Autor Thema: LED-Streifen (aka LED Stripes)  (Gelesen 4100 mal)

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Takeshi

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LED-Streifen (aka LED Stripes)
« am: 18. Februar 2015, 01:04:11 »
Passt eigentlich gut zu meinem Test von Steckernetzteilen, da die oft genau dafür eingesetzt werden, allerdings hatte ich da nicht vor mich auch mit LED-Streifen zu befassen.

Ich möchte aber nun doch welche bei mir anbringen und nun wühle ich mich durch die ganzen Angebote. Dabei stellen sich mir Fragen, deren Antwort ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Vielleicht hat aber auch schon jemand Erfahrungen.


Die erste Frage ist, worauf muss man eigentlich achten, worin unterscheiden sich LED-Streifen, was für Mängel haben schlechte Produkte? Wenn es nur um den Preis ginge, wäre das ja recht einfach. Es ist wie bei den meisten Dingen. Erst denkt man "ja gut, die sollen einfach nur leuchten, das kann ja so schwer nicht sein, was will man da großartig falsch machen?" und wenn man es dann hat, ist man meistens schlauer. Hier kommen einige Antworten, die ich bereits gefunden habe:

- Weiß / RGB
Rein weiße LEDs sind oft günstiger. RGB-LEDs haben natürlich den Vorteil, dass die Farbe geändert werden kann, theoretisch in jede beliebige. Praktisch erlaubt es die Elektronik drum herum nur begrenzt. Mit RGB-LEDs lässt sich zwar auch Weiß einstellen, allerdings sind die drei einzelnen Farben noch erkennbar, wenn man sich die LEDs direkt ansieht, zumindest auf kurzer Distanz. Wenn also sowieso nur weißes Licht herauskommen soll, macht ein Streifen mit weißen LEDs schon Sinn. Wer übrigens denkt, er könnte mit RGB-LEDs die Farbtemperatur einstellen, der wird wahrscheinlich schnell enttäuscht. Die Genauigkeit gibt nicht jeder Dimmer her.

- Streuung, Farbtemperatur
Die LEDs haben nicht immer die gleiche Helligkeit oder Farbtemperatur. Das kann schnell störend wirken, ich denke mal besonders bei weißen LEDs. Eventuell selektiert der Hersteller auch die LEDs und packt auf einen Streifen nur LEDs einer Farbe. Aber spätestens wenn mehrere Streifen eingesetzt werden, gibt das Ganze ein komisches Bild. Mein Verdacht: Bei billigen (weißen) Streifen wird es eine geringe Streuung nicht geben, denn Seletion kostet.

Wie ich in vielen Bewertungen herauslesen musste, verwechseln viele die Helligkeit mit der Farbtemperatur. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuh. Die Farbtemperatur gibt (vereinfacht gesagt) die Anteile der Farben an. Warmes Licht hat mehr Rot als Blau, kaltes Licht mehr Blau als Rot. Aber auch warmes Licht kann sehr hell oder grell sein. Oft wird nämlich kritisiert, dass die weißen LEDs nicht warmweiß wären, weil das Licht so hell wäre.

- Helligkeit
Darum, dass die LEDs zu dunkel sind, muss man sich glaube ich keine Sorgen (mehr) machen, eher dass sie zu hell sind. Aber dann sind die ja oft dimmbar.

- LEDs pro Meter
Ein vermutlich zu sehr unterschätzter Faktor. Je mehr LEDs auf einer Länge sind, desto heller ist natürlich der Streifen potentiell. Aber damit wird auch die Verteilung des Lichts gesteigert, das Gesamtbild wird gleichmäßiger. Ich glaube billige Streifen haben 30 LEDs/m, bessere dagegen 60 LEDs/m.

- Winkel
Angaben zum Öffnungswinkel konnte ich bisher gar keine finden, dabei ist er gar nicht so unwichtig. Bei LEDs stellt man schnell das Phänomen fest, dass die bei seitlicher Betrachtung eher dunkel sind. Guckt man jedoch gerade hinein, wird man fast geblendet. Solche LEDs haben einen kleinen Öffnungswinkel, die geben ihr Licht fast nur gerade nach vorne ab. Bei LEDs mit großem Öffnungswinkel ist es auch seitlich der LED hell und bei geradem Blick in die LED nicht ganz so hell. Bei der Beleuchtung eines Raums (große Fläche) macht es wenig Sinn das Licht auf kleine Punkte zu zentrieren, das wirkt unangenehm/unschön.

