Hätt ich nicht gedacht. Bin davon ausgegangen, dass die meisten lieber auf Nummer Sicher gehen.
Die meisten haben die Möglichkeit nicht dazu, trauen sich das nicht oder so.
Zitat von: wild-mongrel am 11. März 2010, 09:53:48
Habe jetzt auch noch eine alte Dose trockenes Kolophonium gefunden. Sieht zwar schon ziemlich trocken und krümelig aus, aber das Zeug wird ja nicht schlecht oder? Kann ich das dann einfach mit Alkohol (Ethanol 70%) vermengen und so eine flüssige Lösung herstellen?
Kolophonium ist ein Feststoff, daher kann man von trocken eigentlich gar nicht reden. Was du da hast ist wahrscheinlich reines Kolophonium.
Ich würde dir dazu raten irgendwas 100%iges in der Apotheke zu kaufen, hab mich für Isopropanol entscheiden, weiß aber nicht mehr wieso. Dazu hab ich mir ein kleines 10ml Fläschchen mit Pipette gekauft, sonst wirst du halt nie fertig mit Lösen und bekommst die Lösung auch nicht richtig aufgetragen.
Es reicht, wenn du das kleine Fläschchen 1/4 voll machst, also 2,5ml grob. Da kannst du schon einiges an Kolophonium drin lösen und das reicht für mehrere Anwendungen.
Bei dem 70%igen Alkohol wird das Problem sein, dass zwar der Alkohol verdunstet, aber die restlichen 30% als Rückstand bleiben. Bis das Wasser darin verdunstet ist, dauerts ewig. Und wenn du noch andere Zusätze hast, die dafür sorgen sollen, dass man das Zeug halt nicht trinkt, ist das auch schlecht. Die lagern sich nämlich dann richtig drin ab. Deshalb kannst du auch nicht diesen 95%igen Brennspiritus aus dem Supermarkt verwenden.
OK, dann renn ich erstmal in die Apotheke. Ich hoffe die verkaufen auch Pipetten etc.
Ich habe auch eine Heissluftlötstation hier rumstehen, bei der man die Temperatur genau einstellen kann. Müsste doch eigentlich besser sein, als der Heissluftföhn?
Kommt auf den Luftstrom an. Ich hab mal mit einer Heißluftlötstation von Aoyue mit 600°C ganze 5 Minuten auf der GPU rumgebraten, danach noch mit 400°C. Die Xb360 war dadurch repariert, nicht im Eimer. Im Gegenteil, das hat noch nichtmal richtig gereicht. Mit einem Heißluftfön, weniger Temperatur (glaube 350°C) war die GPU nach 2 Minuten sowas von im Eimer, hatte Blasen und alles.
Den Luftsrom kann man auch einstellen. Was ist denn besser. Ein kleiner oder grosser Luftstrom?
Steht im Tut.
ZitatStell den Heißluftfön auf 400°C und ca. 450 l/min Luftstrom.
Mehr Luftstrom bei gleicher Temperatur heißt auch mehr Energie, die "vorbei fließt". Zu viel ist denk ich aber auch nicht gut.
OK, werde es dann lieber mit geringem Luftstrom versuchen. Leider ist an der Lötstation keine Volumenangabe, nur ein Regler von 1-8.
Isopropanol habe ich zum Glück auch noch bekommen. War deswegen in mehreren Apotheken, die meisten hatten nur 70 prozentigen. Dann stelle ich mal die Lösung her und hoffe das sich das Kolophonium schnell löst. Aber vor morgen wird es wohl nichts, oder?
Versuchs lieber mit dem Fön. Zu wenig Luftstrom ist Miest, da kannst du dir das gleich schenken. Und ich denke das wird bei deiner Lötstation so sein.
Ich hab in ner kleinen Dorfapotheke 100%igen Kram bekommen. Die fragten natürlich wofür, habs denen erklärt und bekommen.
Das Kolophonium musst du pulverisieren (ich kratz das immer ab) und dann hinein geben. Mit einem Heißluftfön auf geringer Temperatur mach ich das dann warm, rühr das ne Zeit lang und dann ist es gelöst. Mit Warten kommst du sicherlich nicht weit.
OK, dann doch den Föhn.
Habe das Kolophonium auch zu kleinen Klumpen zerbröselt. Das mit dem heissmachen ist ne gute Idee. Wozu hat man den Föhn denn ;-)
OK, vielen Dank für die ganzen schnellen Antworten. Ich muss jetzt erstmal 2-3 Stunden arbeiten. Ich meld mich dann später, wenn ich es heute noch schaffe, ansonsten dann morgen.
So, das Kolophonium ist fast vollständig gelöst. Es sind nur noch ein paar Krümel drin. Irgendwie ist die Lösung sehr flüssig, ich hoffe ich habe nicht zuviel Alkohol genommen. Ist die Konsistens denn egal, oder sollte es lieber zähflüssig sein?
