Autor Thema: YLOD Experimente NEC / TOKIN  (Gelesen 224 mal)

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Dragoon

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YLOD Experimente NEC / TOKIN
« am: 19. März 2020, 22:51:03 »
Da ja aktuell Stubenhocken angesagt ist mehr denn je, als ob ich damit ein Problem hätte  :lol, hab ich mich dem Thema YLOD "jahrelange Fehleinschätzung" / "Reballing ist nicht die Lösung" gewidmet, welches seit Mitte letzten Jahres im Web die Runden macht. Das Ganze entstand scheinbar in der PC/Notebook Community, da dort die NEC / Tokin Caps wie sie in den PS3s zu Hauf fĂĽr RSX und CELL verbaut sind, auch bei Laptops fĂĽr Komplettausfälle sorgten. Dort hatte man "tote" Notebooks wieder zum Leben erweckt indem man die Caps entfernte und durch handelsĂĽbliche Tantal Kondensatoren ersetzte.

Das komplette Tutorial findet ihr hier: https://www.psx-place.com/threads/tutorial-nec-tokin-capacitors-replacement-ylod-fix.25260/

Ich habe zuerst gedacht das kann doch nicht sein, Schwachsinn!
Direkt mal eine CECHC bestellt, gewechselt...läuft, WTF :o

Da ich mich nicht nur auf den Einzelfall stützen will, habe ich ein paar mehr Konsolen auf dem Weg, jegliche Phat Revisionen (zumindest die in der EU erhältlichen).
Alle Konsolen die ich aufgekauft habe, sind in der Bucht erworben. Mit intakten Siegel damit ich sicher sein kann dass keiner vorher drin rum gefummelt hat.

Berichten werde ich hier nach jeder reparierten Konsole. Standard Vorgehen IHS Köpfen von RSX+CELL und neue WLP bei jeder.
[die Konsolen werde ich natĂĽrlich wieder verkaufen, wer eine will, einfach melden]
[[ja ich kann auch bei Bedarf eine CFW drĂĽber bĂĽgeln ::)]]
[[[natĂĽrlich stelle ich defekte Konsolen als Ersatzteilspender bereit, einfach anschreiben :)]]]
« Letzte Ă„nderung: 24. März 2020, 15:03:37 von Dragoon »

Dragoon

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #1 am: 19. März 2020, 23:02:01 »
16.03.20
CECHC04 - YLOD - NEC/ Tokin raus, Tantals rein, läuft einwandfrei  ;D


17.03.20
CECHG04 - Konsole zeigt kein Bild/ Ton (screen freeze nach 1 Minute) - neue WLP, läuft

CECHG04 - Konsole zeigt kein Bild/ Ton - Bildeinstellung vermurkst, musste über Recovery Menu resetten, läuft allerdings Laser tot
UPDATE - Konsole gerade neuen Laser verbaut und wollte testen, kriege kein Bild mehr, Power LED bleibt dauerhaft grĂĽn, Controller blinkt nur...
UPDATE - Kondensatoren in der Spannungsversorgung zum CELL waren defekt, hab vom Spenderboard die richtigen Kondensatoren ĂĽbertragen, allerdings startet die Konsole mit Grafikglitches...ist wohl der CELL/RSX defekt :<<


CECHH04 - Systemspeicher wird nicht erkannt - steckte im DEMO MODE fest, Reverser Firmware drüber, läuft allerdings Laser tot (hat jemand einen KES410?)

20.03.20
CECHC04 - nach 3 Jahren aus dem Keller geholt, YLOD - NEC/ Tokin raus, Tantals rein, läuft einwandfrei  ;D somit schon die zweite PS2 Fähige :D :D :D


21.03.20
CECHC04 - Gewalteinwirkung, Schlag auf Konsole im Bereich PSU, Konsole bereits geöffnet gewesen und WLP auf IHS getauscht.
Lässt sich starten, Lüfter aber direkt mittlere Stufe.
Konnte Lair 20 Minuten spielen, konnte Mortal Kombat Deadly Alliance 10 Minuten spielen.
-
WLP Tausch / NEC / Tokin tausch - YLOD...
Mir ist dann erst im Nachhinein aufgefallen im Vergleich zu den anderen v2, dass gewisse Hintergrundgrafiken hier im Spiel Lair fehlten, denke durch die Gewalteinwirkung ist hier was an CELL/RSX.  :'(

CECHG04 - YLOD Konsole bereits geöffnet gewesen und die IHS auch schon geköpft - NEC/ Tokin raus, Tantals rein, noch immer YLOD.
CELL hat Feinkratzer an einer Leiterbahn  :<<