- Haltbarkeit
Tja, da sagt man LEDs immer nach, die seien doch so langlebig. Nicht die billigen, wie es scheint. Da hatten manche schon nach wenigen Tagen die ersten Ausfälle. Wie es nach einem Jahr ist, will ich gar nicht wissen. Also darauf achte ich auch direkt.

- Dimmbar
RGB-LEDs sind vermutlich immer dimmbar, denn sonst macht RGB gar keinen Sinn. Bei weißen ist das allerdings anders. Da gibt es einige, die direkt an ein Netzteil gehangen werden und dann nicht dimmbar sind. Ist nicht schlimm, wenn die Helligkeit stimmt, aber wenn nicht, dann blöd.
Wer einen längeren Streifen als in einem Paket enthalten einsetzen will, der sollte sicherstellen, dass der Dimmer auch einen größeren Strom schalten kann, als der eine Streifen verursacht. Sonst raucht es schnell.

- Funk-System
Ich musste oft lesen, dass die Fernbedienungen mal plötzlich gar nicht mehr funktionieren, mal hilft es den Strom zu trennen, mal nicht. Manchmal reagiert auch ein Fernseher oder anderes elektronisches Gerät auf die Fernbedienung, was das ganze System dann nutzlos macht. Hat man zwei getrennte Streifen, ist es natürlich nachteilig, wenn sich die Geräte gegenseitig beeinflussen. Habe noch keine Hinweise gesehen, dass sich die Fernbedienungen verstellen lassen, also hilft dann wohl nur ein anderes System. Oder man sorgt dafür, dass beide Empfänger so voneinander getrennt sind, dass nie beide bedient werden.

- Netzteil
Siehe ganz am Anfang. Die Netzteile scheinen sehr häufig billigster Mist zu sein, werden zu heiß, rauchen ab, fiepen, was weiß ich.

- Geruch
Tjaha! Die Dinger können auch stinken. Und das ist dann selten gesund.

- Klebestreifen
Die Klebestreifen halten oft nicht viel. Aber da kann man sich ja leicht behelfen.

- Wasserdicht
Wer die draußen einsetzen will, muss natürlich wasserdichte haben. Innen macht das aber auch durchaus Sinn. Die Streifen sind dann robuster wegen dem Überzug. Kann aber auch hinderlich sein, denn dann lässt er sich schlechter knicken.

- Einkürzen
Ein Großteil der Produkte lässt sich einkürzen. 10 cm scheint da die übliche Länge für ein Stück zu sein. Liegt vermutlich an der Beschaltung. Immer 3 LEDs in Reihe mit Vorwiderstand an 12 V, das kann natürlich nicht aufgetrennt werden. Bei 3 LEDs auf 10 cm ergibt das dann dieses Stück.


Ich werde mich auf weiße LEDs konzentrieren. Die werden wahrscheinlich warmweiß. Ob Dimmbar oder nicht ist mir egal, da ich selbst einen Dimmer basteln werde und das Netzteil verwende ich dann auch nicht. Daher ist für mich vorallem entscheidend, wie es mit der Streuung in der Farbtemperatur und der Haltbarkeit aussieht.

RalleBert

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Re: LED-Streifen (aka LED Stripes)
« Antwort #1 am: 18. Februar 2015, 19:31:13 »
- Streuung, Farbtemperatur

Die einzelnen LEDs werden i.d.R. gebatcht, um einigermaßen gleichmäßige Lichtfarben zu erhalten. Ich denke, je günstiger es wird, desto größer wird die Spreizung. Die werden aber sicher nicht pro Streifen selektiret, sollte also pro Charge einigermaßen passen.