Sorry für die ganzen Fragen, ich will diesmal nur auf Nummer Sicher gehen.
Die bleibt auf jeden Fall flüssig, ganz leicht dicker, aber von dickflüssig oder zähflüssig kann keine Rede sein. Das fällt echt nur auf, wenn man den Vergleich zu reinem Alkohol hat.
Über Nacht ist es aufeinmal etwas dickflüssiger geworden, daher habe ich es wieder mit Alkohol verdünnt.
So, jetzt ist es soweit und ich hätte nur noch 2 Fragen, die mir noch nicht so ganz klar sind:
1. Muss man mit dem Föhn wirklich nur 1-2 Cm Abstand haben? Beim letzten mal war ich 15-20 cm entfernt und hatte schon das Gefühl, das die Platine gelich wegfliegt. Die Platine hat sich selbst bei dem Abstand schon etwas durch die Erhitzung gekrümmt. Daher habe ich mich das letzte mal auch nicht getraut näher ranzugehen.
2. Nach dem Reflow würde ich gerne testen, ob es überhaupt funktioniert hat und die Konsole kurz anschliessen, bevor ich neue Wärmeleitpaste und die Kühlplatte wieder draufklebe. Die Konsole würde ich nach einer halben Minute natürlich sofort wieder ausschalten. Kann man das machen, oder wird der Chip in der Zeit schon zu heiss?
Vielen Dank schonmal für das ganze Feedback.
Ja die kannst du ruhig anschalten,wenn Bild kommt,schaltest se einfach aus,nur nicht so lange die wird schon sehr schnell heiss.Habs bei mir aber auch so gemacht,kannst ja nett zusammenbauen und dann wieder Paste abmachen und neue Drauf.
Hab was vergessen:Ja ich habs auch mit 1-2 cm abstand gemacht,nur musst du aufpassen nicht zu lange auf die selbe Stelle Halten sonst giebts Brathänchen :-) Vieleicht war das der Fehler zu viel Abstand.Das sich das Biegt,komisch richt und vieleicht auch Knistert ist normal.
Mit 15 bis 20cm Abstand bekommst du das doch gar nicht richtig heiß. So kann das nichts werden.
Du kannst die Konsole NICHT ohne Kühlkörper einschalten, bis ein Bild kommt. Das dauert keine 5 Sekunden, dann ist das Ding so dermaßen heiß, dass du mit Schäden rechnen musst. Mit Kühlkörper, aber ohne Lüfter, das geht ne Minute locker gut, aber nicht ohne Kühlkörper.
Wenn du WLP sparen willst: Mach nur ein klein wenig drauf, ein kleiner Klecks, so dass es im festgedrückten Zustand einen 1-Cent großen Fleck gibt. Das reicht schon aus, dass die einigermaßen gekühlt wird.
Außerdem kannst du nach dem Test die WLP vom Chip abkratzen, auf den Kühlkörper matschen und später so größtenteils wiederverwenden. Das ist ok, du darfst halt nur keine alte WLP erneut benutzen. Aber die ist ja noch frisch.
Schade es hat leider nicht geklappt. Bin diesmal ganz nah rangegangen und habe danach auch WLP und Kühlplatte wirder draufgemacht. Aber es kommt leider wieder kein Signal. Die Konsole lässt sich einschalten, aber diesmal dreht der Lüfter nach ein paar Sekunden direkt voll auf und wird immer lauter. Hört sich so an, als ob man den Fantest machen würde. Hab sie dann lieber schnell abgeschaltet.
Vermutlich ist hier nichts mehr zu retten, oder hat noch jemand ne Idee?
Da wird nur noch reballen helfen und das kann man so gut wie vergessen.
Was heisst reballen?
Grafikchip runter, Lötzinn ab, neues Lötzinn drauf, wieder auflöten.
Das wäre noch ein Möglichkeit. Habe jetzt noch einen Reflow gemacht, aber wieder ohne Bild. Diesmal dreht der Lüfter wenigstens nicht mehr auf.
aber wahrscheinlich ist der CHip jetzt völlig zerschossen? Ich weiss nicht, ob der Aufwand lohnt.
Der Chip wird nicht kaputt sein, aber irgendein Kontakt nimmt einfach kein Lötzinn an, weshalb der Reflow nicht funktioniert.
Den Chip zu reballen bekommst du nicht hin, falls du mit dem Gedanken spielst.
OK, dann hat es keinen Sinn. Dann wird das Ding halt als Ersatzteillager ausgeschaltet.
Trotzdem vielen Dank für die Hilfe und die schnellen Antworten auf meine ganzen Fragen.
Ein schönes WE und beste Grüße
Johannes