22.03.20
CECHL04 - Lüfter laut - Konsole war hart zugestaubt, WLP erneuert, läuft

CECHP04 (zumindest glaube ich das, denn der Serien-/Modellnummer Sticker hinten an der Konsole fehlt, aber Board ist VER-001 und 160GB HDD verbaut)
 - LĂĽfter laut, schaltet von allein aus
UPDATE - Musste ja unbedingt im ĂĽbermĂĽdeten Kopf um 1 Uhr morgens noch den IHS vom RSX entfernen...bin abgerutscht und volle Lotte ĂĽber den DIE und auf dem Weg drei Micro Kondensatoren/Spulen mit genommen...zum GlĂĽck noch gefunden und sehen so aus als ob ich sie nochmal anlöten könnte. Konsole startet noch ganz normal ohne die Kondensatoren/Spulen, allerdings kein Bild.  :<<
UPDATE - Zwei Kondensatoren konnte ich wieder anlöten (Stecknadelspitzengröße!!!) aber der Dritte hat sich mit Schwung von der Pinzette in den Raum verabschiedet.
ABER, Konsole startet und läuft einwandfrei  ;D :D

23.03.20
CECHH04 - YLOD - NEC/ Tokin raus, Tantals rein, läuft einwandfrei  ;D
- Ich musste hier das obere Blech an der Stelle wo die Tantals sitzen ausfräsen, sonst hätte das Blech sich gebogen, ist aber noch genug Luft zum Laufwerk.
« Letzte Ă„nderung: 24. März 2020, 21:41:50 von Dragoon »

Takeshi

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #2 am: 20. März 2020, 14:49:48 »
Das erscheint mir doch auch sehr suspekt. Also klar, wenn die Versorgungsspannung nicht sauber ist, führt das sicher zum gleichen Problem. Aber ich würde bei solchen Kondensatoren eher Kurzschlüsse erwarten, keinen Kapazitätsverlust oder eine Erhöhung des ESR bzw. ESL.

Ich vermute eher, dass der Hase anders hoppelt. Beim Austausch muss man das Board nahe des Prozessors stark erwärmen, das wirkt sich auch auf Löststellen aus. Und wir wissen, dass es teilweise schon "hilft" nur die Wärmeleitpaste auszutauschen, weil damit mechanische Bewegung einhergeht. Hält aber in der Regel nicht lange. Also ich bin da noch skeptisch. Man könnte das auch mal messtechnisch analysieren. Wenn die Kondensatoren wirklich ein Problem sind, sollte sich das auf einem Oszilloskop zeigen. Ich glaube das werde ich mal versuchen zu messen, denn interessant ist die Theorie trotzdem - und eben leicht zu untersuchen.

Tantal würde ich eher nicht verwenden, die sind sehr empfindlich, verzichtet man heute wenn möglich drauf. Dafür sind Keramik-Kondensatoren stark fortgeschritten in den letzten 10 Jahren. Tantal wurden eigentlich dann benutzt, wenn die Kapazität von Keramik zu klein war, die Elektrolyth zu groß bauten. Da füllte Tantal die Lücke.
Der verbaute Kondensator hat 1200 µF bei 2,5 V. Es gibt schon Keramik-Kondensatoren mit 330 µF und 2,5 V in 1210 und X5R/X6S. Da kann man lieber 4 oder gleich 6 davon draufnageln. Ist dann nur ein teurer Spaß, denn du müsstest 8 Kondensatoren ersetzen, macht dann 50 Stück für eine Konsole, macht 50 €. Da ist Tantal natürlich echt günstiger.

Edit: Ich sehe gerade, im Service Manual sind diese Kondensatoren als einzige ohne Toleranz angegeben, vermutlich weil die fast keine haben. Das habe ich auch schon immer als Grund vermutet, die verbauten Kondensatoren sind vermutlich teuer gewesen, haben aber grandiose Eigenschaften: Keine Spannungsabhängigkeit, keine Temperaturabhängigkeit, niedriger ESR/ESL und dann noch Ausführung als Y-Kondensator.
« Letzte Ă„nderung: 20. März 2020, 14:54:10 von Takeshi »

Dragoon

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #3 am: 20. März 2020, 19:13:15 »
Takeshi, da wird nix erwärmt, die NEC / Tokin werden mechanisch entfernt: https://youtu.be/Qq3z5nW471Q
Es hoppelt eher andersrum, denn durch die Reballerei hatten die NEC / Tokin wieder kurzweilig ihre originale Kapazität durch den Hitzeeinfluss.
Deshalb kam es bei vielen der reballten Konsolen nach kurzer Zeit wieder zu YLODs.
Gerade die zweite RĂĽckwärts-Kompatible Konsole vom YLOD befreit damit  :o
Statt 32 (4x470uf=1880uf) Tantal, hab ich nur 24 (3x470uf=1410uf) verwendet, von der Wertigkeit passt es mit noch 210uf Spielraum.
Ich benutze im Ăśbrigen diese Tantals: https://www.ebay.de/itm/10-x-Tantalkondensator-470uF-6-3V-10-T495X477K006ATE030-NEU/153253181038
« Letzte Ă„nderung: 20. März 2020, 23:42:53 von Dragoon »

walkabout

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #4 am: 21. März 2020, 17:37:01 »
Hört sich interessant an und wĂĽrde erklären, warum die eine PS3 bei mir nach längerer Standzeit einen ylod hat   ::)
Aktuell hat man ja doch etwas Zeit, da könnte man ja mal wieder PS3 basteln  ;D

Takeshi

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #5 am: 22. März 2020, 04:00:34 »
Ich nahm an, dass es durch Hitze passiert und diese Hitze zu einer mechanischen Beanspruchung fĂĽhrt und damit einen Einfluss auf den Fehler hat. Wenn man natĂĽrlich direkt mechanisch herangeht, macht es das nicht "besser".