Was viel wichtiger ist, ist hier die Farbwiedergabeklasse (RA). Die sollte sehr hoch sein (>80), sonst sieht das Licht bzw. die beleuchtetetn Objekte u.U. unnatürlich aus, das Licht ist sehr gewöhungsbedürftig (oder auf eine Wort runtergebrochen - Scheiße)

Wie ich in vielen Bewertungen herauslesen musste, verwechseln viele die Helligkeit mit der Farbtemperatur.

Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben, 3000K ist warm (Wohnraum ~ Glühlampe), 4000K ist eher kalt (Keller), 6000K ist Tageslicht (besondere Arbeitsplätze)
Helligkeit ("Lichtausbeute") wird in Lumen angegben. 100W Glühlampe ca. 1200lm


- Helligkeit
Darum, dass die LEDs zu dunkel sind, muss man sich glaube ich keine Sorgen (mehr) machen, eher dass sie zu hell sind. Aber dann sind die ja oft dimmbar.

LED Lampen für 230V (Retrofit) sind nur selten oder in der gehobenen Preislage dimmbar. Fast alles was an ein 12V Netzteil kommt, sollte über PWM dimmbar sein.

- Haltbarkeit
Tja, da sagt man LEDs immer nach, die seien doch so langlebig. Nicht die billigen, wie es scheint. Da hatten manche schon nach wenigen Tagen die ersten Ausfälle. Wie es nach einem Jahr ist, will ich gar nicht wissen. Also darauf achte ich auch direkt.

Ja, das ist so ein Ding. Wenn der Hersteller (bei Leuchten für 230V)  z.B. 50000 Std. angibt, ist das oft für die LEDs, nicht für das Vorschaltgerät.

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Takeshi

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Re: LED-Streifen (aka LED Stripes)
« Antwort #2 am: 18. Februar 2015, 20:32:23 »
Was viel wichtiger ist, ist hier die Farbwiedergabeklasse (RA). Die sollte sehr hoch sein (>80), sonst sieht das Licht bzw. die beleuchtetetn Objekte u.U. unnatürlich aus, das Licht ist sehr gewöhungsbedürftig (oder auf eine Wort runtergebrochen - Scheiße)

Ich glaube Normen zur Farbwiedergabe kannst du bei Billigprodukten lange suchen. Verstehe aber auch nicht ganz. Ich hätte jetzt gedacht, dass Klassifizierung nur sichergestellt wird, dass eine bestimmte Farbtemperatur eingehalten wird, eben die, die angegeben ist. Was natürlich bedeutet, man weiß vorher auch schon, welche Farbtemperatur die LEDs haben werden. Ob das Licht nun unnatürlich aussieht oder nicht, das hängt doch eher von der Farbe ab, die man sich aussucht?!

Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben, 3000K ist warm (Wohnraum ~ Glühlampe), 4000K ist eher kalt (Keller), 6000K ist Tageslicht (besondere Arbeitsplätze)
Helligkeit ("Lichtausbeute") wird in Lumen angegben. 100W Glühlampe ca. 1200lm

Was der Unterschied zwischen Farbtemperatur und Helligkeit ist, weiß ich. Nur viele andere scheinbar nicht ;) Daher muss man bei Bewertungen diesbezüglich echt aufpassen, wenn über die Farbtemperatur gemeckert wird. Denn oft ist die gar nicht gemeint.

LED Lampen für 230V (Retrofit) sind nur selten oder in der gehobenen Preislage dimmbar. Fast alles was an ein 12V Netzteil kommt, sollte über PWM dimmbar sein.

Wie gesagt, es geht schon explizit um LED-Streifen. Die sind ja meistens für 12 V oder 24 V ausgelegt. Die 230-V-LED-Lampen sind ja nur deshalb nicht dimmbar, weil da ein Netzteil eingebaut ist, das eine feste Ausgangsspannung oder einen festen Ausgangsstrom einstellt.
Ich meinte auch nicht, dass die LED-Streifen an sich nicht dimmbar sind, sondern das Gesamtsystem, weil schlicht kein Dimmer mitgeliefert wird. Das Netzteil geht manchmal direkt auf den Streifen und da ist dann nicht viel mit Dimmen.