Mir ist auch nicht bekannt, dass Erhitzen von irgendwelchen Kondensatoren langfristig irgendeine positive Wirkung hat. Das hält nur so lange an, wie der Kondensator warm ist. Und davon ab zählt diese Art von Kondensatoren nicht zu denen, bei denen es überhaupt etwas bringt, glaube ich zumindest nicht. Kann man aber auch super messen. Leider müsste ich das auf der Arbeit machen und ich bin derzeit ... hust ... krank.

Klar, die Tantal-Kondensatoren sind wesentlich günstiger als die Keramik-Kondensatoren. Auch ein grund, warum man teilweise noch Tantal einsetzt, aber eben echt kaum noch. Die Keramik-Kondensatoren haben bei 2 V von den 330 µF nur noch rund 220 µF, das muss man mit einberechnen. Bei den Tantal-Kondensatoren finde ich keinen Hinweis auf das Verhalten je nach Spannung, ist vielleicht bei denen nicht relevant. Aber die Frequenz ist ausschlaggebend. Ich weiß nicht, mit welcher Frequenz die Spannungswandler schalten, aber mehrere 100 kHz sind üblich. Bei 100 kHz haben die nur noch 30% ihrer Kapazität, bei 300 Khz nur noch rund 15%. Das heißt du müsstest als Ersatz nicht 3, sondern 9 Stück verbauen. Nicht zu vernachlässigen ist der Rippelstrom, den die Kondensatoren abkönnen müssen. Laut Datenblatt sind das ungefähr 2 A, bei 4x3 Stück wärst du bei 24 A. Ich bin mir ziemlich sicher, das ist zu wenig, das machen die nicht lange mit. So ein Prozessor hat ungefähr 50 bis 100 W bei einer Spannung von ... keine Ahnung, 1,5 V? Bei 50 W wären das schon 33 A im Mittel (im besten Fall!), vermutlich sind es auch mal 60 A. Das ist zwar nicht der Rippelstrom, aber das mal ganz grob zur Abschätzung der Größenordnung.

Also für mich sieht das immer mehr nach einem Holzweg aus, weil rein technisch gar nichts passt. Mag für einen Laien erst mal plausibel klingen, aber wenn man sich das genauer ansieht, ist das technisch alles ziemlicher Blödsinn, der aber zum Glück leicht überprüfbar ist. Wie gesagt, werde ich mal machen, wenn sich wieder die Möglichkeit bietet.

Muss ĂĽbrigens gerade dran denken, dass wir hier mal jemanden hatten, der diese Kondensatoren fĂĽr den Red Screen im Verdacht hatte, weil dabei ja der Speicher kaputt ist und diese Kondensatoren ja EnergieSPEICHER sind. FĂĽr Laien mag das plausibel klingen.

walkabout

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #6 am: 22. März 2020, 08:28:26 »
Könnte interessant werden  ;D
Für mich würde die Erklärung gut passen, weil bei mir die Konsole stirbt, ohne das sie am Netz hängt. Da wären Kondensatoren schon Kandidaten.
Ich warte mal noch. Zumal mir das mechanische entfernen nicht so gefällt  ::)

Dragoon

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Re: YLOD Experimente NEC / TOKIN
« Antwort #7 am: 22. März 2020, 16:57:00 »
Das mechanische entfernen ist echt kaum der Rede wert, da legt man mehr mechanische Kraft beim Entfernen der IHS an.
Ich mach das ganze mit dem BGA Schaber, selbes Prinzip wie beim Entfernen des IHS vom CELL.
Das dauert 3-5 Sekunden pro NEC / Tokin. Probiert es einfach selber aus, ihr werdet sehen dass es wirklich einfach ist.
Und ob es was bringt seht ihr ja dann bei euren Konsolen :)
Ich will dass ja jetzt auch nicht als neu entdecktes Allheilmittel alá NSC heilig reden  :rofl
Aber gerade bei Konsolen die länger standen und dann auf einmal den YLOD haben ist es doch ein Versuch wert.

EDIT:
Also ich finde die Ausbeute bis jetzt gar nicht mal schlecht, ich konnte jede noch versiegelte Konsole retten.
An den bereits geöffneten war ja schon jemand drin und leider nicht mehr zu retten ohne ein evtl. Reballing/ neuen RSX.
« Letzte Ă„nderung: 24. März 2020, 15:05:25 von Dragoon »