Ja, das ist so ein Ding. Wenn der Hersteller (bei Leuchten für 230V)  z.B. 50000 Std. angibt, ist das oft für die LEDs, nicht für das Vorschaltgerät.

Gut, das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Die Netzteile werden auch nicht so ewig durchhalten. Aber bei dem, was ich gesehen hab, haben ja schon einzelne Elemente (diese 10-cm-Abschnitte) versagt, also nicht die Elektronik drum herum. Und das manchmal nach wenigen Wochen oder sogar Stunden. Das darf nicht sein.

RalleBert

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Re: LED-Streifen (aka LED Stripes)
« Antwort #3 am: 18. Februar 2015, 21:18:36 »
Was viel wichtiger ist, ist hier die Farbwiedergabeklasse (RA). Die sollte sehr hoch sein (>80), sonst sieht das Licht bzw. die beleuchtetetn Objekte u.U. unnatürlich aus, das Licht ist sehr gewöhungsbedürftig (oder auf eine Wort runtergebrochen - Scheiße)

Ich glaube Normen zur Farbwiedergabe kannst du bei Billigprodukten lange suchen. Verstehe aber auch nicht ganz. Ich hätte jetzt gedacht, dass Klassifizierung nur sichergestellt wird, dass eine bestimmte Farbtemperatur eingehalten wird, eben die, die angegeben ist. Was natürlich bedeutet, man weiß vorher auch schon, welche Farbtemperatur die LEDs haben werden. Ob das Licht nun unnatürlich aussieht oder nicht, das hängt doch eher von der Farbe ab, die man sich aussucht?!

Das stimmt nicht so ganz. Ich habe mir bei Pollin einen LED-Balken bestellt, da wurde auch die Farbwiedergabe angegeben. Aber das Ding ist echt billig, ein Strip in einem Kunststoffprofil mit Anschlussdrähten. Aber es leuchtet halt :P LED Balken

Die Farbtemperatur hat nix mit der Farbwiedergabeklasse zu tun. Farbwiedergabeklasse könnte man mit Lichtqualität definieren. Es wird vom Lichtspektrum des Sonnenlichts ausgegangen, das ist 100%, Du kennst es (früher, heute nicht mehr so schlimm) im Klamottenladen, wenn die schwarze Hose dann doch dunkelblau ist. Dann sind im Laden Leuchten mit niederer Farbwiedergabe - oft Metalldampflampen. Oder speziell Natriumdampflampen auf der Straße, keine vernünftige Farbsicht möglich.
« Letzte Änderung: 18. Februar 2015, 21:36:09 von RalleBert »

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Re: LED-Streifen (aka LED Stripes)
« Antwort #4 am: 20. Februar 2015, 21:45:34 »
Da LEDs im Trend sind, hat der Discouter mit dem L am Anfang auch LED Streifen im Aktionssortiment. Dort auf der Verpackung der ca. 30 cm langen Streifen war auch nicht viel mehr als "warm weißes Licht, sparsam". Keine Angabe zu Farbwiedergabeklasse, Lichtstrom  oder Öffnungswinkel. Aber wird gekauft... was anders zählt nicht.

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Re: LED-Streifen (aka LED Stripes)
« Antwort #5 am: 20. Februar 2015, 22:47:42 »
Hab ich auch gesehen. Aber das ist doch ein Witz. Die wollen für drei Streifen mit je 30 cm echt 12 € oder sogar nocht mehr haben. Hab den Preis nicht mehr im Kopf. Aber der war echt mies dafür, dass das das Billigste vom Billigsten sein wird.

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Re: LED-Streifen (aka LED Stripes)
« Antwort #6 am: 21. Februar 2015, 15:36:38 »
Ich hatte mir jetzt auch im letzten Monat 5m RGB LED Stripe (30 LEDs pro m) für 22 EUR gekauft.
Diese habe ich dann in 4 gleich lange Streifen gekürzt, von der Unterseite entsprechend mit Kabel verlötet und auf eine längliche Acrylglas Streifen geklebt.
Anschließend habe ich diese an eine 12V Lichtorgel von ELV angeschlossen.
Das Ergebnis kann sich in meinen Augen sehen lassen und sieht um Welten besser als die Musikcontroller für LED Stripes.